Konzert in Lörrach
: Operetten mit Trompetenglanz

Der Lörracher Seniorensommer erreichte am Freitagabend seinen musikalischen Höhepunkt mit dem Operettenkonzert in der „Kirche im Quadrat“, der früheren Christuskirche.
Von
Veronika Zettler
Lörrach
Jetzt in der App anhören

Hatten ein tolles Programm vorbereitet (von links): Kevin Pabst, David Sitka, Claudia Göbl, Istvan Bonyhadi und Michael Havlicek beim Operettenabend im Rahmen des Lörracher Seniorensommers

Veronika Zettler

Mehr als 200 Besucher füllten den neu ausgebauten Saal, um Künstler der Wiener Volksoper zu erleben – Michael Havlicek (Bariton), Claudia Göbl (Sopran), David Sitka (Tenor) und Istvan Bonyhadi am Flügel. Für eine Fülle funkelnder Zwischentöne sorgte Trompeter Kevin Pabst.

Dank an die Organisatorin Monica Rexrodt

„Mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet“, strahlte die scheidende Seniorenbeauftragte Ute Hammler, die auch ihren Nachfolger Maximilian Zeiträg im Publikum begrüßte. Indes war das musikalische Ereignis vor allem einer Frau zu verdanken: Monica Rexrodt, leidenschaftliche Operettenfreundin und Organisatorin zahlreicher Konzerte in Lörrach. „Wir möchten heute die Sterne der Operettenwelt an den Lörracher Musikhimmel zaubern“, sagte sie. Michael Havlicek, der auch durch das Programm führte, versprach einen „Ohrwürmer-Abend“ und empfahl: „Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie.“ Und das tat das Publikum in den folgenden zwei, an Höhepunkten reichen Stunden.

Immer wieder gibt es spontane „Bravo“-Rufe

Den schwungvollen Auftakt setzten Trompeter Kevin Pabst und Pianist Istvan Bonyhadi mit dem Jazzklassiker „Hello, Dolly“, bei dem Pabst neben virtuosem Trompetenspiel auch stimmlich stilecht an Louis Armstrong erinnerte. Danach stellte sich Tenor David Sitka als Adam aus Carl Zellers „Vogelhändler“ vor. Für die strahlende Leichtigkeit gab es die ersten „Bravo“-Rufe.

Viele weitere folgten, so nach einem Ausflug ins Opernfach: Claudia Göbl als Musetta aus Puccinis „La Bohème“ gestaltete ihre Partie mit elegant geführter Koloratur. David Sitka verband in der Kleinzack-Arie aus Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ stimmliche Strahlkraft mit einer prägnant gezeichneten Darstellung des exzentrischen Zwergs „am Hofe von Eisenach“.

Zwischen den Gesangsnummern setzte Pabst instrumentale Höhepunkte. Mit samtigem Ton erklang die von Bortnjanski vertonte Melodie „Ich bete an die Macht der Liebe“. Ein Werk, das für den in Tüllingen wohnenden Trompeter persönlich Bedeutung hat: 2016 spielte er es in den USA, wie er erzählte. Wiederum gab es anhaltenden Beifall.

Das Publikum singt begeistert mit

Havliceks Einladung, „mitzusingen, wenn Ihnen Melodien bekannt vorkommen“, nahmen viele an, etwa bei „Es muss was Wunderbares sein“. Havlicek glänzte überdies in seiner Doppelrolle als Sänger und Moderator: publikumsnah und mit humorigen Anekdoten, etwa über die saftigen Hotelpreise im „Weißen Rössl“.

Weitere Höhepunkte folgten: George Gershwins „Summertime“ (aus der Oper „Porgy and Bess“, die im Jahr 1935 uraufgeführt wurde) als Duett von Göbl und Pabst verströmte havannafarbenen Jazzschmelz. Beim lyrischen Duett aus Bizets „Perlenfischern“ ging ein anerkennendes Raunen durchs Publikum: Havlicek und Sitka entfalteten hier eine packende Dramatik. Ebenso brillant wie dezent bewies Istvan Bonyhadi am Flügel, wie man ein solches Programm mit sicherem Gespür für Stil und Sängerfarben trägt.

Gegen Ende zeigte Göbl als Adele in Strauß’ „Fledermaus“, warum sie diese Partie auf vielen Bühnen erfolgreich verkörpert: mit gestochen scharfer Artikulation und leuchtendem Sopran. Erneut brandete Applaus auf, bevor sich alle fünf zum finalen Auftritt einfanden und stehende Ovationen ernteten.

Ein besonderer Dank ging zum Schluss des Konzertabends an Ulla Frank. Sie unterstützt die Veranstaltungen seit vielen Jahren mit großzügigen Spenden.