Grenzach-Wyhlen macht Kassensturz
: Großes Minus kommt erst noch

Besser als geplant erweist sich der Jahresabschluss 2024 in der Doppelgemeinde. Doch die Zukunft sieht düster aus.
Von
Rolf Rombach
Grenzach Wyhlen
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Nahezu leere Kassen haben viele Kommunen im Gemeindesäckel. Der Jahresabschluss 2024 ist in Grenzach-Wyhlen mit 500 000 Euro Defizit milder als geplant.

Rolf Rombach

Wie unterschiedlich ein paar Zahlen im Auge des Betrachters sein können, zeigte die jüngste Sitzung des Gemeinderats im Haus der Begegnung. In der Aussprache zum Jahresabschluss 2024, den Kämmerin Selina Sasse stellvertretend für Controller Klaus Kleinlein vorstellte, wurde das abschließend deutlich. „Es ist kein Grund zur Freude. Es kam nur nicht so schlimm wie erwartet“, war die persönliche Bilanz von Bürgermeister Tobias Benz.

Nach der Gemeindeordnung ist der Jahresabschluss sechs beziehungsweise zwölf Monate nach dem Jahresende aufzustellen und zu verabschieden. Benz lobte die Mitarbeiter der Finanzabteilung, die eine große Leistung erbracht hätten. Bis zu sieben Jahresabschlüsse war man in der Aufarbeitung zwischenzeitlich hinterher. Nun sei es das Ziel, immer auf dem aktuellen Stand zu sein, „am Besten mit einem Plus in der Bilanz“.

Planansatz verbessert sich

Das Sachvermögen stieg 2024 um 461 000 Euro, ähnlich nahmen die liquiden Mittel zu, die zu Jahresanfang nur noch bei 54 000 Euro lagen.

Im Gegenzug konnten Verbindlichkeiten von 2,38 Millionen Euro abgebaut werden. Die Gewerbesteuer beinhaltet drei Millionen Euro Mehreinnahmen. Unterm Strich verbesserte sich der Planansatz um eine Millionen Euro, womit dennoch ein Soll von 540 000 Euro übrig bleibt. 380 000 Euro geplante Erschließungskosten wurden bisher noch nicht eingezogen. Aus nicht erfolgten Veräußerungen fehlen eine Millionen Euro.

Nach dem Rekordwert von rund 19 Millionen Euro Kreditverbindlichkeiten Ende 2023 stehen zum Abschluss 2024 noch 16 Millionen Euro zu Buche. Die minimal angestiegenen liquiden Mittel drohen bis 2027 auf ein Defizit von zehn Millionen Euro zu fallen. 2016 lag der Wert auf der Haben-Seite noch bei 16 Millionen Euro.

Lob für schnelle Arbeit

Über die Premiere freute sich Annette Grether (Grüne), erstmals in ihrer 20-jährigen Mitgliedschaft den Jahresabschluss vor dem Aufstellen des Folgehaushalts erhalten zu haben. „Nur auf 2024 geblickt, stehen wir gut da“, begann sie positiv, ehe sie darauf verwies, dass von Regierungsseite her etwas passieren müsse. „So kann man die Kommunen nicht behandeln. Es gibt Gemeinden, denen geht es noch schlechter als uns. Kaum eine Gemeinde kann das noch aus eigener Kraft schaffen“, kritisierte sie die schlechte Mittelverteilung.

Ulrike Ebi-Kuhn (CDU) erkundigte sich, ob der Rückgang in der Vergnügungssteuer (100 000 Euro) auf die Geschäftsaufgabe in der Scheffelstraße zurückzuführen sei. Auch ihr missfielen das Absinken der Gewerbesteuer und die Mehrkosten der Kreisumlage. „In der Kameralistik würde es eine schwarze Null geben“ erinnerte sie. „Das wäre ein Taschenspielertrick“, mahnte Benz postwendend. Die in der Doppik-Finanzplanung aufgeführten Schulden und Abschreibungen seien ehrlicher. Wie schon in der Bürgerfragestunde verwies er darauf, dass Pflichtaufgaben besser refinanziert werden müssten.

Sachvermögen gestiegen

Tilo Levante (FDP) versuchte die Stimmung zu heben mit Verweis auf die Tatsache, dass zumindest das Sachvermögen gestiegen sei.

Warum eine höhere Abschreibung als geplant vorgenommen wurde, konnte ihm Kämmerin Selina Sasse nicht direkt beantworten, versprach aber Klärung.

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