Gastronomie in Lörrach: Im „Rosengarten“ steht ein Wechsel an

Das Restaurant „Rosengarten“ im Grüttpark soll weiter geführt werden. Der aktuelle Betreiber Fritz Leisinger hört zum Jahresende auf.
Regine Ounas-KräuselDas Restaurant „Rosengarten“ liegt idyllisch im Grüttpark zwischen Rosenbeeten und Teich. Der Gastronom und Koch Fritz Leisinger, der das Restaurant mit seiner Familie seit 2015 betreibt, serviert dort eine gutbürgerliche, frische Küche für Alt und Jung, für Parkbesucher genauso wie für Hochzeiten und andere Festgesellschaften. Nun will er im „Rosengarten“ und auch in seinem Partyservice „Fritz Gourmet“ aufhören. „Ich arbeite gerne“, sagt der 68-Jährige. Aber er sei in einem Alter, in dem er nichts mehr müsse.
Von der Stadt übernommen
In den zehn Jahren als Pächter des „Rosengartens“ erlebte Leisinger gute, aber auch schwierige Zeiten. 2019 kündigte er den Pachtvertrag mit der Stadt, der damaligen Eigentümerin des Restaurantgebäudes, nachdem es „Diskrepanzen“ wegen dringend notwendiger Renovierungen gab, wie er sich erinnert: Die Stadt habe nichts mehr investieren wollen.

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Schwarzwälder BoteDoch Stefan Pregger, mit dem Leisinger befreundet ist, übernahm das Gebäude, einen Pavillon aus Glas und Stahl von der Gartenschau im Jahr 1983, in Erbpacht von der Stadt, und investierte: Er sanierte die defekte Heizung, baute wärmegedämmte Glaselemente ein, eine solare Warmwasserversorgung, ein Sonnensegel für die Terrasse und anderes mehr. Er habe das Gebäude damals gekauft, damit Familie Leisinger weiterarbeiten konnte, sagt Pregger unserer Zeitung.
Optimistisch blickt er in die Zukunft: Der „Rosengarten“ sei durch seine Investitionen „fit, um ihn noch viele Jahre erfolgreich betreiben zu können“.
Personal schwer zu finden
Als finanziellen Tiefschlag erlebte Fritz Leisinger die Corona-Pandemie: Im Zusammenhang mit Corona-Hilfen sei er mit finanziellen Nachforderungen konfrontiert worden, etwa bei der Gewerbesteuer, berichtet er. Er nennt weitere Entwicklungen, die ihm die Freude an der Gastronomie genommen hätten. Als die Mehrwertsteuer während der Pandemie auf sieben Prozent gesenkt wurde, habe ihm das finanziell sehr geholfen, sagt er und ärgert sich, dass die Steuer inzwischen wieder bei 19 Prozent liegt. Nun hofft, dass die neue Bundesregierung das wieder rückgängig macht.
Leisinger spricht von der Schwierigkeit, gutes Personal zu finden, schiebt aber ein Lob für seine eingespielte Truppe hinterher: seine Frau Laxmi Parmar in der Küche, eine Service-Kraft, mehrere Aushilfen und drei Auszubildende. Fritz Leisinger dankt seinen Gästen, unter ihnen viele treue Stammkunden, und den Bürgern, die 2019 der Stadt 800 Unterschriften übergeben hätten, um den „Rosengarten“ zu erhalten.
Nachfolger wird gesucht
Leisinger bedauert, dass sein Sohn Georg nicht, wie geplant, den „Rosengarten“ übernehmen wird. Er habe aus familiären und gesundheitlichen Gründen einen anderen Berufsweg eingeschlagen, sagt der Gastronom. Dass seine Frau seitdem die Küche alleine mit einem Lehrling managt, sei ein weiterer Grund, aufzuhören, sagt Leisinger. Er selbst bereite, wenn Festgesellschaften erwartet werden, die Speisen in der größeren Küche seines Partyservices vor.
Reservierungen einhalten
Dem Vernehmen nach läuft das Restaurant „Rosengarten“ aktuell gut: Hochzeits- und andere Festgesellschaften, Gäste, die à la carte essen wollen, und Parkbesucher, die vielleicht nur etwas trinken, kehren dort ein. Um Parkbesuchern auch bei geschlossener Gesellschaft Eis, Getränke und Snacks anbieten zu können, hat Stefan Pregger kürzlich einen Kiosk aufgestellt. Alle Veranstaltungen und Reservierungen, die bis Ende 2025 vereinbart worden seien, würden auch ermöglicht, versichert Leisinger.
Pregger und Leisinger haben ein klares Ziel: Ab dem Jahr 2026 soll ein erfahrener Gastronom den „Rosengarten“ mit dem bewährten Konzept weiter führen – als ein Restaurant mit gut bürgerlicher Küche für „ganz normale Leute“. Er sei bereits mit Interessenten im Gespräch, sagt Pregger. Auch Natalie Fessmann von der IG Verkehr, die im Jahr 2019 die Unterschriftenaktion unterstützte, habe ihm schon alles Gute für den Neuanfang gewünscht.