Lörrach: Er ist dann mal weg

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Die OberbadischeVon Guido Neidinger
Das Restaurant am Burghof steht vor einem Pächterwechsel. Mit einem besonderen Angebot verabschiedet sich Michael Rosskopf in diesen Tagen von seinen Gästen.
Lörrach. Diese Überraschung ist Michael Rosskopf, der das Restaurant am Burghof seit Sommer 2011 betreibt, gelungen. Gestern und vorgestern erhielten seine Stammgäste und Freunde eine E-Mail. Unter der Überschrift: „Wir gehen neue Wege und verabschieden uns von Ihnen zum 25.8.2017“ lädt Rosskopf alle seine Gäste zu einem Vier-Gang-Überraschungs-Menü inklusive aller Getränke für 50 Euro ein. Geöffnet hat das Restaurant für diese Abschiedstour jeden Abend.
„Die E-Mail war kaum raus, schon trudelten die ersten Tischbestellungen ein“, freut sich Rosskopf über die große Resonanz. Für kommenden Samstag sind bereits alle Plätze belegt. Und weil der Andrang so groß ist, hat Rosskopf sofort um einen Tag bis Samstag, 26. August, verlängert.
Einen solchen Zuspruch hätte sich der passionierte Koch in den vergangenen Jahren immer gewünscht, nachdem er das Restaurant direkt neben dem Burghof übernommen hatte. Aber das war nicht so. „Es ist nicht so gut gelaufen wie erwartet“, macht Rosskopf kein Hehl aus seiner Enttäuschung. Weil die Tische zu häufig unbesetzt blieben, änderte er die Öffnungszeiten und setzte verstärkt auf das Mittagsgeschäft. An sieben Tagen öffnete er über Mittag und abends nur noch freitags und samstags. Das war nach seinen Worten auch ein Versuch, mit einem geringeren Personalaufwand klar zu kommen.
„Aber auch das wurde leider nicht angenommen“, rätselt Rosskopf über die Gründe. Einen macht er bei sich aus: „Ich stehe in der Küche, gehe auch während der Arbeit nicht so gerne raus, sodass im Restaurant der Gastgeber fehlte, auch wenn die Mitarbeiter einen guten Job gemacht haben.“
Als zunehmend problematisch hat sich nach seiner Einschätzung die Konstellation innerhalb des gesamten Hauses erwiesen: „Es fehlte an einem schlüssigen Gesamtkonzept.“ So habe sich die Bar im Erdgeschoss, die unter anderer Führung steht, zu einer Location für eher junges Publikum entwickelt. Seiner Bitte, das angeschlossene Hotel ebenfalls zu übernehmen und ein stimmiges Konzept für Restaurant und Hotel zu entwickeln, habe der Hauseigentümer leider abgelehnt. Dafür aber ließ er Rosskpf ein Jahr früher als vereinbart aus dem Pachtvertrag heraus. „Dafür bin ich ihm dankbar. Das hätte er nicht machen müssen.“
Wenn das Kapitel Restaurant am Burghof für Rosskopf in wenigen Tagen abgeschlossen ist, will er sich bis Ende des Jahres auf privates Catering konzentrieren und sich in dieser Zeit nach einem neuen interessanten Objekt in der Region umschauen.
Ob er dann wie im Burghof-Restaurant gehobene klassische Küche mit mediterran-asiatischem Einschlag anbieten will, steht noch nicht fest.
Von seinen Gästen will Rosskopf sich gebührend verabschieden. Das Überraschungsmenü, das er offeriert, werde dem Anspruch an das Restaurant gerecht, verspricht er den Gästen. Serviert wird das Menü auch als kleines Dankeschön mit Getränken aus dem noch gut bestückten Weinkeller.
Wann und wie es mit dem Restaurant am Burghof, das schon eine Reihe von Pächterwechseln zu verkraften hatte, weitergeht, ist noch nicht bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es bereits einen Nachfolger für Rosskopf. Der Hauseigentümer, ein deutsch-russischer Geschäftsmann, war gestern nicht zu erreichen.