Mahnwache in Lörrach
: Die Amnestygruppe Lörrach rückt den Krieg in Gaza in den Fokus

Aktion von Amnesty in Lörrach: Die leidenden Menschen in Gaza, die Geiseln der Hamas, die Angehörigen der Opfer: Sie alle stehen im Fokus einer Mahnwache.
Von
Gabriele Hauger
Lörrach
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2023 hielt Amnesty eine Mahnwache für die Frauen im Iran (links Ulrike Schäfer).

zVg/Schumacher

Die Mahnwache findet am Samstag, 5. Juli, ab 12 Uhr am Hirschenbrunnen vor der Galeria statt. Sie richtet sich gegen jegliche Gewalt, wie die Gruppensprecherin von Amnesty Lörrach, Ulrike Schäfer, auf Nachfrage betont. Die Aktion wende sich gegen die Gewalt der Hamas gegenüber Israel, aber auch gegen die Gewalt des israelischen Militärs und die Zerstörung im Gazastreifen, die Vertreibung und Tötung der Menschen sowie das Vorenthalten von Wasser und Lebensmitteln, erklärt Schäfer. „Wir müssen da endlich hinschauen, reagieren und Druck auf die Politik ausüben“, begründet sie die geplante Aktion.

Petition an Regierung

Mit einer Petition wollen sich die Akteure von Amnesty Lörrach an die Bundesregierung wenden, sich bei allen Maßnahmen am Völkerrecht zu orientieren. Sie wollen ein deutliches Zeichen der Menschlichkeit setzen und Mitgefühl einfordern. Sie selbst sei weder für noch gegen Israelis oder Palästinenser, betont Schäfer, denn: „Für alle gelten die gleichen Menschenrechte.“

„Was kann ich tun?“

Zum harten Kern der Lörracher Amnestygruppe gehören fünf Aktive, die bereits 2023 eine ähnliche Aktion aufgegleist hatten: Damals für die Befreiungsaktion der Frauen im Iran, erzählt Ulrike Schäfer.

Aktuell treibt sie alle besonders die Situation in Gaza um. Auch aus der Bevölkerung seien sie angesprochen worden, ob man nicht ein Zeichen setzen solle. „Viele beschäftigt das Thema.“ Denn die meisten Menschen fühlten angesichts des Elends große Hilflosigkeit. „Was kann ich tun?“, ist eine Frage, die sie und viele andere beschäftige.

Schäfer ist klar, dass die Aktion „nicht ohne“ ist. Denn die Situation sei aufgeheizt. Geplant ist daher auch keine lautstarke Demo, sondern eher ein stilles Gedenken und Mahnen mit entsprechenden Schildern, die die Einhaltung des Völkerrechts einfordern.

Keine Hetze

Außerdem werde für ein Verbot von Rüstungsgütern in den Nahen Osten plädiert. „Jeder kann kommen und auch eigene Plakate mitbringen“, erklärt Schäfer. Nicht erwünscht sind Schilder mit hetzendem Inhalt. Sollten aggressive Parolen geäußert werden, wolle man ruhig auf die Personen zugehen und ins Gespräch kommen. Nütze dies nicht, werde man sie zum Verlassen der Mahnwache auffordern. „Ich komme gerne mit den Menschen ins Gespräch, auch bei konträren Auffassungen“, sagt Schäfer. Ob es Mut dazu brauche? Zumindest eine selbstbewusste Freundlichkeit, findet sie.

Gut vernetzt

Es sei schwer einzuschätzen, wie viele Mitstreiter am Samstag kommen. Vergangenes Jahr waren es rund 15 – und es kam zu vielen Gesprächen. Schließlich sei die Amnestygruppe in Lörrach auch sehr gut vernetzt: mit den Grandparents for Future, 5 vor 12 oder der Schubert-Durand-Stiftung. Der Ort der Mahnwache sei ideal: Viele Passanten würden an dieser zentralen Stelle auf ihr Anliegen aufmerksam.

Seit 17 Jahren ist Ulrike Schäfer bei Amnesty engagiert. Das koste viel Zeit und Energie, erzählt sie. Aber: „Wenn ich lese, was in dieser Welt vorgeht, habe ich das Gefühl, ich muss etwas tun.“

Auf einen Blick

Die Mahnwache
der Lörracher Amnestygruppe findet am Samstag, 5. Juli, 12 Uhr, beim Hirschenbrunnen vor der Galleria statt.