Nahverkehr in der Region: Wie die Tramlinie 17 zur S-Bahn wird

Die Margarethenverbindung entlastet das innerstädtische Basel Tramnetz.
Michael WerndorffDie neue Tramstrecke entlastet die Basler Innenstadt vom Tramverkehr und bindet das Leimental schneller an den Bahnhof Basel SBB und die Arbeitsplätze im oberen Kleinbasel an. Sie erlaubt es zudem, an der Heuwaage Platz freizuspielen für eine großzügige Begrünung, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft hervorgeht.
Kein teurer Ersatzverkehr nötig
Weil während der Umgestaltung der Heuwaage sämtliche Trams aus dem Leimental über die Margarethenverbindung umgeleitet werden können, ist kein teurer Tramersatzbetrieb nötig. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat den Baselbieter Beitrag über rund 900 000 Franken beschlossen. Die Basler Regierung beantragt dem Großen Rat die seitens Basel-Stadt notwendigen Mittel.
Wichtige Ausweichstrecke
Die Regierungen beider Basel machen mit ihren Ausgabenbewilligungen für die Margarethenverbindung den Weg frei für eine zügige Umsetzung der neuen Tramstrecke. Da für das Projekt bereits eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, soll der Bau möglichst bereits 2028 beginnen. Damit könnte die Tramlinie 17 ab 2030 ab der Haltestelle Dorenbach über den Margarethenstich zum Bahnhof Basel SBB und weiter via Wettsteinbrücke zum Badischen Bahnhof verkehren.
Ganzes Tramnetz profitiert
Die Margarethenverbindung entlastet die Basler Innenstadt von einer Tramlinie. Davon profitiert das gesamte Tramnetz, denn heute verkehren bis zu sieben Linien zwischen der Schifflände und dem Barfüßerplatz. Das führt insbesondere im Fall einer Störung zu Staus und Verzögerungen auf all diesen Linien.
Da Trams bei einem Störungsfall in der Basler Innenstadt künftig über die Margarethenverbindung ausweichen können, wird die Tramwendeschlaufe an der Heuwaage nicht mehr benötigt. Deshalb kann der Kanton Basel-Stadt die Heuwaage vollständig neu gestalten.
Schneller zur Arbeit
Mit der Margarethenverbindung wird das Leimental direkt an den Bahnhof Basel SBB und die Arbeitsplatzgebiete rund um Roche und den Badischen Bahnhof angebunden. Das Gundeli erhält eine zusätzliche Verbindung Richtung Wettsteinplatz und zum Badischen Bahnhof sowie eine Direktverbindung ins Leimental. Sobald die Tramlinie 17 zum S-Tram beschleunigt werden kann und nur noch einmal pro Ortschaft hält, sparen die Fahrgäste aus dem Leimental auf der Fahrt zum Bahnhof Basel SBB bis zu zwölf Minuten Reisezeit, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.
Der Bund zahlt 40 Prozent
Das Bauprojekt für die Margarethenverbindung umfasst die Tramstrecke zwischen den beiden Haltestellen Dorenbach und Margarethen, die bereits gemäß den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes umgebaut wurden. Den Großteil der Kosten von 18 Millionen Franken für die neue Tramverbindung übernimmt nebst dem Bund der Kanton Basel-Stadt (11 Millionen).
Der Anteil des Baselbiets an der Margarethenverbindung liegt brutto bei rund 900’000 Franken. Die Baselbieter Regierung hat diesen bewilligt.