Jubiläum am 29. März
: Lörracher Motettenchor steuert auf die 100 zu

Vor dem Konzert zum großen Jubiläum mit Bachs Johannispassion am 29.März blicken die Lörracher Sänger auf ein spannendes Jahr zurück.
Von
red/pm
Lörrach
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Der Motettenchor blickte bei der Hauptversammlung vor allem nach vorne: 2026 wird das Ensemble 100 Jahre alt.

Schulte-Kellinghaus

Mitten in den letzten Vorbereitungen für das erste Jubiläumskonzert mit Bachs Johannispassion am 29.März traf sich die Mitglieder des Motettenchors Lörrach zur diesjährigen Hauptversammlung, wie der Chor in einer Mitteilung berichtet.

„Die Generalversammlungen sind praktisch die einzige Gelegenheit für die Mitglieder, hier Wünsche und Vorschläge zur Sprache zu bringen“, las der Vorsitzende Georg Müller aus der Einladung des Vorstandes im Jahr 1938 vor. Damals traf man sich im „Hotel Krone“ in Lörrach – heute steht dort das Gebäude der BW-Bank.

Rückblick auf besondere Konzerte 2025

Damals wurde in der Einladung auch die „mäßige Teilnahme“ der Mitglieder an den vorangegangenen Versammlungen beklagt. Der heutige Vorstand war hingegen sehr erfreut über die große Teilnahme. Schließlich feiert der Chor in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag, und das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Weichenstellungen für die zwei geplanten großen Jubiläumskonzerte.

Eröffnet wurde die Versammlung allerdings mit einem Rückblick auf begeisternde Konzerterlebnisse des vergangenen Jahres. Voll besetzt war im März 2025 die Bonifatiuskirche bei einer Aufführung von Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“, zusammen mit Gustav Mahlers „Kindertotenliedern“. Dazu wurde ein Diskussionsgespräch über Brahms‘ musikalische Aussage in den Räumen der Volkshochschule angeboten, und ein Oberstufenworkshop zum Thema „Trauer-Trost-Hoffnung“, verbunden mit dem Besuch der Generalprobe, rundeten das Programm ab.

Ganz neue Wege beschritt der Motettenchor beim Projekt „Lux Perpetua“ im Rahmen von „Stimmen 2025“ in Zusammenarbeit mit dem „Asambura Ensemble“ aus Hannover. In einem interkulturellen Requiem traf mit Mozart die europäische Musiktradition auf arabische Klagegesänge und afrikanische Trauermusik. So entstand ein neuartiges spirituelles Hörerlebnis, teilt der Chor mit. Schließlich endete das Chorjahr mit einem stimmungsvollen Weihnachtskonzert in der idyllisch gelegenen Kirche in Steinen-Hofen.

Weiterentwicklung im Fokus

Nun freut sich der Chor auf das große Passionskonzert Ende März in der Bonifatiuskirche. Im Juni soll eine Ausstellung zum Motettenchor Jubiläum im Dreiländermuseum eröffnet werden, natürlich wird der Motettenchor auch zu diesem Anlass singen. Besonders gespannt sind die Sänger auch auf das zweite Jubiläumskonzert am 18. Oktober im Burghof. Unter dem Motto „Wenn der Töne Zauber walten“ werden Mendelssohns „Erste Walpurgisnacht“, Brahms‘ „Schicksalslied“ und Beethovens Chorfantasie erklingen. Dazu wird ein für das Motettenchor-Jubiläum komponiertes Werk der jungen Komponistin Elisabeth Fußeder uraufgeführt werden. Dem Chorleiter Joss Reinicke ist es gelungen, für alle Aufführungen herausragende Solisten und Profimusiker zu gewinnen.

In seiner Bilanz lobt Joss Reinicke den Motettenchor, der sich – hochmotiviert – ständig klanglich weiterentwickele. Er möchte mit dem Chor dazu beitragen, „dass sich diese Musik nicht auserzählt“. Er habe „den Anspruch, eine Musikkultur, die reichhaltig ist, weiterzutragen und lebendig zu halten.“

Variantenreich möchte er auch ins Jahr 2027 gehen: Im Frühjahr mit einer Aufführung von Gioachino Rossinis „Petite Messe solennelle“ und – wenn möglich – mit Georg Friedrich Händels „Messiah“ zu Weihnachten.

Die nächste Aufführung ist Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ am Sonntag, 29. März, um 18 Uhr in der Kirche St. Bonifatius in Lörrach.