Lörrach im Wandel
: Die Innenstadt zukunftsfähig halten

Mit finanzieller Unterstützung des Bundes aus dem Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ hat die Stadt Lörrach einen Prozess zur Innenstadtentwicklung gestartet.
Von
red
Lörrach
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Die Lörracher Innenstadt soll Strahlkraft behalten und entfalten.

Kristoff Meller

Im Projektgebiet zwischen Stadtkirche und Bonifatiuskirche hat die Verwaltung in enger Zusammenarbeit mit der Politik, mit Gewerbetreibenden, Vermietern sowie Vertretern sozialer und kirchlicher Einrichtungen Marketingmaßnahmen sowie baulich-investive Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Ziel war und ist, die Innenstadt zukunftsfähig, lebendig und klimaresilient zu gestalten, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Bei der Abschlussveranstaltung mit dem Straßenbeirat, der 2022 im Zuge des Projektes gegründet worden war, wurde jetzt im Innocel Bilanz gezogen.

Was die Verwaltung sagt

„Mit Blick auf die vergangenen vier Jahre können wir stolz sagen, dass es uns gemeinsam mit vielen Akteuren gelungen ist, konkrete Veränderungen anzustoßen und sichtbar zu machen. Mit der Gründung des Straßenbeirats haben wir ein Format ins Leben gerufen, in dem Austausch stattfindet und neue Ideen diskutiert und abgestützt werden können“, wird Oberbürgermeister Jörg Lutz zum Projektverlauf zitiert.

„Die Antragstellung für die Teilnahme an dem Bundesprogramm ‚Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ erfolgte im Herbst 2021 inmitten der Pandemie, als viele Geschäfte im Lockdown und die Straßen wie leergefegt waren“, erinnert sich Wirtschaftsförderin Marion Ziegler-Jung, die gemeinsam mit Anne Eberhardt vom Fachbereich Stadtplanung die Eckpunkte des Antrags formulierte. Im Juni 2022 erhielt Lörrach die Zusage aus Berlin zur Aufnahme in das Förderprogramm. Das Projekt startete mit der Gründung des Straßenbeirats, denn es war wichtig, gemeinsam an die Zukunft der Einkaufsstadt Lörrach zu glauben und diese Zuversicht weiterzutragen. Es folgte eine Passantenbefragung, um auch die Sicht der Kunden aufzunehmen. Mehrere Stadtspaziergänge und ein Workshop zur Entwicklung eines Gestaltungskonzeptes folgten im Herbst 2022.

Logo entworfen

Entstanden ist das Sprechblasen-Logo „Ich bin dabei!“, das in mehreren Video-Clips aus Lörracher Geschäften zum Thema „nachhaltig einkaufen“ aufgegriffen wurde. Es entstand auch ein Video-Clip bei Schuhmachermeister Thomas Granzow, der nun seine Werkstatt aufgeben muss (wir berichteten). Alle Video-Clips und auch die baulich-investiven Maßnahmen, die umgesetzt werden konnten, sind auf der Internetseite der Stadt Lörrach unter www.loerrach.de/neue_balance abrufbar. Im Rahmen der Nutzungskartierung fand bei den Vermietern und Eigentümern im Projektgebiet zwischen Stadtkirche und Bonifatiuskirche eine energetische Bestandsaufnahme statt.

Schulungen und Workshops

Um die Entwicklung der Passantenfrequenz greifbar zu machen, wurden im Projektgebiet acht Frequenzmessgeräte installiert. Da Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstädte und Zentren leisten, wurde eine Schulung für Veranstalter zum Thema Sicherheitskonzepte angeboten. Ein weiterer Workshop widmete sich dem Thema Schaufenstergestaltung. Im Sommer 2024 war der Urban Innovation Hub des Zukunftslabors Konstanz für eine Woche im Innocel zu Gast. Zahlreiche Berufsschulklassen konnten sich mit innovativen Zukunftstechnologien vertraut machen. Im Herbst 2024 fand gemeinsam mit der Polizei ein Austausch zum Thema Ladendiebstahl statt.

Veranstaltungen angeboten

Im Riesgässchen konnte ein Abendverkauf als Mikro-Event unterstützt werden, zum Herbstfest eine Deko-Aktion mit Kürbissen, zur Fasnacht 2025 die Programmierung des digitalen Schaufensterparcours „Fasnachtstrail“. Zum Eurovision Song Contest im Mai wurden die Gäste aus aller Welt mit einer Plakat-Kampagne in Lörrach willkommen geheißen.

Auch eine ganze Reihe baulich-investiver Maßnahmen konnte geplant und umgesetzt werden, heißt es in der Mitteilung. Vor der Bonifatiuskirche konnten im Schatten der Bäume drei Sitzbänke als konsumfreie Aufenthaltsorte eingebaut werden. Auch im Riesgässchen wurde ein Parklet als konsumfreier Aufenthaltsort erprobt, konnte dort aufgrund von Vandalismus und Lärm aber nicht dauerhaft verbleiben. Vier Himmelsliegen konnten 2022, 2023 und 2025 über die Sommermonate auf verschiedenen Plätzen im Innenstadtgebiet aufgestellt werden, so etwa auf dem Senser Platz oder auch beim Burghof und auf dem Kirchplatz. Außerdem wurde ein Trinkwasserbrunnen angeschafft, der Ende August auf dem Marktplatz installiert wird.