Michael Schulte & Co. in Weil
: Peter Spörrer: „Der Erfolg spornt an“

Im Kulturamt Weil am Rhein wurde damit gerechnet, dass ein Name wie Michael Schulte „die Menschen anzieht“. Entsprechend hatte sich die 3-Länder-Stadt als Veranstalter vorbereitet.
Von
Veronika Zettler und Daniel Hengst und pm
Weil Am Rhein
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Kurz vor 20.30 Uhr am Samstag, der Rathausplatz füllt sich immer mehr. Der Auftritt von Michael Schulte steht bevor.

zVg/Oliver Welti

Michael Schulte hat am Samstagabend beim 3-Länder-Stadt Festival (3LSF) alle Rekorde gebrochen und die Kapazitätsgrenze des Rathausplatzes gesprengt. Ab dem Beginn seines Konzerts musste der Zugang zum Platz durch Sicherheitskräfte reguliert werden. Rein kam man nur noch, wenn jemand anderes den Platz verließ.

Planbar sei dieser Erfolg nicht gewesen, teilt Kulturamtsleiter Peter Spörrer auf Anfrage mit. „Ein Name wie Michael Schulte, dass der die Menschen anzieht, davon konnten wir ausgehen.“ Entsprechend waren die Vorbereitungen. Für den eingetretenen Fall standen Absperrgitter bereit. „Dass es so viel werden“ habe schon überrascht. „Wir freuen uns darüber“, sagt Spörrer. Die Vorbereitungen für den Erfolg haben ausgereicht.

Darauf angesprochen, ob mit Michael Schulte nicht „schlafende Hunde“ geweckt wurden und das Publikum im kommenden Jahr einen vergleichbaren Hochkaräter erwartet, muss Spörrer etwas lachen. „Wir haben die Anzahl der Bands am Abend um eine verringert. Das bedeutet, die einzelnen Gruppen können länger spielen, nicht nur 45 bis 60 Minuten. Es bedeutet aber auch, wir sparen bei den Gagen.“ In diesem Jahr war es nicht so, dass dieses Geld nicht ausgegeben wurde. „Wir haben diese frei gewordenen Mittel für Michael Schulte ausgegeben“, erklärt der Kulturamtsleiter. Wie sich die wirtschaftliche Lage insgesamt, aber auch die des städtischen Haushalts entwickle, bleibe abzuwarten.

2026 nicht spruchreif

Für Spörrer ist klar: „Der Erfolg spornt an.“ Es gebe sicherlich viele Ideen, bislang sei aber nichts spruchreif. „Wir können noch keine Bandnamen nennen, wie zum Beispiel in Lörrach.“ Er sei aber zuversichtlich, meint Kulturamtsleiter Spörrer.

Der Rathausplatz und die Gebäude bilden zusammen mit der untergehenden Sonne eine besondere Kulisse für das 3LSF.

Foto: zVg/Oliver Welti

Ein Pfund ist sicherlich, dass der Eintritt beim 3LSF frei ist. Dadurch gibt es aber keine Besucherzählung. „Für das Festival können keine exakten Besucherzahlen erhoben werden.“ Anhand von Luftbildaufnahmen und Schätzungen von Sicherheitsexperten waren allein beim Konzert von Michael Schulte jedoch mehrere Tausend Menschen gleichzeitig auf dem Rathausplatz, wobei zu diesem Zeitpunkt auch der Sparkassenplatz und die Vereins-Meile gut besucht waren.

Bemerkenswert war die Diversität des Publikums. Eltern mit kleinen Kindern, Jugendliche, junge Erwachsene, Menschen mit Behinderung und Senioren kamen in der Innenstadt zusammen, um gemeinsam die zahlreichen Auftritte zu erleben.

„TechnoBrass“ aus Rio de Janeiro sorgte für Stimmung auf dem Rathausplatz.

Foto: zVg/Oliver Welti

Neu war in diesem Jahr die Erweiterung des musikalischen Spektrums auf Pop und Techno. Letztgenanntes Genre wurde durch „TechnoBrass“ bedient, eine siebenköpfige Formation aus Rio de Janeiro, die zu einer atmosphärischen Lichtshow pulsierende Beats auf den Rathausplatz und das Publikum zum Tanzen brachte. Weitere musikalische Höhepunkte waren die Auftritte von „Luca Bassanese & La Piccola Orchestra Popolare“ (I) sowie „Les Yeux d’la tête“ (F). Beide Bands verstanden es hervorragend, das Publikum zu involvieren und für eine fröhliche und friedliche Atmosphäre zu sorgen.

„Les Yeux d’la tête“ zog viele Besucher aus Frankreich an.

Foto: zVg/Oliver Welti

Rund um das Konzert von „Les Yeux d’la tête“ wurde besonders deutlich, dass es gelingt, auch Menschen aus dem Nachbarland anzuziehen. Viele im Publikum unterhielten sich bei diesem Auftritt auf Französisch, heißt es in einer Mitteilung des Kulturamts.

„Die Stimmung war bei allen Auftritten einfach toll“, fasste Spörrer seine Eindrücke zusammen. Nicht nur das: Auch die beteiligten Vereine hätten sich bislang positiv geäußert. Bereits am Freitagabend meldeten drei von ihnen für ihre Speisen: „Ausverkauft“. Trotz ein paar Regentropfen hier und ein paar Schauern da, sei der Besucherandrang stärker gewesen als noch im vergangenen Jahr. Besonders gelungen fand Spörrer, wie stimmungsvoll an beiden Abenden der Übergang von lokal verwurzelten Formationen zu prominenten Größen gelungen sei.

Unterschiedliche Nationen

Auch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker zeigte sich begeistert: „Trotz zeitweisem Regen war die Stimmung außerordentlich gut. Ich selbst habe den Rathausplatz noch nie so voller Menschen gesehen wie beim Konzert von Michael Schulte.“

Peter Spörrer (von links) und Diana Stöcker ließen sich zusammen mit Michael Schulte fotografieren.

Foto: zVg/Oliver Welti

„Es ist klasse, dass wir mit dem 3LSF die Innenstadt beleben und so viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen zusammenbringen können! Dazu trägt auch der freie Eintritt bei. Das 3LSF ist für alle da – für unsere Bürger, aber auch für Gäste aus der Region, der Schweiz sowie Frankreich.“

Gutes tun im Blick

Als einer von 17 Vereinen beteiligte sich der Lions Club Weil am Rhein am 3-Länder-Stadt-Festival. „Wir sind zum dritten Mal mit dabei“, berichtet Andreas Remdt, seit Juli dieses Jahres Präsident der Lions.

Andreas Remdt ist Präsident des Lions Club Weil am Rhein, der mit einem Stand am 3LSF beteiligt war.

Foto: Veronika Zettler

Das Engagement beim Festival bereitete dem Team der Lions sichtlich Freude: „Mit dabei zu sein, macht einfach Spaß“, brachte es der Präsident auf den Punkt. Auch für den kommenden Sommer ist das Mitwirken beim Festival bereits eingeplant.