Friedhofsweg Hauingen
: Erschließung verursacht hohe Kosten für Anwohner

Bei der Erschließung des Friedhofswegs in Hauingen entstehen Kosten – auch für Anwohner. Das sorgte im Ortschaftsrat für eine Kontroverse.
Von
Alexandra Günzschel
Lörrach
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Der Kreuzungsbereich mit Friedhofsmauer und Blick auf die Brücke über den Soormattbach

Alexandra Günzschel

Eigentlich hätte es eine klare Sache sein sollen: Seit mehr als 30 Jahren wünschen sich die Hauinger den Ausbau des maroden Friedhofswegs, wie am Dienstag im Ortschaftsrat mehrfach betont wurde.

Der Friedhofsweg

Eine unbefestigte Schotterpiste, tiefe Schlaglöcher und regelrechte kleine „Seenbildung“ nach Regenfällen seien ein Dauerärgernis. Hinzu kommt, dass sich dort neben dem Friedhof auch noch eine Arztpraxis befindet, weshalb in diesem Bereich viele ältere Menschen mit Einschränkungen unterwegs seien.

Die Kosten

Das Problem: Bei der geplanten Maßnahme handelt es sich um die „erstmalige endgültige Herstellung einer Erschließungsstraße“, was bedeutet, dass sich die Anwohner finanziell beteiligen müssen. Schätzungen zufolge können diese Beträge offenbar im hohen fünfstelligen Bereich liegen. Über Einzelheiten wurden die Anwohner in der vergangenen Woche informiert. Sie erfuhren, dass eine eingeschossige Bebauung voraussichtlich mit etwa 50 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlägt, eine zweigeschossige sogar mit 62,50 Euro.

Die lange gehegte Überzeugung, dass es sich zumindest im südlichen Teil des Friedhofswegs, der in die Steinenstraße mündet, um eine „historische Straße“ handle, hat sich zu Beginn des Jahres zerschlagen. Ein von der Stadt beauftragter externer Gutachter komme zum gegenteiligen Ergebnis. Diese Einschätzung entscheide darüber, ob Teile der Erschließungskosten auf die Anwohner umgelegt werden oder nicht. Die Stadt habe in dieser Frage kein Ermessensspielraum, sondern eine Beitragserhebungspflicht, erklärte dazu Ortsvorsteher Günter Schlecht.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich am Dienstag rund 20 Eigentümer zur öffentlichen Sitzung einfanden. Der Ortschaftsrat entschied sich bei allem Verständnis für die Anwohner einstimmig für das Bauvorhaben. Die endgültige Entscheidung wird am heutigen Donnerstag im Ausschuss für Umwelt und Technik getroffen.

Das Bauvorhaben

Bei all diesen Fragen geriet das eigentliche Bauvorhaben in den Hintergrund: Der Friedhofsweg soll im nördlichen Abschnitt zwischen der Rechbergstraße und der Brücke über den Soormattbach eine Fahrbahn mit einer Breite von bis zu 5,20 Meter erhalten. Bis zum Haupteingang des Friedhofs wird ein Gehweg entstehen. Darüber hinaus soll der Weg erstmals eine Beleuchtung sowie in Teilen eine neue Straßenentwässerung erhalten. Der Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis will ebenfalls auf den Zug aufspringen.

Insgesamt 725 000 Euro wurden für den Straßenbau veranschlagt, der im Frühjahr 2026 beginnen soll.