Nervenkrieg in Basel: Die Dach-Besetzer im Klybeck haben aufgegeben

Die beiden verbliebenen Besetzer – hier mit Polizisten – hatten knapp zwei Tage lang auf dem Dach ausgeharrt.
Kantonspolizei Basel-Stadt- Hausbesetzung in Basel-Klybeck beendet: Zwei Personen verließen das Dach freiwillig.
- Die beiden harrten rund 40 Stunden aus und wandten sich am Donnerstag gegen 20 Uhr an die Polizei.
- Bei einer unbewilligten Demo kam es zu Angriffen und Sachschäden – auch am Rathaus.
- Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, eine Person wurde festgenommen.
- Hintergrund: Swiss Life stellte Strafantrag, die Gebäude sollen für „Klybeck plus“ weichen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Basel Die Hausbesetzung an der Klybeckstraße in Basel ist nach Angaben der Kantonspolizei „definitiv beendet“. Der Mann und die Frau, die rund 40 Stunden lang auf dem Dach ausgeharrt hatten, hätten das Gebäude freiwillig verlassen, hieß es.
Die beiden suchten am Donnerstag gegen 20 Uhr Kontakt zur Polizei. Sie seien einer Kontrolle unterzogen und schließlich aus dieser entlassen worden, hieß es Donnerstagabend. Ein entsprechender Rapport an die Staatsanwaltschaft sei erfolgt.
Noch am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei darüber informiert, dass der Mann und die Frau zunächst Forderungen gestellt hätten. Sie hätten freies Geleit und Straffreiheit verlangt. Außerdem forderten sie, keine Einsatzkosten übernehmen zu müssen. Die Polizei hielt allerdings fest, sie könne dem nicht nachkommen, ohne ihren gesetzlichen Auftrag zu verletzen.
Räumung begann am frühen Morgen
Die Räumung der drei Gebäude und des darum liegenden Areals hatte am Mittwoch um 4 Uhr morgens begonnen. Nach damaligen Angaben der Polizei wurden die Gebäude leer vorgefunden, allerdings wurden zwei Personen auf dem Dach einer der Liegenschaften festgestellt. Sie weigerten sich bis Donnerstagabend, ihre Position zu verlassen.
Randalierer attackieren die Polizei
Aufgrund der Gefährlichkeit der Situation in der Höhe und der potenziellen Reaktion der beiden Besetzer auf die Einsatzkräfte sah die Polizei von einem Durchgreifen ab. Sie suchte stattdessen den Dialog und versorgte die zwei Personen mit Wasser, wie sie geschrieben hatte. Auch Verpflegung und medizinische Hilfe habe sie angeboten, diese seien jedoch nicht in Anspruch genommen worden.
Staatskanzlei Basel hat Anzeige erstattet
Am Mittwochabend war es im Bezug auf die Räumung zu einer unbewilligten Demonstration in Basel gekommen. Hunderte protestierten gegen den Einsatz, darunter auch Linksextreme, und versuchten unter anderem, zu den Liegenschaften im Klybeck vorzudringen. Die Polizei verhinderte dies und setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Die Demonstranten zogen dann weiter bis ins Großbasel und wieder zurück ins Kleinbasler Klybeck.
Während der Demonstration wurde die Polizei von Randalierern angegriffen, und es kam zu zahlreichen Sachbeschädigungen. Unter anderem wurde die Fassade des Rathauses mit „ZACK“-Schriftzügen und Beschimpfungen an die Adresse von Politikern beschmiert. Auch das Kaufhaus Globus war betroffen. Der Versuch, die Scheiben einer Starbucks-Filiale einzuschlagen, gelang den Demonstranten nicht. Laut Behördeninformationen wurde eine Person festgenommen.
Die Staatskanzlei Basel-Stadt hat derweil Anzeige gegen Unbekannt wegen der Sprayereien am Rathaus erstattet. Die Reinigungsarbeiten haben am Donnerstag begonnen und werden voraussichtlich zwei Wochen in Anspruch nehmen, wie Regierungssprecher Marco Greiner gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Wie hoch die Kosten für die Reinigung ausfallen werde, sei noch nicht bekannt. Dies könne die Staatskanzlei erst im Laufe der Arbeiten eruieren, sagte Greiner.
Hintergrund der Räumung war ein Strafantrag des Versicherungskonzerns Swiss Life, dem die betroffenen Liegenschaften im Klybeck gehören. Nachdem eine Zwischennutzung nicht verlängert worden war, hatten Linksautonome ein selbstverwaltetes Kulturzentrum unter dem Namen „ZACK“ (Zone Autonome Culturelle Klybeck) ausgerufen.
Neues Stadtquartier geplant
Die Gebäude sollen abgerissen werden, da im Klybeck ein neues Stadtquartier entstehen soll. Im Rahmen des Vorhabens „Klybeck plus“ sollen dort dereinst 8500 Menschen wohnen und 7500 Arbeitsplätze entstehen. sda