Naturgewalt gespürt
: Erdbeben im Kreis Lörrach – Epizentrum liegt in Schopfheim

Ein Erdbeben mit Magnitude 4,2 hat Bürger in der Nacht hochschrecken lassen.
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mcf/rh/ads
Kreis Lörrach
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In Schopfheim war das Epizentrum des Bebens.

Manuel Hunn

Ein Erdbeben mit Magnitude 4.2 und zwei Nachbeben haben den Kreis Lörrach in der Nacht auf Donnerstag erschüttert.

Der Ursprung ist laut automatisierter Auswertungen bei Schopfheim im Landkreis Lörrach gewesen. Das gibt die Plattform des Landeserdbebendiensts Baden-Württemberg an.

Zwischen Gersbach und Todmoos

Demnach habe das Beben um 3.06 Uhr nahe der Schweizer Grenze zwischen Gersbach und Todtmoos eine Stärke von 4.2 gehabt. Das EMSC (“Euro-Mediterranean Seismological Centre“) spricht von Magnitude 4.4 und bei den zwei Nachbeben gegen 3.13 Uhr von Stärken um 1,7 und 1,4 auf der Richterskala. Nutzer melden, sie seien aufgewacht, weil alles gewackelt habe.

Demnach habe das Beben in der Nacht auf Donnerstag um 3.06 Uhr nahe der Schweizer Grenze zwischen Gersbach und Todtmoos insgesamt eine Stärke von 4.2 gehabt. Das EMSC („Euro-Mediterranean Seismological Centre“) spricht bei diesem Erdbeben von Magnitude 4.4 und bei den zwei Nachbeben gegen 3.13 Uhr von Stärken um 1,7 und 1,4 auf der Richterskala.

Viele Menschen werden nachts wach

Nutzer melden, sie seien aufgewacht, weil alles gewackelt habe. Eine Schopfheimerin berichtet gegenüber unserer Zeitung davon, wie es in der Nacht gegrollt hat und dann das Haus kurz gewackelt habe. Auch in den „Sozialen Medien“ berichteten Nutzer von ihren Erfahrungen. Eine Schopfheimerin schildert, sie sei fast aus dem Bett gefallen, ein anderer zeigte sich erschrocken, andere schreiben, sie hätten es einfach gespürt und eine habe danach nicht mehr schlafen können.
Aus Grenzach-Wyhlen berichtet eine Nutzerin, sie sei aufgewacht, weil ihre Wellensittiche plötzlich herumflatterten – „jetzt weiß ich auch, warum“. Gleiche Erlebnisse gab es im Weiler Stadtteil Haltingen. Schilderungen gibt es auch aus anderen Teilen des Landkreises, wo das Beben spürbar war. „Ich war kurz vorher wach, hab mich total erschrocken. Es hat ganz schön gewackelt in Rheinfelden“, heißt es in den Kommentaren weiter. Auch aus Lörrach gibt es ähnliche Berichte. „In Haagen hat`s ganz schön gewackelt.“ Und: „In Schliengen war es auch deutlich zu spüren, bin davon wach geworden.“ Erschrocken zeigt sich auch eine Steinenerin. Aus Kandern, Eimeldingen oder auch Zell im Wiesental gibt es ähnliche Kurzkommentare.

Mehr als 30 Nachbeben

Wie der am Regierungspräsidium Freiburg angesiedelte Landeserdbebendienst (LED) am Donnerstagmorgen mitteilte, ereignete sich das Beben in einer Tiefe von etwa acht Kilometern. Es wurde in weiten Teilen Baden-Württembergs gespürt. Bis zum Morgen gingen beim LED bereits mehr als 3000 Meldungen ein. Bislang wurden mehr als 30 Nachbeben registriert, das stärkste davon mit einem Wert von 1,7.
„Das war das stärkste Erdbeben in Baden-Württemberg seit 2009“, wird Andrea Brüstle vom LED zitiert. Das letzte stärkere Erdbeben ereignete sich am 5. Mai 2009 bei Steinen mit der Stärke 4,5 auf der Richterskala.

Bisher keine Schäden gemeldet

Die Expertin weist darauf hin, dass bei Erdbeben dieser Stärke leichte Gebäudeschäden in der Nähe des Epizentrums nicht ausgeschlossen werden können. Hierzu liegen dem LED aktuell keine Informationen vor.
Baden-Württemberg ist eines der Bundesländer mit der höchsten Erdbebengefahr in Deutschland. Brüstle: „Durch die Kollision der afrikanischen Platte mit der eurasische Platte werden die Alpen aufgefaltet. Die Auswirkungen dieser Plattenkollision führen auch weiter nördlich, unter anderem in Baden-Württemberg, zu seismischer Aktivität.“
Einen Überblick über aktuelle Erdbeben in Baden-Württemberg gibt es unter https://erdbeben.led-bw.de/. Hier können Bürger ihre Wahrnehmungsmeldungen abgeben: https://makro.led-bw.de/.