Kita-Versorgung
: Landkreis baut Mangel an Krippen- und Kitaplätzen spürbar ab

Die Versorgung mit Kitaplätzen verbessert sich im Landkreis Lörrach kontinuierlich.
Von
Regine Ounas-Kräusel
Kreis Lörrach
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Zu schaffen macht den Kitas nach wie vor der Fachkräftemangel.

Tolmacho/Pixabay

Der Jugendhilfeausschuss diskutierte am Mittwoch über die jüngste Bedarfserhebung in der Kindertagesbetreuung. Carolin Eichin (Jugendhilfeplanung) stellte die Situation zum Stichtag, dem ersten März, vor.

Im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren hat sich die Versorgungslage entspannt, vor allem bei den Kindern unter drei Jahren: Zum ersten März 2026 hatten im gesamten Landkreis nur 61 Familien den benötigten Krippenplatz nicht erhalten, während es im Jahr 2024 noch 371 waren. Vor allem im Bereich Weil/Kandertal/Martkgräflerland fehlten Plätze.

Den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz U3 erfüllten 22 von 27 Kommunen gegenüber 13 und 15 in den Jahren davor. Bei den Kindern über drei Jahren fehlten zum Stichtag 176 Kitaplätze, die meisten am Hochrhein. Damit hat sich die Lage seit 2024 verbessert als noch 608 Plätze fehlten. 21 Kommunen erfüllten den Rechtsanspruch. Die Versorgung mit Kitaplätzen habe sich verbessert, weil die Kommunen viel investiert hätten, sagte Carolin Eichin. Im Krippenbereich gehe außerdem die Nachfrage der Familien zurück.

Keine Verbesserung in Sicht

Zu schaffen macht den Kitas nach wie vor der Fachkräftemangel. Eine Verbesserung scheint nicht in Sicht, obwohl der Landkreis sich um die Ausbildung bemüht und versucht, Kräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Hier tut sich wenig“ analysierte Carolin Eichin und belegte das mit Zahlen: Im zurück liegenden Jahr mussten die Kitas in neun Kommunen ihre Öffnungszeiten mindestens einmal mehrere Tage lang einschränken, weil Erzieherinnen fehlten. In den beiden Jahren davor war das in neun beziehungsweise elf Kommunen nötig.

Im vergangenen Jahr mussten Kitas in vier Kommunen sogar Gruppen vorübergehend schließen, in den Jahren davor sogar in fünf Kommunen.

Fachkräfte gewinnen

Um Fachkräfte zu gewinnen, bietet der Landkreis neben der klassischen Erzieherausbildung auch die Praxis integrierte Ausbildung (PIA) an. Ab Herbst wird die Mathilde-Planck-Schule außerdem die verkürzte Qualifikation „Direkteinstieg“ zum Sozialpädagogischen Assistenten anbieten. Angesprochen werden sollen Quereinsteiger mit Berufs- und Lebenserfahrung.

Die Aufgaben der Kommunen in der Kinderbetreuung würden größer, seien aber eine „Investition in die Zukunft“, stellte Carolin Eichin fest und erwähnte den Rechtsanspruch auf Betreuung, die wachsende Bedeutung von Inklusion und Sprachförderung.

Kinder mit Sprachdefiziten

So werden Kinder mit Sprachdefiziten durch das Landesprogramm „Sprach fit“ im letzten Kita-Jahr gezielt gefördert. Hinzu komme ab Herbst der Rechtsanspruch für Grundschulkinder der ersten Klasse, sagte Eichin: „All das benötigt Personal!“

Bernhard Escher (CDU) und Gabriele Weber (SPD) lobten die Anstrengungen des Landkreises für die Erzieherausbildung. Escher bezeichnete die Qualifizierung von Quereinsteigern als notwendiges Provisorium, weil man gut ausgebildete Fachkräfte brauche.

Viele Quereinsteiger in Kitas

Weber begrüßte den „Direkteinstieg“ dagegen. Viele Quereinsteiger arbeiteten in den Kitas als hoch motivierte Zusatzkräfte und könnten sich so qualifizieren, argumentierte Eichin. Margarete Kufeß (Grüne) betonte, wie wichtig eine frühe Sprachförderung für eine erfolgreiche Schullaufbahn der Kinder sei. Gabriele Weber hob die Bedeutung der Inklusion hervor: Der Landkreis müsse die Kitas dabei unterstützen. Christine Trautwein-Domschat (Freie Wähler) fragte, warum immer weniger Eltern Krippenplätze für ihre Kinder nachfragten. Sie regte an, dass Kitas ihre Angebote für Kinder U3 und Ü3 zusammenlegen, um Engpässe im Bereich Ü3 zu beheben.