Mehr als 5500 Unterschriften: Wunsch ist klar - Neuenburgs Hallenbad soll erhalten bleiben

Weit mehr als 5600 Unterschriften aus der von DLRG und Schwimmgemeinschaft initiierten Petition zum Erhalt des Neuenburger Hallenbads übergab Alexander Schropp (DLRG) an Bürgermeister Jens Fondy-Langela (links).
Volker MünchEs war kurz vor dem offiziellen Beginn der Sitzung des Neuenburger Gemeinderats, als die Initiatoren der Online-Petition offiziell die bisher abgegebenen Online-Unterschriften an Jens Fondy-Langela übergeben hatte. Zuvor kündigte dieser dem Ratsgremium an, dass er die Unterschriftensammlung gerne vor dem offiziellen Beginn der Sitzung entgegennehmen wolle.
Dabei verwies er auf seine Aussagen bei der Einwohnerversammlung zu diesem Thema: „Ich denke, ich habe bereits bei dieser Veranstaltung die Argumente des Petitionsinhalts wiedergegeben. Wir wissen um die Wichtigkeit des Hallenbads, was allerdings auch zeigt, wie schwierig unsere Situation ist.“
Der Bürgermeister betonte, es sei in Sachen Hallenbad noch nichts entschieden. Vielmehr wolle der Gemeinderat die Themen, die zur Konsolidierung des Haushalts beitragen sollen, in einer Klausurtagung in den kommenden Tagen diskutieren. Das Hallenbad sei eines von vielen anderen Themen, die zur Diskussion stünden und je nach Entscheidung auch der Bevölkerung „wehtun“ könnten.
„Deshalb fällt es uns wirklich schwer, entsprechende Entscheidungen in der Folge der Klausurtagung fällen zu müssen“, erklärte Fondy-Langela. Er sicherte aber zu, der Gemeinderat werde bei der Behandlung der Themen mit Bedacht vorgehen.
Die Bedeutung betont
Vor der Übergabe hatte Alexander Schropp von der DLRG-Ortsgruppe Müllheim/Neuenburg nochmals die Wichtigkeit des Hallenbads sowohl für die Ausbildung der Wasserrettung, die politisch immer wieder geforderte Ausbildung der Schwimmanfänger als auch für den Vereins- und Schulsport unterstrichen.
Karlheinz Schlegel, Verantwortlicher und Trainer der Schwimmabteilung des TV Neuenburg und der Schwimmgemeinschaft Badenweiler, Müllheim und Neuenburg, fügte später unter Bürgerfragen an, dass es wohl möglich sei, auch ohne „große Lösung“, sondern in kleinen Schritten notwendige Reparaturen und Sanierungen vornehmen zu können. Er forderte, den „Begehungsbericht“, der in der Öffentlichkeit oft mit einem Gutachten verwechselt werde, öffentlich zu machen. Der Unterschied zwischen beiden Dokumenten sei, so erklärte es später Fondy-Langela, dass ein Begehungsbericht nur erste Probleme aufzeige und ein grundsätzliches Handeln notwendig mache.
Der erwähnte Begehungsbericht sei von einem Statiker verfasst worden und erfülle selbstverständlich nicht die Aussagekraft eines umfangreichen und rechtsverbindlichen Gutachtens zum kompletten Umfang einer Sanierung.
Keine konkreten Zahlen
Allerdings habe sich die Stadtverwaltung bei anderen Kommunen zum Aufwand und zu den Kosten erkundigt, die in der jüngsten Vergangenheit ihre Hallenbäder – möglichst vergleichbar mit der Neuenburger Einrichtung – saniert hätten. Deshalb gehe die Stadtverwaltung davon aus, dass ein zweistelliger Millionenbetrag für eine Generalsanierung durchaus „eine Hausnummer“ sein könne. Der Bürgermeister warnte in dieser Phase der Debatte aber vor irgendwelchen kursierenden Zahlen.
Fondy-Langela brachte in diesem Zusammenhang eine Besichtigung des Hallenbads durch den Gemeinderat ins Spiel, bei der „auch in die Tiefe der Katakomben“ des Hallenbads hinabgestiegen und dort die Technik betrachtet werden könne.