Folgen des Klimawandels
: Der Schliengener Wald hat Schäden erlitten

Der Klimawandel hat dem Schliengener Gemeindewald stärker zugesetzt als es bei der jüngsten Forsteinrichtung voraussehbar war.
Von
Jasmin Soltani
Schliengen
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Trockenheit und Borkenkäfer haben auch dem Schliengener Wald stärker zugesetzt, als noch vor wenigen Jahren vermutet.

Jasmin Soltani

Hinzu kam ein rasanter Anstieg an Eschen-Triebsterben. Das hat Anpassungen in dem seit 2019 bis 2028 laufenden Betriebsplan notwendig gemacht, wie die Zwischenrevision deutlich macht.

Vor allem die extrem trockenen Jahre 2018 bis 2023 haben Spuren hinterlassen, darunter große Schäden in den Altbuchenbeständen, berichtete Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer im Schliengener Gemeinderat. Auch Borkenkäfer-Schäden an Tanne, Fichte und teilweise gar an Lärchen haben zugenommen. Die Esche sei wegen Pilzbefalls eine aussterbende Baumart. „Der Wald leidet massiv“, resümierte Schirmer. Und die geschwächten Bäume seien zunehmend auch in punkto Verkehrssicherheit im Übergang von Wald zu Straßen oder zur Bebauung problematisch. Erst jüngst seien Auf der Eckt Buchen umgefallen.

Die zunehmenden Waldschäden werden auch zu einer erhöhten Holznutzung führen. Zwar seien im ersten Jahrfünft erst 48 Prozent des festgelegten Hiebsatzes von 60 000 Festmetern (Fm) erfolgt, doch das sei Zwangsnutzungen geschuldet, bedingt durch Dürre, Sturmschäden und Borkenkäfer. Planmäßige Durchforstungen mussten deshalb zurückgestellt werden. Um das aufzuholen und gleichzeitig Platz für klimaresistentere Baumarten zu schaffen, soll deshalb der Hiebsatz für die kommenden fünf Jahren auf 33000 Fm angehoben werden, so dass es am Ende insgesamt 3,2 Prozent mehr Holznutzung geben dürfte.

Auch die Anpflanzungsfläche wird mit Blick auf den Klimawandel und der Notwendigkeit des Waldumbaus von geplanten 11,8 auf 14 Hektar erhöht. Gleichwohl bleibe Schliengen ein „klassischer Naturverjüngungsbetrieb“. Gepflanzt würden vorwiegend Eichen und Douglasien. Bis zur „Halbzeit“ des Forsteinrichtungsplans waren es bereits 11000 Neuanpflanzungen, meist Eichen, aber auch 20000 Douglasien. Gleichwohl würden im Sinne der Artenvielfalt je nach Standort auch Nussbaumarten, Kirsche, Ahorn und auch Lärchen mit berücksichtigt, erläuterte Schirmer aus Nachfragen aus dem Ratsrund. Ebenso nicht vernachlässigen wolle man Fichten, „wir werden auch künftig Bauholz als nachwachsenden Baustoff brauchen“, sagte er. Und in Nordlagen seien auch Tannen möglich.

Die Jagd ist wichtig beim Waldumbau

Auch die Jagd sei wichtig beim Waldumbau, betonte Schirmer. Er dankte den Jagdpächtern dafür, dass der Wildverbiss gemildert wurde, er sei dennoch stellenweise zu hoch. Thomas Sattler regte an, den Jagdpächtern die Verjüngungsflächen rechtzeitig zu melden, damit diese besser geschützt werden können.

Die Jungbestandspflege, die ebenfalls zur Stabilität der Wälder beiträgt, liegt laut Zwischenrevision sehr gut im Plan, in fast 70 Prozent der vorgesehenen knapp 80 Hektar ist die Arbeit erledigt. Dagegen soll die Wertästung von Douglasien, Wildkirsche und Nussbäumen intensiviert werden, um bessere Preise am Holzmarkt erzielen zu können.

In den Unterhalt der Wege muss investiert werden

Auch der Unterhalt der Waldwege müsse intensiviert werden, weil sich ihr Zustand verschlechtert habe. Dabei gehe es nicht nur um die Wege zur Langholz-Abfuhr, erläuterte Revierförster Partrick Tröndle, sondern auch um die Maschinenwege. Mitunter müssten Waldarbeiter das Holz mit Rückenschleppern herausholen. Zur Verbesserung der Situation bräuchte es „keine Rieseninvestition“, aber eine kontinuierliche Bereitstellung von Mitteln im Haushalt. Diese seien in den vergangenen Jahren stark gekürzt worden.

Insgesamt konnte zur Zwischenbilanz und trotz manch Unbill mit rund 46000 Euro Überschuss pro Jahr ein gutes betriebswirtschaftliches Ergebnis erzielt werden. Höhere Kosten, Investitionen und die Folgen der Schäden dürften allerdings zu rückläufigen Ergebnissen führen, dämpfte Schirmer die Erwartungen. Er gab abschließend aber auch das Lob des Regierungspräsidiums Freiburg an das Schliengener Team um Patrick Tröndle weiter: Der Wald sei bei den Verantwortlichen in guten Händen.