Lörrach: Von der Textilindustrie zum Quartier

Eine Delegation aus Lörrach besuchte das Areal der elsässischen Textilfirma DMC in Mulhouse. Die Firma war bis 1999 auch Eigentümerin der Lörracher Textilfirma KBC.
Wirtschaftsförderung Lörrach GmbH/Marina KeßlerFabian Jordan, Präsident von m2A, und Bürgermeisterin Michèle Lutz sprachen die Einladung an die Lörracher Delegation aus. Organisiert wurde die Reise von der WFL Wirtschaftsförderung Lörrach in enger Abstimmung mit den Kollegen in Mulhouse, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Lörrach.
Austausch über Ländergrenzen hinweg
Ziel des Besuchs war der grenzüberschreitende Austausch über die Entwicklung des ehemaligen Textilindustrieareals der Firma DMC (Dollfus Mieg & Cie), die von 1970 bis 1999 auch Eigentümerin der Lörracher Textilfirma KBC war. Die Stadt Mulhouse und die Mulhouse Alsace Agglomération (m2A) haben das 13 Hektar große Gelände im Jahr 2007 erworben und seither hin zu einem vielseitig genutzten, identitätsstiftenden Quartier mit kreativer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Strahlkraft entwickelt, heißt es.
Vielseitige Nutzung der einstigen Industriefläche
Ein Höhepunkt des Programms sei die Begrüßung durch Michèle Lutz, Bürgermeisterin der Stadt Mulhouse, gemeinsam mit Roland Onimus und Laurent Riche, Vizepräsidenten der m2A, gewesen. Die Lörracher Delegation erhielt in mehreren Stationen Einblicke in unterschiedliche Projekte auf dem DMC-Areal. So ging es unter anderem zur die Kletter- und Boulderhalle Climbing Mulhouse Center (CMC), mit 25 Metern Höhe die höchste Kletterhalle Frankreichs, vorgestellt von Präsident Bruce Coll. Auch die Künstlerateliers Motoco im Gebäude 75, ein Ort für mehr als 140 Kreativschaffende, präsentiert von Direktorin Martine Zussy, stand auf dem Programm.
Das Produktionsgebäude Nr. 62, das für eine gemischte Nutzung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Grünflächen vorgesehen ist, erläutert von den Architekten Guillaume Delemazure und Benoit Loos, bildete eine Station des Rundgangs. Auch die Kunstgalerie Valérie Cardi und das Studio 7K im kreativen Village d’Activités hätten die Teilnehmer beeindruckt.
Einladung nach Lörrach ausgesprochen
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen im Maison du Territoire in Sausheim, das den offenen Austausch zwischen deutschen und französischen Fachleuten weiter vertiefte. „Die Begegnungen in Mulhouse waren außerordentlich herzlich und zugleich inhaltlich sehr bereichernd“, wird Oberbürgermeister Jörg Lutz zitiert. „Die beeindruckende Entwicklung des DMC-Areals zeigt eindrucksvoll, wie ein ehemals industriell genutztes Gelände mit Mut, Kreativität und Weitblick zu einem Ort mit neuer Bedeutung für Stadt und Gesellschaft werden kann. In Mulhouse wie in Lörrach teilen wir das Ziel, aus Transformationsarealen lebendige, zukunftsfähige Stadträume zu gestalten – und dabei unsere gemeinsame industrielle Vergangenheit, die lange Geschichte der Textilindustrie bewusst mit einzubeziehen.“
Im Gegenzug hat die Lörracher Seite die französischen Partner zu einem Besuch nach Lörrach eingeladen, um vor Ort die Entwicklungen im Innocel-Quartier und die Planungen für das Lauffenmühle-Areal vorzustellen.