Wohnen in der Region: Mieterfluktuation bei der Wohnbau Lörrach auf Rekordtief

Wohnbau-Quartier in Lörrach: das Areal „Conrad“
Marco FrauneDie Wohnungsmarktsituation bleibe angespannt – eine Situation, die „politische Sprengkraft“ berge, erklärt die Wohnbau in ihrem Bericht für das Jahr 2024.
Letztlich ließen sich die Probleme nur durch verstärkten Wohnungsneubau lösen, was angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen schwierig sei. Voraussichtlich könne der Bedarf an Wohnungen in den nächsten Jahren nicht gedeckt werden.
Anzahl der vorgemerkten Interessenten gesunken
Die Zahl der vorgemerkten Mietinteressenten bei der Wohnbau Lörrach ist leicht gesunken auf 2679 Haushalte in Lörrach und 678 Haushalte in Schopfheim. Dieser Rückgang sei auf eine Software-Umstellung zurückzuführen, die zu einer Bereinigung der Interessentendaten geführt habe.
Die meisten Interessenten wohnen in Lörrach, Schopfheim oder Umgebung. Außerhalb des Landkreises wohnen lediglich rund elf Prozent.
Die nachgefragten Haushaltsgrößen
Die größte Nachfrage besteht weiter bei Ein- und Zwei-Personenhaushalten. In beiden Städten bilden diese kleinen Haushalte rund 65 Prozent der Nachfrage ab. Ein-Zimmer-Wohnungen wurden indes weniger gesucht, auch die Anfragen nach Drei-Zimmer-Wohnungen gingen zurück. Dafür stieg das Mietinteresse für Zwei-Zimmer-Wohnungen..
Die Mieten bei der Wohnbau Lörrach
Die Sollmieten der Wohnbau Lörrach konnten im Jahr 2024 um rund 1,11 Millionen Euro gesteigert werden. Der Anstieg lässt sich zurückführen auf Wohnungsbezug in Neubauten, die Anmietung neuer Mieteinheiten sowie durch Mieterhöhungen im Bestand.
Die monatliche Durchschnittsmiete der Wohnungen beträgt 7,55 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche. „Obwohl die Qualität unseres Bestands durch Neubau und Sanierung verbessert wurde, sind die Mieten in den letzten zehn Jahren lediglich um 23,8 Prozent gestiegen, also weniger als die Verbraucherpreise mit 26,9 Prozent Anstieg in der gleichen Zeit“, erläutert die Wohnbau.
Rund 94 Prozent ihrer Wohnungen könnten von Grundsicherungsbeziehern oder Bürgergeldempfängern gemietet werden: „Der Quadratmeterpreis von rund 61 Prozent unserer Wohnungen liegt unter 7,50 Euro und die Mieten von rund 63 Prozent unserer Wohnungen unter 550 Euro.“
Mietausfälle im vergangenen Jahr
Angestiegen sind die Mietausfälle im Jahr 2024. Sie entstanden, weil etwa 25 Tiefgaragenstellplätze sowie rund 60 offene Stellplätze nicht vermietet werden konnten. Außerdem entstünden bei Mieterwechseln in der Regel kurze Leerstandsphasen. Nachfragebedingt habe es dagegen keine Wohnungsleerstände gegeben. Und: Auch im Jahr 2024 hätten Großsanierungsmaßnahmen und Wohnungsmodernisierungen zu Mietausfällen geführt.
Die Mieterfluktuation in den Wohnbau-Wohnungen
Die Mieterfluktuation habe im vergangenen Jahr einen „bemerkenswerten Tiefpunkt“ erreicht. Dieser Rückgang sei auf die außergewöhnlich angespannten Verhältnisse am Wohnungsmarkt zurückzuführen. Noch im Jahr 2010 lag die Fluktuationsrate bei 11,1 Prozent. Nun liege sie bei 5,8 Prozent: „Ein Rekordtief.“