Grundschule Tannenkirch: Schulbetrieb zieht in den Sommerferien in Container um

Die anstehende Erweiterung der Grundschule Tannenkirch ist das größte bauliche Projekt der Kommune in den vergangenen Jahren.
Jutta SchützIm Technischen Ausschuss erklärte Judita Kovac, Leiterin des Hochbauamts, warum dieser Standort, der auf der Rückseite der Schule im Eingangsbereich zur Halle liegt, gewählt wurde.
Im Ausschuss wurden die Erschließungs- und Tiefbauarbeiten für das Schulprovisorium mit einer Gesamtsumme von 414 500 Euro an die Firma Kern aus Kandern einstimmig vergeben. Ebenso einstimmig wurde dem Antrag auf die Baugenehmigung zur Sanierung und Erweiterung der Grundschule zugestimmt.
Auf zwei städtischen Flurstücken am Furtweg entsteht vor dem Start der Bauarbeiten eine Containeranlage, denn Unterricht im Bestandsgebäude parallel zu den Arbeiten ist nicht möglich. Die Baugenehmigung für das Provisorium wurde am 19. Februar erteilt.
Bürgermeisterin Simone Penner erläuterte, dass die Container etwa 18 bis 24 Monate genutzt werden. Die Erschließungsmaßnahmen dafür seien im Vorfeld erforderlich. „Die Firma Kern war sogar mit ihrem Angebot etwas günstiger als wir berechnet haben“, sagte Kovac. Im Haushalt 2026 sind 300 000 Euro für die Erschließungsarbeiten eingestellt, inkludiert sind eine Retentionszisterne und andere Drainagen. Der Auftrag könne mit den insgesamt im Haushalt eingestellten Mitteln in Höhe von 450 000 Euro erteilt werden, sagte Penner.
Bedenken wegen Lärm
Die Zisterne könne man nach dem Rückbau der Container ausgraben und weiter verwenden oder verkaufen oder im Boden belassen, für den Fall, dass auf den beiden Grundstücken mal gebaut wird, meinte die Bürgermeisterin auf Nachfrage aus dem Gremium. Die Erschließungsarbeiten sollen nun sofort nach der Vergabe starten und Ende Mai beendet sein. Der Umzug in die Containerlösung ist für die Sommerferien vorgesehen, damit der Unterricht pünktlich im September starten kann.
Penner ging dann auf die Bedenken ein, die Tannenkirchs Ortsvorsteherin Birgit Ludin ihr aus der Sitzung des Ortschaftsrats bezüglich des Standorts der neuen Pelletanlage übermittelt hatte. Diese wird in einem gedämmten Container außerhalb des Schulgebäudes aufgestellt.
„Heizung gehört doch in ein Gebäude“
Einige Ortschaftsratsmitglieder hielten dies wegen möglichen Lärms für unzumutbar für den Eigentümer des Privatanwesens, an dessen Zaun der Container angrenzen wird. „Eigentlich gehört so eine Heizung doch in ein Gebäude und nicht davor“, hatte Ludins Stellvertreter Jörg Heß, der auch im Ausschuss anwesend war, Kritik angemeldet. Der Ortschaftsrat hatte aufgrund der Bedenken zum Standort nur mit drei Stimmen dem Antrag auf Baugenehmigung zur Erweiterung der Grundschule zu gestimmt, zwei Ortschaftsräte waren dagegen, einer hatte sich enthalten.
Für den Hausbesitzer, der gerade gebaut habe, sei es „superärgerlich, wenn am Gartenbereich ein großer Container angrenze mit einer Heizungsanlage, die ja auch Geräusche macht und deren Abgasrohr auch sieben Meter über den Boden ragt“, meinte Heß.
Die Pelletheizung ins Gebäude zu verlegen, sei aus technischen und aus Kostengründen nicht möglich, wichtige Leitungen verlaufen genau am vorgesehenen Standort, an diese wolle man die Heizung anschließen, verdeutlichte Kovac. Zudem brauche man Platz für die Anlieferung der Pellets, dieser sei im Bereich der Parkplätze vor der Schule gegeben. Penner ergänzte, dass der Container sehr gut lärmgedämmt sei.
Standort stand fest
Bernd Brohammer (Grüne) warf ein, dass die Lärmemission einer solchen Anlage auch vom Landratsamt abgefragt werde. Zudem sei die Pelletheizung samt Container am vorgesehenen Standort schon immer in den Plänen eingezeichnet gewesen, informierte Penner. Die Baugenehmigung werde den Anwohnern zugestellt, diese könnten Widerspruch erheben, was aber nur gerichtlich noch möglich sei.