Märchenerzähler in Weil am Rhein
: Erzählungen drehen sich um die schönste Sache der Welt

„Liebe, Lust und Leidenschaft“ unter diesem Motto fand eine Erzählrunde im Domhofgarten der Weiler Märchenerzähler statt.
Von
Anita Indri-Werner
Weil Am Rhein
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Im Domhof wussten die Weiler Märchenerzähler mit ihren Geschichten um „Liebe, Lust und Leidenschaft“ zu gefallen.

Anita Indri-Werner

Eine illustre Zuhörerrunde hatte sich eingefunden.  In der Mitte eine Kerze, um die im Kreis die Zuhörer saßen und den „erotischen Geschichten“ lauschten. Aus unterschiedlichen Zeiten und Stilen gaben die Märchenerzähler spannendes, interessantes und witziges zu hören.

Mit einem spätmittelalterlichen Gedicht von Walter von der Vogelweide eröffnete Claudia Schmalz-Pfennigsdorf den Reigen der Liebes- und Erotikgeschichten. Angelika Schilling katapultierte die Zuhörer in die Jetztzeit.

Nach der Trennung von ihrem Freund, so die Geschichte, verliebte sich eine junge Frau in ihren neuen Nachbarn. Ein verliebt sein im Kopf mit Fantasien, gepaart mit dem Wunsch, dass dieses verliebt sein erwidert werde. Selbst im Traum wird Leidenschaft erlebt.

Nicht einfache Beziehung

Der Versuch, Kontakt zu dem Nachbarn aufzunehmen scheitert einige Male. Dann stellt sicher heraus, der junge Mann liebt einen Mann.

Nun denn, am Ende wird doch noch alles gut. Zwar nicht so, wie es sich die junge Frau gewünscht hatte, aber es entstand mit der Zeit eine schöne dreier Freundschaft zwischen den beiden Männer und der Frau.

Liebesgeschichte von Poe?

Mit einem kurzen Gedicht über die „Liebe einer Katze“ erheiterte Hildegard Vierhuff die Zuhörer. „Vor langer Zeit in Padova“, Claudia Schmalz-Pfennigsdorf zeigte in ihrer Geschichte vom Studenten aus Padova auf, wie Widrigkeiten das Verlangen nach der Geliebten auslöschen können. Eher ruhig war die Geschichte von Hildegard Vierhuff, die von einer Reise nach Florenz erzählte: Eine schöne Frau erscheint regelmäßig im Kleiderschrank, um mit einem Reisenden zu sprechen. Nun, wer dachte, diese etwas gruselige Erzählung sei von Edgar Allen Poe, der täuschte sich. Thomas Mann war es, der sich diese etwas morbide Geschichte ausgedacht und niedergeschrieben hatte. – Welche Verwirrung eine umgestellte Wiege auslösen kann, wusste Renate Bingert zu berichten. Ein Liebhaber, dessen Freund, eine Tochter, deren Mutter und Vater, sie alle fanden durch Täuschungen ein erotisches Abenteuer und schließlich ihre Zufriedenheit.  

„Mörderische Liebe“ oder „Ich habe dich zum Fressen gerne“, darüber wird am 16. September im Kesselhaus zu hören sein, verkündete Hildegard Vierhuff nach diesem unterhaltsamen Abend abschließend.