Hausbrand in Steinen
: Familie verliert ganzes Hab und Gut

In Steinen standen am Donnerstag ein Haus samt Schuppen in Vollbrand. Die Bewohner haben alles verloren – eine Spendenaktion soll ihnen unter die Arme greifen.
Von
Michael Werndorff
Steinen
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Das Haus an der Kanderner Straße in Steinen ist nicht mehr bewohnbar. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.

zVg/Feuerwehr Lörrach

„Für die Familie ist es bitter“, kommentiert Bürgermeister Gunther Braun den Brand eines Hauses samt Schuppen an der Kanderner Straße in Steinen am Donnerstag. „Deren gesamtes Hab und Gut ist Raub der Flammen geworden.“ Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar und stark einsturzgefährdet (die Oberbadische berichtete). Indes konnten die Nachbarn nach dem Einsatz wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Die junge Familie mit Kind sei jetzt bei den Eltern in Atzenbach untergekommen, so Braun, der in engem Austausch mit den Betroffenen und Nachbarn stehe. Das DRK in Maulburg habe erst einmal dringend benötigte Sachen zur Verfügung gestellt, wie er berichtet.

Insgesamt mussten zehn Menschen evakuiert werden, denn das Feuer drohte auf die angrenzende Bebauung überzuspringen.

Braun versprach der jungen Familie Hilfe bei der Wohnungssuche, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte. Zudem lobte er die Arbeit aller involvierten Rettungskräfte: „Die Löscharbeiten liefen vorbildlich.“ Das Feuer sei schnell unter Kontrolle gewesen.

Bereits 6190 Euro an Spenden gesammelt

Auf der Internetseite „gofundme.com“ läuft derzeit eine Spendensammelaktion für die Familie. „Diese Spenden sind ausschließlich für die Anschaffung von Hausrat, Kleidung und dringend benötigten Gegenständen, sie sind nicht für den allgemeinen Lebensunterhalt gedacht“, heißt es dort. Die Sammeluhr verzeichnete am Freitagmittag 206 Spenden mit einem Gesamtbetrag von rund 6190 Euro. Als Zielbetrag sind 8000 Euro angegeben.

Eine Drohnenaufnahme zeigt den Ort des Brandes von oben.

Foto: zVg/Feuerwehr Lörrach

Um 11.33 Uhr hatte die Integrierte Leitstelle in Lörrach Alarm für Steinen ausgegeben. Drei Minuten später rückten die Steinener Floriansjünger aus, um nur wenige Momente später am Einsatzort anzukommen, wie Kommandant Walter Bachmann das Geschehen Revue passieren lässt.

Unterstützung erhielten sie von den Abteilungen Hüsingen und Hägelberg. Die Schopfheimer Wehr kam mit einer weiteren Drehleiter und sorgte für den Grundschutz, aus Lörrach war der Multikopter im Einsatz, der im weiteren Verlauf nach Glutnestern suchte. Zudem leisteten die Lörracher einen Beitrag bei den Atemschutzgeräten.

Schuppen stand schon in Vollbrand

„Der Schuppen, in dem eine private Autowerkstatt eingerichtet war, stand bei unserer Ankunft in Vollbrand und hatte bereits auf das angrenzende Haus übergegriffen“, beschreibt er im Gespräch mit unserer Zeitung den ersten Eindruck. Im Schuppen standen drei Fahrzeuge, die allesamt zerstört wurden. Eine Riegelstellung zum Schutz der Nachbargebäude sei umgehend eingerichtet worden, dennoch wurden angrenzende Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, wie der Kommandant weiter sagte. Die Brandbekämpfung sei dann von der Drehleiter aus erfolgt.

Löscharbeiten dauerten bis 16.30 Uhr

Bei den Löscharbeiten zog sich ein Feuerwehrmann eine leichte Brandverletzung am Ohr zu, er kam zur Abklärung ins Krankenhaus und konnte noch am selben Tag entlassen werden. Ihm gehe es gut. Zwei Kollegen hatten wegen der großen Hitze Kreislaufprobleme, berichtet der Kommandant. Zuckerzufuhr und Getränke hätten schnell für Besserung gesorgt.

Die Löscharbeiten dauerten bis 16.30 Uhr, eine Brandwache hielt noch die Stellung, während der Werkhof das Grundstück mit einem Bauzaun absperrte, welcher von der Polizei für die Brandermittlung beschlagnahmt wurde. Am Freitag waren die Untersuchungen in vollem Gange.

Während des Feuerwehreinsatzes, an dem rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz standen, war die Kanderner Straße voll gesperrt. Die Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, das Gebiet großräumig zu umfahren.

Laut einem Augenzeugenbericht erzeugte das Feuer eine riesige, weit in den Himmel ragende schwarze Rauchwolke.