Gemeinderat Grenzach-Wyhlen
: BASF-Areal: Altlastenanalyse und Behebung wird noch Jahre dauern

Die BASF und das Landratsamt Lörrach stellten im Gemeinderat den aktuellen Sachstandsbericht vor und gaben einen Ausblick auf Maßnahmen.
Von
Rolf Rombach
Grenzach Wyhlen
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Das Thema BASF-Gelände wird den Gemeinderat Grenzach-Wyhlen noch länger beschäftigen, wie am Dienstag in der Sitzung des Gremiums zu vernehmen war.

Rolf Rombach

Wenn Vertreter des BUND und des ehemaligen Zukunftsforums im Gemeinderat der Doppelgemeinde vorstellig werden, geht es in der Regel um die Sanierung der Altlasten der lokalen chemischen Industrie. Am Dienstag war es wieder soweit: Die BASF und das Landratsamt Lörrach stellten den aktuellen Sachstandsbericht vor und gaben einen Ausblick auf die folgenden Maßnahmen.

Im Rahmen der Bürgerfragestunde erkundigte sich die BUND-Ortsgruppen-Vorsitzende Irene Blaha, warum das Thema seit 2016 noch keine Ergebnisse aufwirft. Sie bat um öffentliche Einsicht der Ergebnisse der jüngsten Teiluntersuchungen und erkundigte sich, wie viele Messstellen welche Daten liefern.

Matthias Grether, Sachgebiet Boden und Grundwasser beim Landratsamt, sicherte die zeitnahe Veröffentlichung der Daten zu. Wie im späteren Verlauf zu erfahren war, wurde im Juli eine weitere Untersuchungsstelle bis auf den Fels in 20 Metern Tiefe gebohrt, welche im Frühjahr 2026 aktiviert werden soll.

Thermisches Verfahren Mittel der Wahl

Der ehemalige Vorsitzende des inzwischen aufgelösten Zukunftsforums, Manfred Mutter, verwies darauf, dass nach heutiger Faktenlage das thermische Verfahren das Mittel der Wahl für die Sanierung sei. Er empfahl dem Gremium Erläuterungen im Internet, welche das Verfahren und die Nachhaltigkeit erläutern. Der emeritierte Chemie-Professor wollte zudem auch wissen, ob überhaupt noch eine Gefahr für die Bevölkerung ausgehe und ob gegebenenfalls das Geld in dreistelliger Millionenhöhe besser für die Sanierung der kommunalen Infrastruktur angelegt sei. Letzteres nahm Bürgermeister Tobias Benz gerne noch einmal auf und verwies auf die unzureichende Finanzierung durch Bund und Land für kommunale Pflichtaufgaben.

Grundwasser ist belastet

BASF-Altlastenmanager Livio Ulmann erläuterte, dass die Werksdeponie mit 600 Meter Entfernung von der Kläranlage auch außerhalb der Trinkwassergewinnung läge. Mit 17 000 Quadratmetern sei sie halb so groß wie die Kesslergrube und größtenteils oberflächenversiegelt.

Der Inhalt bestünde aus Erdaushub, Bauschutt, Schlacken und Aschen. Rückstände aus der chemischen Produktion seien Chlorbenzole und aromatische Amine, welche das Grundwasser schädigen. Bereits sei 2007 liefen erste Erkundigungen, wie Ulmann ausführte. Diesen März sei nun die Einstufung als Altlast erfolgt, weshalb nun Sanierungsuntersuchungen (SU) kämen. Konkret geht es darum, in welcher Menge Schadstoffe freigesetzt werden und die Machbarkeit verschiedener Sanierungsvarianten zu diskutieren und abzustimmen. Ulmann verwies auf Mutters Frage, dass man ergebnisoffen das Thema angehen werde.

Neue Technologien

Sanierungspartner Klaus Schnell verwies darauf, dass in den vergangenen 15 Jahren sich die Technologien deutlich verändert hätten. Das thermische Verfahren habe sich etabliert, was 2011 noch nicht der Fall gewesen sei. „Wir sind für die Sanierung der Böden zuständig, nicht für die Gesetzgebung“, warb der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler um Verständnis, dass Nachhaltigkeit alleine kein isolierter Faktor sei.

Stellungnahmen

Peter Weber (Freie Wähler) fühlte sich bei der Präsentation um 15 Jahre zurückversetzt. Er erinnerte daran, dass es damals nur schwarz und weiß gegeben habe und lobte, dass man aus der Situation gelernt habe.

Annette Grether (Gründe) bedauerte, dass der Zeithorizont weiterhin weg sei. „Ich würde es gerne noch erleben.“ Dem schloss sich Sabine Gampp (CDU) an. „Ich bin mir der rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst. Aber warum wird nicht versucht, dem Schaden direkt entgegenzuwirken?“

Rheinuferweg wird 2026 wiedereröffnet

Klaus Schnell erläuterte, dass die Detailuntersuchungen mehrere Jahre benötigen. Dies betreffe einerseits die Datenerfassung, aber auch die Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren. „Bei der Komplexität kann es schnell zehn Jahre dauern.“ Zumindest bezüglich Gampps Sorge, dass vergrabene Fässer verzögert Stoffe abgeben könnten, gaben die BASF-Experten Entwarnung: Bisher seien keine Anhaltspunkte dafür vorhanden. Fässer seien auch eher selten in Kiesgruben entsorgt worden. Und wenn es doch der Fall sei, gäben diese seit Jahrzehnten bereits ihren Inhalt frei.

Leon Intveen (SPD) erkundigte sich nach dem Rheinuferweg. Hier konnte zunächst mitgeteilt werden, dass dieser in Folge der Renaturierungsmaßnahmen von Roche im kommenden Jahr wieder geöffnet werden soll. Allerdings drohe je nach Sanierungsmaßnahme eine erneute Schließung, wie Livio Ulmann ankündigte. Tilo Levante (FDP) und Aaron Gössler (Grüne) wollten abschließend wissen, ob noch weitere Altlasten vorhanden sein könnten. „Ich bin schon zehn Jahre dran. Die Kesslergrube und die Altlastendeponie sind die letzen beiden Baustellen auf den Gelände“, versicherte Livio Ulmann. Dem pflichtete Matthias Grether bei; das Landratsamt habe die Maßnahmen behördlich begleitet. „Wir sehen da keine Probleme mehr.“

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