Kommunalpolitik
: Der Eimeldinger Gemeinderat Sven Herfort scheidet aus

Für Gemeinderat Sven Herfort ist bislang noch keine Nachfolger gefunden. Er verlegt seinen Wohnsitz aus seiner Heimat Eimeldingen weg.
Von
Herbert Frey
Eimeldingen
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Die Kandidaten für den Gemeinderat Eimeldingen, wie sie zur Kommunalwahl 2024 beisammen waren (von links): Gabriele Lazzara, Elisabeth Azem, Sabrina von Pidoll, Brigit Pohl, Bernhard Kaudela, Silke Voß, Siegfried Kibbat, Armin Ruser, Sven Herfort, Julia Rettenberger und Manfred Schamberger (Archivbild).

Jose Villacreses

Sven Herfort hatte im Dezember angekündigt, dass er Ende Februar 2026 aus privaten Gründen aus Eimeldingen wegziehen werde. Dementsprechend war die jüngste Gemeinderatssitzung am Donnerstag seine letzte – in der er aber noch nicht offiziell verabschiedet wurde.

Dies behält sich Bürgermeister Oliver Friebolin für eine der nächsten Sitzungen vor. Vielmehr beschäftigte man sich am Donnerstag mit der Neubesetzung des freiwerdenden Sitzes, was sich als gar nicht so einfach herausstellte.

Denn bei der Kommunalwahl im Juni 2024 hatten alle Kandidaten auf einer einheitlichen Liste kandidiert, wobei für die zehn Sitze aber nur elf offizielle Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung standen.

Über diese elf Wahlvorschläge auf der Liste hinaus, notierten die Wähler aber noch weitere Namen von Bürgern. Diese wurden dann je nach ihrer Stimmenzahl als Nachrücker festgelegt. Bei Stimmengleichheit wurde die Reihenfolge ausgelost.

Weil Silke Voss ebenfalls wegen eines Wegzugs ihren Sitz abgeben musste, rückte Bernhard Kaudela zwischenzeitlich als einziger Listenbewerber nach, der es nicht ins Gremium geschafft hatte.

Nächste Nachrücker wären nun Christoph Huber, dessen Name zwölfmal genannt wurde, gefolgt von Herbert Leber (vier Stimmen), Martina Bleiele, Dieter Jacob (jeweils drei Stimmen), Louisa Jacob, Christian Herrmann, Martin Soder, Dominik Rakus und Mihaly Lukacs, die jeweils zwei Stimmen erhalten haben.

Triftige Gründe zum Ablehnen des Amts

Abgelehnt werden könne dieses Ehrenamt laut Gemeindeordnung nur mit einer triftigen Begründung, gab Bürgermeister Oliver Friebolin in der Sitzung bekannt. Genau solche Gründe brachten die ersten vier Nachrücker-Kandidaten auch vor, die die Gemeinde angefragt hatte.

Der frühere Erste Bürgermeister der Stadt Weil am Rhein, Christoph Huber, verwies auf seine zurückliegende 14-jährige Tätigkeit im Eimeldinger Gemeinderat. Wer länger als zehn Jahre einem Gemeinderat angehört hat, kann eine weitere Amtszeit ablehnen. Das tat Huber. Herbert Leber, als einer der Sprecher der IG Eimeldingen bereits sehr engagiert, hat das 67. Lebensjahr vollendet und nahm damit sein Recht in Anspruch, auf ein Mandat zu verzichten.

Martina Bleile saß von 2014 bis 2024 im Gemeinderat und hatte nicht mehr kandidiert. Dementsprechend lehnte auch sie ein erneutes Mitwirken ab. Dieter Jacob schließlich führte an, dass persönliche Gründe einer Mandatsausübung entgegenstünden. Alle Hinderungsgründe wurden vom Gemeinderat schließlich einstimmig oder mehrheitlich anerkannt, so dass die Suche nun weiter geht.

Die fünf verbleibenden Nachfolgekandidaten werden nun der Reihe nach angeschrieben, wobei Louisa Jacob bereits eine Absage erteilt habe, informierte Oliver Friebolin. Sollte sich niemand zur Verfügung stellen, arbeite der Gemeinderat mit neun Personen weiter, so der Bürgermeister.

Unterbesetzung kein Novum

Ein Novum wäre diese Unterbesetzung nicht, denn schon in der Legislaturperiode von 2014 bis 2019, damals unter der Ägide von Bürgermeister Manfred Merstetter, hatten drei Ratsmitglieder das Gremium verlassen, aber nur eine Person war nachgerückt.

Sven Herfort, der sich in seinem siebten Gemeinderatsjahr befindet, hatte bei der Kommunalwahl 2024 nach Manfred Schamberger mit 846 Stimmen das zweitstärkste Votum erhalten.

Herfort: Eine schöne Zeit im Gemeinderat

Sehr gerne wäre er im Gremium geblieben, sagte er und dankte Bürgermeister Friebolin für eine enge Zusammenarbeit sowie dem Gremium für konstruktive Diskussionen, die auch seinen persönlichen Horizont erweitert hätten.

Es sei eine „schöne Zeit“ im Gemeinderat gewesen, in der er das demokratische Ringen um Lösungen schätzen gelernt habe, „auch wenn man nicht immer eine Mehrheit für die eigene Position bekommen hat“. Was die Verwaltung und insbesondere Bürgermeister Friebolin im Hintergrund leisten, sei enorm.

„Hut ab“, würdigte Herfort Rathaus und Gemeinderat, die vor Ort gemeinsam über Jahrzehnte hinweg eine Vielfalt mittelständischer Unternehmen angesiedelt hätten, von deren Leistungsfähigkeit die Gemeindehaushalte auch in den kommenden Jahren profitieren werden.

Herfort: Noch nie woanders gelebt

Herfort ist Ur-Eimeldinger und hat bislang nie irgendwo anders gelebt. Wie sehr ihm seine Heimatgemeinde am Herzen liegt, zeigte sich auch in seiner letzten Sitzung, in der er engagiert die Haushaltsberatungen mitgestaltete, Anträge stellte sowie Hinweise für die Zukunft gab.

Etwa die Anregung, auch in Eimeldingen-West einen Notfalltreffpunkt zu schaffen, wofür sich aus seiner Sicht der neue Kindergarten Sankt Martin anbietet. Dies will die Gemeinde nun bis zu den Etatberatungen 2027 prüfen.

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