Kreiskliniken in Lörrach
: Warum noch kein Befreiungsschlag in Sicht ist

Die Kliniken GmbH in Lörrach schreibt nach wie vor rote Zahlen. Für das vergangene Jahr verbucht der Betrieb ein Minus von 28,7 Millionen Euro.
Von
Alexandra Günzschel
Kreis Lörrach
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Das Zentralklinikum des Landkreises Lörrach wächst und gedeiht. Im vierten Quartal 2026 sollen die ersten Patienten aufgenommen werden.

Alexandra Günzschel

Die Jahresabschlüsse 2024 der Kliniken des Landkreises Lörrach und der beiden Tochterunternehmen Medzentrum Verwaltung und Medzentrum Lörrach wurden von einem neuen Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen und vorberaten. Darüber informierte Kliniken-Geschäftsführer Udo Lavendel in der Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses.

Demzufolge liegt der Jahresfehlbetrag 2024 der Kliniken des Landkreises bei rund 28,7 Millionen Euro (Vorjahr: 31 Millionen Euro). Das Medzentrum Verwaltung schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von rund 3900 Euro ab. Im Vorjahr lag das Defizit bei 13 300 Euro. Für das Medzentrum Lörrach wird ein Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 1760 Euro verzeichnet (Vorjahr: plus 21 590 Euro).

Weniger Leiharbeiter

Noch in diesem Jahr sollen die beiden Tochtergesellschaften mit der Kliniken GmbH verschmelzen. Bis Ende August muss dies beim Handelsregister angemeldet werden. Die Jahresabschlüsse der beiden Tochtergesellschaften Kliniken Lörrach Service GmbH und Medizinisches Versorgungszentrum Landkreis Lörrach GmbH werden noch nachgeliefert.

Ulrich May (FW) hob bei der anschließenden Aussprache positiv hervor, dass die Anzahl an teuren Leiharbeitern bereits im vergangenen Jahr reduziert werden konnte und nun weiter abgebaut wird. Auch die neuen Chefärzte bezeichnete er als einen begrüßenswerten Schritt nach vorn. May bemerkte aber auch, dass die Kliniken mit der Einhaltung des für dieses Jahr anvisierten Defizits in Höhe von 27 Millionen Euro schon jetzt zu kämpfen hätten. Und auch für das Folgejahr werde ein Defizit prognostiziert. Der erhoffte Befreiungsschlag sei nicht in Sicht, sagte May, um danach für seine Fraktion zu bekräftigen: „Wir stehen zu unseren Kliniken und glauben, dass es ihnen in Zukunft besser gehen wird.“

Der Abschluss bestehe aus Licht und Schatten, erklärte Marion Caspers-Merk (SPD). Auf der einen Seite mache sich die Reduktion des Fremdpersonals deutlich bemerkbar, auf der anderen Seite seien die Belegungszahlen der Jahre vor der Corona-Pandemie nie wieder erreicht worden. Ökonomisch eher ungünstig für die Kreiskliniken ist ihr zufolge auch der Case-Mix-Index, der die durchschnittliche Komplexität der zu behandelnden Fälle und den damit einhergehenden Ressourcenaufwand wiedergibt.

Schwer zu verkraften

Von einem großen Sorgenkind und einer Pflichtaufgabe sprach Margarete Kurfeß (Grüne) mit Blick auf die Kreiskliniken. „Die negativen Ergebnisse sind schwer zu verkraften“, sagte sie. „Wir müssen uns verbessern.“ Das Argument, dass es auch anderen Kliniken schlechtgehe, wollte sie aufgrund der besonders schlechten Ergebnisse im Landkreis Lörrach nicht gelten lassen.

Unterfinanzierte Kliniken

Ohne das Zentralklinikum wäre die Zukunftsperspektive noch katastrophaler, erklärte Wolfgang Fuhl (AfD). Die Krankenhäuser seien schlicht unterfinanziert. Eine solche Finanzierungslücke konnte Landrätin Marion Dammann bestätigen. Dennoch gelte es nun, den Umzug in den Neubau weiter voranzutreiben und den eingeschlagenen Weg mit mehr Nachdruck und Kontinuität weiterzugehen. Dammann verwies auf das neue Medizinkonzept, das ein stärkeres interdisziplinäres Arbeiten vorsieht, als eine Perspektive für die Zukunft im neuen Haus.