Kinderrechteweg in Grenzach-Wyhlen
: Warum ein neuer Weg für Demokratie und Mitbestimmung entsteht

In Grenzach-Wyhlen entsteht ein „Kinderrechte-weg“, der bald eingeweiht werden soll.
Von
Rolf Reißmann
Grenzach Wyhlen
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Stephanie Senn, Presseverantwortliche der Gemeindeverwaltung, und Kerstin Brutschin aus der Sozialabteilung präsentierten die Entwürfe für den Kinderrechteweg.

Rolf Reißmann

Die Idee stammt aus der Ferienaktion „Stadt der Kinder“: Damals brachten die Mädchen und Jungen so viele Vorschläge zur Selbst- und Mitgestaltung ihrer Lebenswelt ein, dass die Gemeinde nun die vielen Anregungen bündelte und daraus einen speziellen Kinderrechteweg anlegen wird.

Zunächst einmal kamen die Kinder darauf zu sprechen, dass etliche von ihnen viel zu oft wegen Äußerlichkeiten und Eigenarten ausgegrenzt werden. Das sei noch keinesfalls Mobbing, meinte Kerstin Brutschin aus der Sozialabteilung. Mehr zufällig käme es dazu, doch weh tue es den Betroffenen schon. Dann brachten Kinder im Sommer viele eigene Erfahrungen ein. Sie meinten, dass ihre Gedanken und Anregungen zur Gestaltung der eigenen Lebensumwelt immer noch zu oft von Eltern und anderen Erwachsenen abgetan würden, einfach zu selten Berücksichtigung finden.

Es braucht Erklärungen

Natürlich, so erklärte Brutschin, bedürfe es oftmals noch der Erklärung. Wenn zum Beispiel die Frage aufkomme, warum in der neuen Mitte nicht auch noch ein Schwimmbad gebaut werde, dann fände man sehr schnell Verständnis, wenn man genau beschreibe, warum eben diese und andere Ideen nicht zu realisieren sind.

Stark ausgeprägt ist bei Kindern das Gerechtigkeitsgefühl. Sie spüren sehr schnell, wenn jemand von ihnen nicht so behandelt wird, wie es angemessen wäre.

Eng damit in Zusammenhang stehe auch die Möglichkeit, eigene Interessen auszuformen und Talente zu entwickeln. Erfreulicherweise, so Brutschin, sei das Empfinden für demokratische Entscheidungen und der Drang, daran mitzuwirken, sehr stark ausgeprägt.

Gerade an dieser Stelle sollte man ansetzen, um die Mitarbeit des Nachwuchses für demokratische Prozesse zu sichern. Dies alles soll nun seine Form finden mit einem Weg der Kinderrechte.

Zwölf große Tafeln

Dazu werden zwölf große Tafeln aufgestellt, auf denen wesentliche Sachverhalte dargestellt werden. Sie wenden sich damit gleichermaßen an Kinder und Jugendliche sowie an Erwachsene. Die Standorte dafür sind bereits allesamt festgelegt, so werden unter anderem Tafeln an den beiden Rathäusern, an Schulen, auf Spielplätzen, an der Zielmattenhalle und auch im Emilienpark aufgestellt.

Ideen von Kindern

Die Ideen dafür stammen auch von Kindern, überwiegend entstanden in der Stadt der Kinder. Auch soll es zeitgemäß noch eine digitale Fassung geben. Dazu können über die auf den Tafeln angeordneten QR-Codes weitere Informationen abgerufen werden. Und die Webseite der Gemeinde wird ebenfalls einbezogen, dort unter dem Stichwort Kinderrechte.

Die offizielle Eröffnung des Weges der Kinderrechte findet am 18. November nachmittags statt.