Krankenhaus Rheinfelden: „Können uns Realität nicht entziehen“

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Schwarzwälder BoteEs war der Stolz der Hochrheingemeinde: dieses 1975 gebaute hochmoderne Klinikum. Nachdem die Kliniken des Landkreises Lörrach der Stadt Rheinfelden Mitte 2023 den Schließungsentschluss mitteilten, versuchten Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und alle Akteure diese Entwicklung aufzuhalten. Vergebens. Im November 2023 fiel der Entscheid zur Stilllegung, Ende April 2024 schloss das Haus seine Pforten für immer.
Die Firma „Alea real“ war mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur wirtschaftlichen Nachnutzung des KKH-Gebäudes beauftragt worden. Geschäftsleiter Peter Gresens erläuterte am Montagabend: „Das Gebäude weist erhebliche bauliche Mängel auf. Seit dem Jahr 2000 gab es keine echten Sanierungsmaßnahmen, es wurde nur noch geflickt.“ Es seien umfangreiche Eingriffe in die Grundrisse erforderlich, die Flächennutzung ineffizient. Eine Sanierung wäre zudem verbunden mit einem aufwendigen neuen Energie-, Sicherheits- und Brandschutzkonzept. Die Investitionskosten bezifferte Gresens mit rund 69 Millionen Euro, wobei der Landkaufpreis noch niedrigstmöglich angesetzt wurde und auch weitere Kostenpunkte eher zurückhaltend beurteilt wurden. Der Umbau eines stillgelegten Krankenhauses in einen Gesundheitscampus hat in Bad Säckingen inzwischen 51 Millionen Euro gekostet – fast das Doppelte der Schätzung.
„Eine Vermietung der Gebäudeeinheiten bei Nutzung als Gesundheitszentrum mit Mikroapartments könnte einen Jahresreinertrag von 1,34 Millionen Euro pro Jahr generieren“, erläuterte Gresens weiter, der Cash-Flow bei Finanzierungskosten von etwa drei Millionen Euro jährlich würde dann jedoch zu einer deutlichen Unterdeckung führen. „Wir können uns der wirtschaftlichen Realität nicht entziehen“, resümierte denn auch Eberhardt.
Auf dem Grundstück entsteht nun eine Überbauung mit rund 500 Wohneinheiten, die durch die Städtische Wohnbaugesellschaft Rheinfelden realisiert werden soll. Der Landverkauf ist nach zahlreichen Gesprächen mit den Kliniken und dem Landkreis sowie aufgrund eines Gutachtens über die mögliche Verwendung des Standorts für eine Wohnnutzung bereits erfolgt. Baubeginn könnte theoretisch schon im Frühjahr 2026 sein. Als neues Instrument soll ein MVZ beitragen, das ebenfalls durch die städtische Wohnbau neben dem Gebäude des DRK erstellt und danach von ihr an die Stadt Rheinfelden vermietet werden soll. Hierzu gab Nicole Riße-Hasenkamp, Leiterin der kommunalen Gesundheitsförderung, einen kurzen Überblick (wir werden noch berichten).