Nahverkehr in Lörrach
: IG Verkehr will Tempo beim ÖPNV-Ausbau

Die IG Verkehr Lörrach äußert sich im Vorfeld der Bürgermeisterwahl zur Verkehrspolitik in der Stadt Lörrach.
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(red/pm)
Lörrach
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Die IG Verkehr moniert in einer Stellungnahme, dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Lörrach stagniere. Sie vermisst unter anderem ein Gesamtverkehrskonzept.

Kristoff Meller

In der Mitteilung der Interessengemeinschaft (IG) Verkehr Lörrach zur Bürgermeisterwahl, bei der Amtsinhabern Monika Neuhöfer-Avdić nochmals antritt, heißt es: „Bald findet in Lörrach die Wahl für die Bürgermeisterstelle statt. Bei einer einzigen Kandidatin, der jetzigen Amtsinhaberin, wäre es eine gute Gelegenheit, öffentlich eine sachliche, neutrale Bilanzziehung ihrer achtjährigen Arbeit vorzunehmen.“

Orientierung darüber geben, was gut lief

Diese Vorgehensweise würde sowohl im Interesse der Kandidatin als auch der Bevölkerung liegen: Sie würde zur Stärkung der Demokratie beitragen. Nebenbei würden beide Seiten eine gute Orientierung bekommen, was gut gelaufen ist, was weniger gut und was vernachlässigt wurde und an die erste Stelle auf der Prioritätenliste kommen sollte. Nach der vorgenommenen Umstrukturierung der Fachbereiche im Rathaus seien „Verkehr und Mobilität“ fast gänzlich aus dem Fokus der Öffentlichkeit genommen worden. Dabei ist dies laut der IG Verkehr der wichtigste Bereich, „der über den Erfolg oder Misserfolg der Stadt und über die Lebensqualität eines jeden einzelnen Bürgers in der Zukunft entscheidet“, heißt es in der Mitteilung. Nach wie vor würden ein Gesamtverkehrskonzept, ein Verkehrsmodell und ein Verkehrsexperte im Rathaus fehlen.

Zentralklinikum werde Verkehrsdruck steigen

Der ÖPNV-Ausbau stagniere, moniert die IG Verkehr. Es werde vorwiegend über Fahrradstraßen geredet, obwohl der Verkehrsdruck auf Lörrach mit Eröffnung des Zentralklinikums enorm steigen wird. Dennoch wird seine Anbindung nur am Rande diskret behandelt. Es ist fraglich, ob das Buskonzept der Stadt tatsächlich ausreichen wird, um circa 2500 Mitarbeiter des Zentralklinikums und Besucher zu befördern, heißt es. Auch wie viele Busse es zum Schichtwechsel braucht, wurde mit keinem Wort erwähnt. Eine Vorstellung des Buskonzeptes der IG Verkehr, die am 13. März vergangenen Jahres in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik öffentlich angeboten wurde, habe bis heute nicht stattgefunden, trotz öffentlicher Zusage der Bürgermeisterin. „Es ist nicht klar, ob das Parkhaus mit 900 Stellplätzen vom Investor rechtzeitig gebaut wird und wer die sicherlich hohen Parkplatzgebühren der Mitarbeiter des Zentralklinikums dauerhaft tragen wird. Es ist auch ungewiss, ob diese Zahl der Stellplätze ausreichen wird im Hinblick darauf, dass die S-Bahn-Haltestelle sehr spät kommen soll, wenn überhaupt.“ Sie bedingt einen zweigleisigen Ausbau der Trasse. Die Tram bis zum Zentralklinikum über Tumringen, Haagen und Hauingen wurde aus undurchsichtigen, politischen Gründen abgelehnt.

„Bis jetzt war nicht zu erfahren, was für Schwerpunkte Frau Neuhöfer-Avdić in den weiteren, langen acht Jahren ihres Amtes setzen will und in welcher Reihenfolge“, heißt es in der Stellungnahme der IG Verkehr abschließend.