Gesangswettbewerb
: Der Eurovision Song Contest in Basel lässt die Kassen klingeln

Warum man in der Stadt am Rheinknie die Ziele „voll erreicht“ sieht.
Von
sda
Basel
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Der ESC hat über alle Spielorte insgesamt rund 540 000 Eintritte verzeichnet.

Michael Werndorff

Der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer erachtet alle Ziele im Bezug auf den Eurovision Song Contes (ESC), der im Mai in Basel stattfand, als „voll erreicht“. „Wir haben überall gehalten, was wir versprochen haben“, sagte er am Donnerstagnachmittag vor den Medien.

Cramer stellte zusammen mit Christoph Bosshardt vom Standortmarketing und Oliver Hoff von der Firma EBP die Schlussbilanz und den Nachhaltigkeitsbericht zum ESC vor. Die Großveranstaltung hatte während der ESC-Woche über alle Spielorte insgesamt rund 540 000 Eintritte verzeichnet.

Der Kanton hatte sich im Vorfeld für seine Aktivitäten als Host City als Ziele gesetzt, Wertschöpfung zu generieren, Basel bekannt zu machen und Gastfreundschaft zu zeigen und zu leben. Weiter wollte er ein Fest für die Bevölkerung ermöglichen, Nachhaltigkeit ernst nehmen und das Budget einhalten.

110 Millionen Franken entfallen auf Basel

Der ESC generierte in der Schweiz einen Umsatz von 248 Millionen Franken, wovon 110 Millionen Franken auf die Region Basel entfielen, wie aus dem Bericht der EBP hervorgeht. Die Wertschöpfung habe in der Schweiz 115 Millionen Franken betragen, woran die Region wiederum mit 53 Millionen Franken beteiligt gewesen sei.

Damit reiht sich der ESC nach der Euro 2008 und der Ski-WM 2017 auf dem dritten Rang der wertschöpfungsreichsten Veranstaltungen in der Schweiz ein, wie Hoff betonte. Diese hätten je 870 und 142 Millionen Franken an Wertschöpfung in der Gesamtschweiz generiert. Das Budget des Kantons von 33,3 Millionen Franken wurde um 1,7 Millionen Franken unterschritten, wie Bosshardt erklärte. Zwar seien in den Bereichen Arena Plus, Rahmenprogramm und Sicherheit höhere Kosten angefallen als budgetiert. Dafür habe man viele der Mehrkosten durch Ticketverkäufe und Sponsorengelder abfedern können.

Nachhaltigkeit begeistert

95 Prozent der Besucher waren nicht nur mit ihren Eventbesuchen zufrieden sondern auch mit den Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wie es weiter im Bericht steht. So seien 78 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr oder Langsamverkehr nach Basel gereist, und 91 Prozent hätten innerhalb der Stadt den ÖPNV genutzt. Auch seien 59 Prozent der konsumierten Gerichte vegetarisch oder vegan gewesen.

Laut Bericht belief sich der gesamte CO2-Fußabdruck des ESC in Basel auf 14 858 Tonnen CO2-Äquivalent. Ohne Mobilität und Logiernächte seien es 1487 Tonnen CO2-Äquivalent gewesen, wovon 421 Tonnen von der Gastgeber-Stadt verursacht worden seien. Als Vergleich wird das ESAF 2019 in Zug angeführt, dem 8787 Tonnen CO2-Äquivalent (inklusive Mobilität) angerechnet werden. Bosshardt zeigte sich mit vielen Effekten des ESC auf den Tourismus in Basel zufrieden. Laut Bericht seien 176 000 Übernachtungen in der Schweiz ausgelöst worden und 41 500 weitere im grenznahen Ausland.

Basler Hotels ziehen Bilanz

Die Basler Hotels waren aber „nicht die ganze Woche lang vollständig ausgebucht“, wie er sagte. Teilweise hätten Gäste andere Übernachtungsmöglichkeiten, wie etwa bei Freunden, gewählt. Basel wurde 313 000 Mal im Zusammenhang mit dem ESC „in relevanten Medien“ erwähnt, wie es im Bericht weiter heißt. 1200 Medien hätten sich für die Veranstaltung akkreditiert und 166 Millionen Personen hätten den Event im Fernsehen verfolgt. Die Reichweite in den Sozialen Medien wird mit zwei Milliarden Aufrufen beziffert.

Für die Befragungen, die im EBP-Bericht angeführt werden, wurden insgesamt 2129 Besucher vor Ort befragt, wovon 651 an einer Online-Nachbefragung teilgenommen haben, wie es heißt.

Ebenso seien für die Analyse Sponsoren und Caterer befragt sowie Daten der Veranstalterin und der Veranstaltungsorte herbeigezogen worden. Laut Bosshardt wird die SRG Anfang Dezember ebenfalls eine Schlussbilanz vorlegen und genauer über die Public-Value-Aspekte berichten.