Nach Großbrand in Lörrach
: Landrätin Marion Dammann lobt „gelebte Menschlichkeit“

Die Spendenaktionen für die Betroffenen des Großbrands sind auf eine enorm große Resonanz gestoßen.
Von
Anita Indri-Werner
Lörrach
Jetzt in der App anhören

Freuen sich über das Ergebnis: (von links) Landrätin Marion Dammann, Andreas Walter (Lasser Brauerei), Peter Geiselhart alias Peter Reimtgut, Angelika Mauch (Familienzentrum), Mick Gäntzel (Drei König) sowie Mauro Sabbatini und Heike Gerhard von der Barbara Carl Stiftung

Anita Indri-Werner

„Die Aktion ist großartig, sie zeigt, dass Menschen, die in Not geraten sind, durch andere Menschen aufgefangen werden“, sagte Landrätin Marion Dammann bei der Auszählung der Spenden am Sonntag in der Taverne im „Drei König“.

Lob für die Hilfe von Mensch zu Mensch

Die Ämter könnten auch helfen, aber die Hilfe von Mensch zu Mensch, das sei einfach großartig. „Das ist gelebte Menschlichkeit in einer Zeit, die teilweise kalt ist“, stellte die Landrätin fest.

Und das Ergebnis der Auszählung war  überwältigend. Innerhalb von drei Tagen wurden 35 967,50 Euro, 389,10 Schweizer Franken und unterschiedliche Gutscheine im Wert von 1250 Euro gespendet. Dazu kommen diverse Gutscheine ohne einen genannten Wert, und mit Stand vom 29. Dezember zeigt das Spendenkonto zusätzlich einen Betrag in Höhe von 142 414 Euro auf.

Die Spendenaktion hat Peter Geiselhart alias Peter Reimtgut ins Rollen gebracht. 90 Prozent der Betroffenen kannte Geiselhart, da er in der Nachbarschaft wohnt. Gemeinsam mit Angelika Mauch vom Familienzentrum und  Mick Gäntzel vom Drei König wurde die Spendenaktion koordiniert. Gäntzel, dem Geiselhart durch viele soziale Projekte verbunden ist,organisierte eine spontane Aktion: In der Taverne im Drei König,  dem Restaurant von Gäntzel, wurden drei Tage lang Spenden gesammelt (wir berichteten). Viele freiwillige Helfer waren an diesen drei Tagen vor Ort und unterstützen das Trio. „Das Signal der Nächstenliebe ist überwältigend“, sagte Geiselhart. „Das ist der Wahnsinn“, rief Mick Gäntzel begeistert nach der Auszählung aus. Auch Angelika Mauch und ihr Team vom Familienzentrum gleisten eine Hilfsaktion auf.

Dass so viel bewegt werden konnte, zeige eines: „Wenn es darauf ankommt, stehen die Menschen zusammen.“

Resonanz überrascht selbst die Initiatoren

Lob gab es für das gute Miteinander, die guten Gespräche und die Kooperation mit Peter Geiselhart und Mick Gäntzel. Während die vielen Scheine unter der Aufsicht von Mauro Sabbatini von der Barbara Carl Stiftung ausgezählt wurden traf Andreas Walter von der Brauerei Lasser ein. Auch er freute sich über das beachtliche Ergebnis der dreitägigen Aktion. „Hier haben junge Menschen Verantwortung übernommen und etwas getan“, stellte Walter fest. Gemeinsam mit der Barbara Carl Stiftung werde die Lasser Brauerei entstandene Kosten hälftig übernehmen.

Gefragt, wie er sich nach dieser Spendenaktion fühle, antwortete Mick Gäntzel: „Ich bin total emotional, ich musste es einfach tun.“ Dies sei nicht die erste Benefizveranstaltung für ihn gewesen, aber die Resonanz, die sich bereits nach zwölf Stunden abzeichnete, habe er nicht erwartet. „Das ist unfassbar“, stellte Gäntzel fest.

Wie es mit den Geldern weitergeht

Laut der Barbara Carl Stiftung werde derzeit geprüft, wie die Geldverteilung vonstatten gehen soll. Vielleicht wird da die Stadt noch ins Boot geholt. Die Stiftung selbst ist gerne als Unterstützer mit im Boot, darf aber Gelder nur an Institutionen geben, nicht an Einzelpersonen, sonst müsste sie auch Spendenbescheinigungen ausstellen, und das dürfe sie nicht.