Lörrach: Schulen realitätsgerecht aufstellen

Die Stadtratsfraktion der Grünen hat vor den Sommerferien die Neumattschule besucht.
Kristoff MellerDort wurde sie von Schulleiter Günter Streit über das „Startchancen“-Programm informiert, für das die Schule 2024 ausgewählt wurde. Ziel des Programmes ist es, sozial benachteiligte Schüler durch geeignete Mittel wie zusätzliche Sprachförderung und Ergotherapie zu unterstützen, teilt die Fraktion mit.
Zum Programm
Dafür stellt das Land über zehn Jahre hinweg gesamthaft etwa eine halbe Million Euro für zeitgemäße und förderliche Lernumgebungen zur Verfügung, wobei die Stadt zum Abruf der Fördergelder weitere 30 Prozent beisteuern muss. Außerdem erhält die Schule pro Jahr zusätzlich rund 70 000 Euro für Schul-und Unterrichtsentwicklung sowie multiprofessionelle Teams. Mit einem Migrationsanteil von 85 Prozent habe die Neumattschule großen Bedarf insbesondere an ergänzendem Sprachunterricht und unterstützenden Maßnahmen bei Basisfähigkeiten wie Schreiben, Lesen, Rechnen und angemessenen Sozialkompetenzen, heißt es.
Unwägbarkeiten benannt
Unwägbarkeiten beim derzeit laufenden Lörracher Schulentwicklungsprozess sowie bürokratische Hürden bei der Bemessung der Raumprogramme bremsen seine auf Umsetzung wartenden Pläne immer wieder aus, legte der Schulleiter dar.
Nachbesserung gefordert
Die Grüne Fraktion sieht hier Nachbesserungsbedarf in verschiedener Hinsicht. Einerseits müsste die finanzielle Basisausstattung von Schulen und Schulträgern sowohl in personeller als auch räumlicher Hinsicht grundsätzlich verbessert werden. Zusatzprogramme wie „Startchancen“ sind laut Mitteilung zwar hilfreich, können aber kaum mehr als besonders eklatante Probleme ansatzweise abfedern und verursachen darüber hinaus viel bürokratischen und organisatorischen Zusatzaufwand bei eher begrenzter Planungsperspektive.
Andererseits erscheint es den Grünen wichtig, dass alle Akteure – sowohl Land als auch Kommune – ihre Anstrengungen vergrößern, ihre Schulen realitätsgerecht aufzustellen, die Ressourcen den Herausforderungen anzupassen und mehr Flexibilität für angemessene Vorortlösungen zuzugestehen.
Viele Fragen stellen sich für die Fraktion auch mit Blick auf den Lörracher Schulentwicklungsprozess: Welche Schule soll in der Neumattschule zusätzlich angesiedelt werden? Welche baulichen Aufwendungen werden dazu notwendig und möglich sein und wie werden die beiden Schularten organisatorisch auf dem Gelände zusammengeführt? Diese Fragen gelte es zu klären.