Gelungenes Jahreskonzert
: Ein musikalischer Frühlingsflirt des Musikvereins Istein

Beim Jahreskonzert zeigten sich die Mitglieder des Musikvereins Istein in Frühlingslaune und flirteten mit unterschiedlichen Genres: Von Oper über Blues bis Punk war alles dabei.
Von
Ines Bode
Efringen Kirchen
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Der Musikverein Istein präsentiert sich in Bestform.

Ines Bode

Den Auftakt meisterten zunächst die Jungmusiker der Bläserklasse um Dirigent Wolfgang Wetzel. Zwei rockige Stücke kamen zu Gehör, gespickt mit Soli, schöner Melodie und akkuratem Schlusston. Mary Poppins beschwingter Zungenbrecher folgte: Der Klassiker kam an und der Saal jubelte eine Zugabe herbei. Anmerken ließe sich, dass die zahlenmäßig starke Truppe durchaus als Orchester durchginge.

Dann übernahmen das Aktivorchester und die Bläserklasse namens „Neu im Takt“. Dirigent Thomas Schmid startete mit der ausnehmend klangvollen Fanfare „Summon the Music“, der ebenfalls der Jubel in der gut besuchten Halle folgte. „Das Programm ist eröffnet“ setzte der Taktstockchef launig nach. „Carmen Fantasy“ schloss sich an. Die tonale Namensgeberin geriet im Pariser März 1875 zur Sensation, und die vielschichtigen Auszüge der Isteiner erzeugten erneut Begeisterung im Publikum. Kein Wunder bei mehreren Preziosen, darunter jene vergnügliche, die der Volksmund der Schwiegermutter (und ihrem klappernden Gebiss) widmete.

Klassiker und Experimente

Genrewechsel nahte mit der „Blues Ridge Saga“. Dahinter verbarg sich ein opulentes Werk, das Schönheit und Geschichte der Blue Ridge-Mountains in North Carolina reflektiert.

Dann wurde es skurril: „Filmmusik zu einem Film, der gar nicht existiert“, lautet die Überschrift zu „Soundtrack“ von Justin Williams. Im Klartext lautete die Aufgabe für die Zuhörer, sich mittels der facettenreichen Vorlage ihren eigenen Film vorzustellen. „Action und Drama“ kündigte Schmid an, und was folgte war ein wahrlich aufregender Streifen.

Hans Zimmer indes, „unser Superstar in Hollywood“ (Schmid), machte mit „Movie Milestone“ indes das, was er immer macht: Wunderbare Melodien schaffen. Des Meisters Markenzeichen: Werke, die sich einprägen. Daher war Wiedererkennungswert geboten, etwa bei „Fluch der Karibik“.

Das harmonische Zusammenspiel der Register kam auch nach der Pause zum Tragen. „Top Gun“ lag auf den Notenständern, ebenfalls mit weltberühmter Leitmelodie ausgestattet. Hatten sich in dem Stück Harold Faltermayer und Giorgio Moroder zusammengetan, schöpfte Irving Berlin aus dem eigenen geistigen Fundus.

„Alexanders Ragtime Band“ sorgte für den nostalgischen Schwung der Vergangenheit, und für einen Auftritt der Trompeten.

Geisterhaft und strahlend

José Alberto Pina stammt aus einer spanischen Hafenstadt und das Wasser hat es ihm angetan. Hat er mit seinem „Geisterschiff“ eine Komposition geschaffen, bei der man glatt seekrank wird, fällt die Eroberung der „Santo Cristo de Maracaibo“ ähnlich aus. Das Schiff sank mit all den Reichtümern, und Pina respektive Schmid nahm die Zuhörer mit auf ein spektakuläres Abenteuer, das als Perle die majestätische Meeresstille auszudrücken verstand. „

Unsere Reise“, hieß es dann, ein Song der Fäaschtbänkler, die mit der schmissigen Power der Polka die Stimmung heben. Das bekamen auch die Isteiner locker hin. Französische Musiker stehen nicht zwingend im Ruf, Welthits zu zimmern, aber die 850 Millionen Klicks von „Daft Punk“ sind eine klare Ansage. Dirigent Schmid hatte ein Medley für sein Orchester gewählt, das schlicht bewies, Blasmusik kann alles, natürlich auch den „Get Lucky“ von Pharell Williams.