Lörrach
: Balkan-Spezialitäten in der Teichstraße

Im ehemaligen italienischen Supermarkt in der Teichstraße herrscht neues Leben. „Meda und Fidani“ bieten Lebensmittel aller Art, nebst Bäckerei und Metzgerei. Bald soll zudem das Restaurant nebenan öffnen. Eine Unglück brachte den Zeitplan durcheinander.
Von
Gabriele Hauger
Lörrach
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Haben in der Teichstraße noch viel vor (v.r.): Hagjere Kryeziu und MehdinPergjecaj vor ihrem Geschäft.

Gabriele Hauger

Ein Hingucker sind die riesigen, leuchtenden Lebensmittelplakate und Schriftzüge, die darauf hinweisen, dass nach intensiver Umbauphase nun die Türen von „Meda und Fidani“ geöffnet sind. Noch sei nicht alles perfekt, erklärt einer der beiden Chefs, Mehdin Pergjecaj, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dennoch sind die Regale gefüllt. Im Angebot sind deutsche Produkte, vor allem aber Spezialitäten aus dem Balkan. „Das gibt es bisher in Lörrach noch nicht“, erklärt Pergjecaj, der bereits seit einem Jahr einen ähnlichen, wenn auch kleineren Laden in einem Freiburger Gewerbegebiet betreibt.

Der Bedarf ist da

Er ist sich sicher, dass der Bedarf groß ist, schließlich gebe es in Lörrach eine entsprechend große Community von Menschen, die aus dem Balkan stammen und Sehnsucht nach solchen Produkten haben: seien es Getränke aus dem Kosovo, Schokolade und Pralinen aus Kroatien, spezieller Joghurt mit Paprika oder Wurst von einem albanischen, in Stuttgart ansässigem Unternehmen. In den nächsten Wochen soll es zudem Frischfleisch im Angebot geben.

In der Probephase

Die Bäckerei ist ebenfalls mit Balkan-Spezialitäten gefüllt. Vollkornbrot werde es nicht geben, lächelt der Geschäftsmann. Noch werden die Backwaren zugekauft, bald soll indes selbst gebacken werden.

„Wir haben ja seit dem 17. Februar geöffnet. Nun wollen wir einen Monat lang ausprobieren, was wie funktioniert.“ Die nahe Grenzlage zu Frankreich und der Schweiz dürfte weitere Kundschaft anlocken, ist er sich sicher. Genauso aber will er die Deutschen als Kunden sehen. Über 30 Prozent machten diese derzeit aus. Schließlich gebe es in der Umgebung Wohnraum, aber kein Lebensmittelangebot. Gerade auch ältere Menschen seien sehr zufrieden, dass sie nun vor Ort einkaufen könnten. „Alle Nachbarn waren schon da“, freut sich Pergjecaj.

Der bespielte Gebäudetrakt. Links soll demnächst das Balkan-Restaurant eröffnen.

Foto: Gabriele Hauger

Eigentlich sollte „Meda und Fidani“ schon früher öffnen. Doch der Brand in den daneben liegenden Räumlichkeiten (wir berichteten), in denen das Restaurant schon teilweise eingerichtet war, warf die Akteure zurück. Das Restaurant wird derzeit noch renoviert. Auch im Lebensmittelladen wurde viel Eigenarbeit geleistet: neue Decken, neue Böden, die Abtrennung eines Büros.

Teichstraße ist Thema

Die Weiterentwicklung in der Teichstraße ist schon lange Thema. Darauf angesprochen, erklärt Mehdin Pergjecaj, dass sie mit der Freiburger Firma Rosskopf Real Estate einen Vier-Jahres-Vertrag abgeschlossen hätten. Zudem solle „Meda und Fidani“ erster Verhandlungspartner sein, wenn es zu einem Umbau des Gebäudetrakts komme – Mitspracherecht mit den Architekten inklusive. Zur Erinnerung: Für das Areal liegt eine Bauvoranfrage vor, die unter anderem Wohnraum vorsieht. Das untere Stockwerk solle aber weiter der Lebensmittelhandel „Meda und Fidani“ bespielen. „Nach einem Neubau würde ja alles noch viel moderner“, sieht er gute Perspektiven. Und er hat schon weitere Pläne: Eine Filiale in Waldshut soll folgen.

Musiker und Produzent

Mehdin Pergjecaj selbst stammt aus dem Kosovo. Eigentlich ist er selbstständiger Musik- und Filmproduzent – und auch Sänger, erzählt er lächelnd. Aber auf Dauer sei dies aus existenzieller Sicht doch eine etwas unsichere Bank. „Die Stimme wird ja nicht besser“, so der 47-Jährige. Jetzt freue er sich auf die Kunden und hoffe, dass das Konzept ankommt. Mitte nächsten Monat soll alles fertig sein.