Neue Gottesdienstformen: Punsch und Stockbrot auf dem Märkter Waldfriedhof

Pfarrer Jens-Daniel Mauer (Mitte) zusammen mit Dekanin Esther Philipps und Einführungspate, Darius Kuhl, Herrnhuter Pfarrer und Trauzeuge von Jens-Daniel Mauer vor einer mit Kerzen bedeckten Tafel
Johanna PählerWer sich am Nachmittag des Ewigkeitssonntags dem Waldfriedhof Märkt näherte, stieß auf ein ungewöhnliches Bild: Ein transparent erleuchtetes Iglu, drei brennende Feuerschalen, heißer Punsch, Stockbrot und Hot-Dogs, welche für Wärme und Begegnung sorgten.
In der 2024 renovierten Friedhofskapelle gestaltete ein Team des Kirchenbezirks Markgräflerland um 16 und 17 Uhr kurze Feiern zur Erinnerung an geliebte Verstorbene. Musikalisch begleitet von Cate Sexauer (Gesang) und Darius Kuhl (Piano und Gesang) sowie Impulsen von Pfarrer Mauer und Prädikantin Antje Böttcher, konnten die Teilnehmer brennende Kerzen für sich und ihre Verstorbenen auf einer langen, festlich gedeckten Tafel positionieren, ein Symbol aus Psalm 23 für die menschliche Lebensspanne: „Du bereitest vor mir einen Tisch…“.
Persönliche Segnungen für die Teilnehmer
Mehrere evangelische Seelsorger standen für persönliche Segnungen bereit, was viele dankbar annahmen.
Um 18 Uhr folgte die dritte Feier mit der offiziellen Amtseinführung von Pfarrer Jens-Daniel Mauer durch Esther Philipps, Dekanin des Kirchenbezirks. „Wie wunderbar, dass du es bist, lieber Jens-Daniel, der diese Pfarrstelle in der Segensstelle ,Schlüsselmoment’ antritt. Du, aus dem es lebendig sprudelt, voller Lust auf dieses neue Wagnis, gläserne Kirche zu sein. Ohne feste Mauern. Segen kennt keine Grenzen“, betonte Philipps in ihrer Ansprache.

Gäste der Segensfeier unterhalten sich vor dem erleuchteten Iglu, als Sinnbild für das Selbstverständnis der Segensstelle.
Foto: Nadine Butzal„Es war mein Wunsch, im Rahmen eines beispielhaften Segensmoments eingeführt zu werden“, erklärte Mauer. „Wir wollen mit unseren Initiativen an Orten auftauchen, an denen Menschen Segen nicht erwarten.“
Zum Iglu kommt eine gläserne Kapelle
Als Sinnbild nannte er das Iglu, das bald durch eine mobile Glas-Kapelle ergänzt werden soll: „Wir wollen Neugier wecken, den Dialog fördern und experimentelle Segenserfahrungen ermöglichen.“
Ausblick: „Schlüsselmoment“ ist demnächst beim Bonifatius-Weihnachtsdorf (3. Advent), an Heiligabend am Hauptfriedhof und am 24. Januar als Gastgeber der Hochzeitsmesse „Kirche im Quadrat“ in Lörrach präsent. Weitere Segens-Pop-Ups sowie individuelle Segensfeiern zu Lebensübergängen sind geplant.