Klaus Wittkämper ist tot
: Kreativer Kopf mit Ideen für die Stadtentwicklung in Weil am Rhein

Völlig unerwartet ist Klaus Wittkämper im Alter von 85 Jahren in Weil am Rhein verstorben. Elf Jahre hatte er bei Vitra als Produktmanager gearbeitet.
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dh/sc
Weil Am Rhein
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Klaus Wittkämper wurde 85 Jahre alt – das Foto zeigt ihn kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Archiv sc

In Bremen wurde Klaus Wittkämper am 6. März 1940 geboren. Sein Lebensweg führte ihn unter anderem nach Osnabrück, wo er eine Lehre zum Industriekaufmann ablegte. Sehr viel später zog es ihn ins Dreiländereck und nach Weil am Rhein. In der 3-Länder-Stadt brachte er sich bei der Stadtentwicklung mit ein. Am 13. Juli verstarb Klaus Wittkämper.

Im Weiler Kulturleben

In Weil am Rhein galt Wittkämpers Interesse neben seiner beruflichen Arbeit der Stadtentwicklung, dabei arbeitete er in einer Planungsgruppe mit. Privat hat der gebürtige Bremer gerne an Kulturveranstaltungen teilgenommen. Besuche im Basler Theater, dem Kesselhaus oder die Begleitung seiner Frau beim „Forum Grenzenlos“ gehörten ebenso zu seinem Zeitvertreib wie die Planung der Neuanlage für die Jugend in der Modelleisenbahn-AG.

Reisen mit Tonio Paßlick nach Afrika oder in den fernen Osten sind in schöner Erinnerung, berichtete er kurz vor seinem 80. Geburtstag unserer Zeitung. Der Verstorbene brachte sich zudem als Lernbegleiter für Schüler in der Leopoldschule ein. Das soziale Miteinander zum Wohle aller war ihm ein großes Anliegen.

Die frühen Jahre

Die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er in seiner Geburtsstadt. Dann wurde sein Vater aus beruflichen Gründen nach Osnabrück versetzt. Dort beendete Klaus Wittkämper die Schule, die er mit der Mittleren Reife abschloss. Es folgte der Besuch der Höheren Handelsschule und eine kaufmännische Lehre zum Industriekaufmann. In den Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerken, wo er seine Lehre absolvierte, lernte er 1967 seine Frau Brigitte kennen. Sieben Jahre später heiratete das Paar. Zwei Söhne und und weitere Nachkommen gehören zu seiner Familie.

Ins Dreiländereck

Nach den ersten Berufsjahren wechselte Klaus Wittkämper in die Auslandsabteilung einer Chemiefabrik. Danach war er bei Wella Haarkosmetik in Darmstadt tätig. Diese Anstellung führte ihn in den 1960er-Jahren nach Allschwil, womit er erstmals ins Dreiländereck kam.

Wittkämper fasste Fuß in der Möbelbranche, zuerst im Vertrieb, später als Produktmanager. Diese Arbeit brachte Reisen in die USA, zu den europäischen Messen und nach Paris mit sich. In Paris lernte er die Firma Hermann Miller kennen, von deren „Action Office“ er sofort begeistert war.

Als er in einer Zeitung las, dass Vitra einen Produktmanager sucht, bewarb er sich sofort. Elf Jahre, davon ein Jahr in München, war er als Produktmanager für das Familienunternehmen tätig. „Ein interessantes und gleichzeitig aufreibendes Leben war das“, erinnert er sich Tage vor seinem 80. Geburtstag. Mit einem Büromöbelvertrieb machte sich Klaus Wittkämper danach bis zu seiner Pensionierung selbstständig.

Leidenschaft für Design

Seine große Leidenschaft war das Konstruieren und Planen von Design, hier sei er stark durch seine Arbeit bei Vitra geprägt worden. Im Jahr 2007 war Wittkämper, das war seine letzte Arbeit, für die Planung und Umsetzung der Einrichtung im Landratsamt Rastatt verantwortlich. Auch die Möbel seiner Wohnung hatte er selbst entworfen.

Die Trauerfeier für Klaus Wittkämper mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Freitag, 8. August, ab 12 Uhr auf dem Friedhof in Weil am Rhein statt.