Lörracher Innenstadt: Nachfolge für Engel-Apotheke gesucht – Birger Bär: Es wird nicht einfach

Die Ladenfläche am Engelplatz ist von Birger Bär aufgrund einer negativen Ertragslage und fehlender Perspektive aufgegeben worden.
Marco FrauneEin Weiterbetrieb der Engel-Apotheke hat sich für Bär nicht gerechnet. „Die Ertragslage war negativ“, erklärt der Apotheker im Gespräch mit unserer Zeitung. Daher hält er sich mit einer positiven Bewertung einer schnellen Nachnutzung der 152 Quadratmeter großen Verkaufsfläche zurück. „Es wird nicht einfach.“
Das beauftragte Immobilienmaklerbüro bewirbt aktuell eine „attraktiv gelegene Ladenfläche in Lörracher Zentrumsnähe“ – stellt zudem die Nähe zum Bahnhof und die vier Stellplätze vor dem circa 1967 erbauten und etwa 1999 umfassend renovierten Gebäude hervor. „Gegenüber des Objektes befinden sich Seniorenwohnungen, wodurch sich eine Nutzung als Apotheke optimal anbietet“, heißt es.
Bär übt deutliche Kritik
Apotheker Bär verweist hingegen auf ein Apothekensterben. Als einen Verursacher hat er Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ausgemacht. „Ich bin ein Gegner von Lauterbach.“ Dieser schade der Arzneimittelversorgung in Deutschland in der Fläche.

Birger Bär betreibt noch zwei Apotheken in Lörrach.
Foto: zVgSchon vor etwa zwei Jahren hatte Bär die Trämli-Apotheke in Weil am Rhein geschlossen, Mitte dieses Jahres nun angesichts schlechter wirtschaftlicher Daten die Engel-Apotheke. Zuletzt seien hier noch zwei Mitarbeiter tätig gewesen. Allgemein beschreibt er die Zeiten als schwierig. Die Politik müsse Veränderungen vornehmen, wenn sie die dezentrale Arzneimittelversorgung sicher stellen wolle.
„Gesund geschrumpft“
Den Arzneimittel-Versandhandel bewertet Bär kritisch – besonders unter Umweltaspekten. So gebe es unnötige Leerfahrten. Daher fordert der Lörracher fünf Euro als Umweltabgabe.

Die Nähe zum Seniorenzentrum wird vom Maklerbüro angeführt.
Foto: Marco FrauneBär betreibt noch zwei weitere Apotheken in Lörrach – die Mozart-Apotheke im Nordwesten der Stadt und die Hirsch-Apotheke im Galeria-Gebäude. „Damit bin ich gesund geschrumpft.“ Statt vormals knapp 40 Mitarbeiter beschäftigt Bär nur noch 20 Mitarbeiter. „Mehr Mitarbeiter heißt nicht mehr unternehmerischer Erfolg.“
Keine neuen Apotheken
Gleichzeitig steht für ihn fest, dass die Aufgabe von zwei der vormals vier Apotheken nicht mit seinem politischen Einsatz zu tun hat. Der Corona-Maßnahmen-Kritiker und neu für die „Bürger für Lörrach“ in den Stadtrat eingezogene Apotheker betont: „Den Rückgang sehe ich nicht im Zusammenhang mit meinem politischen Engagement.“
Die Hirsch-Apotheke bezeichnet Bär als „Flaggschiff“, die beiden Apotheken seien Standorte, mit denen er nun gut leben könne. Eine Neugründung oder Übernahme einer weiteren Apotheke könne er sich aktuell auch nicht vorstellen. Derzeit gebe es seines Wissens nach auch noch insgesamt 16 Apotheken in der Stadt Lörrach.