Feuerwehr in Lörrach: Kriminalpolizei ermittelt wegen Feuer im Grütt-Stadion

Die Tribüne im Grütt-Stadion wurde bei dem Feuer in Teilen zerstört.
Feuerwehr LörrachBrandherd waren offenbar zwei Hochsprungmatten, die unter dem Tribünendach lagerten. Von dort aus griff das Feuer auf die Tribüne über, die laut Polizeibericht auf etwa 15 Metern brannte. Die Einsatzkräfte konnten verhindern, dass das Feuer auf ein angrenzendes Lagergebäude übergreift. Die Tribüne allerdings ist stark beschädigt (Die Oberbadische berichtete).
Tribüne muss abgerissen werden
Zur Höhe des Schadens und zur Frage, wer dafür aufkommt, kann die Stadt als Eigentümerin des Stadions derzeit noch keine Angaben machen, teilt Pressesprecherin Susanne Baldus-Spingler auf Anfrage unsrer Zeitung mit. „Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet, die Schadensaufnahme läuft aktuell.“ Ebenso unklar ist auch, wie es mit der Tribüne weitergeht: Reparatur oder komplette Erneuerung? „Das wird geprüft“, heißt es auch hierzu aus dem Rathaus. Für Christoph Geissler ist die Sache bereits klar: „Das muss mit Sicherheit komplett abgerissen werden“, sagt er mit Blick auf die arg in Mitleidenschaft gezogene Tribüne. Geissler ist Leiter der Leichtathletik-Abteilung im Tus Lörrach-Stetten, die zu den Hauptnutzern des Stadion zählt.
Mit Blick auf die Brandursache halten sich die offiziellen Stellen noch bedeckt. Die Kriminalpolizei ermittle, eine „Inbrandsetzung“ werde nicht ausgeschlossen, teilt Polizeipressesprecher Thomas Batzel auf Anfrage unserer Zeitung mit.
Leichtathleten gehen von Brandstiftung aus
Für Christoph Geissler steht derweil außer Frage, dass das Feuer mutwillig gelegt wurde. „Dort gibt es absolut nichts, wo ein Funke zufällig überspringen könnte“, sagt er und macht aus seinem Ärger und seiner Betroffenheit keinen Hehl: „Es ist einfach traurig, dass Menschen willkürlich irgendwelches Zeug anzünden“.
Die Tribüne dient(e) den Nutzern des Stadion als Aufenthaltsort mitsamt Schutz vor Sonne und Regen – sei es als Zuschauerraum, als trockenes Plätzchen für die Sporttasche oder für die Sportler selbst, die dort die ein oder andere Trainingseinheit auch bei Regen absolvieren konnten. Das alles fällt vorerst weg. Ebenso wie das Hochsprung-Training: Die beiden Hochsprungmatten, an das Feuer seinen Ausgang nahm, sind natürlich unbrauchbar und müssen ersetzt werden. Kostenpunkt: 17 000 Euro pro Stück.
Matten zerstört, Bahnen unbeschädigt
Besonders bitter: „Die Matten waren für eine einzige Woche auf der Tribüne gelagert – um sie für die geplante Reinigung der Bahnen aus den Weg zu schaffen.“ Die gestaltet sich nach dem Brand deutlich aufwendiger als geplant: Aktuell sind die Bahnen übersät von Asche und Überresten der verbrannten Dachplatten.
Immerhin: Bleibenden Schaden haben die Bahnen nicht genommen – weder durch Flammen oder Hitze noch durch die Löschfahrzeuge. Da gerade Ferien sind, ist der Trainingsbetrieb nicht allzu betroffen. Für die Kindersportakademie indes muss wohl umgeplant werden, so Geissler.
Den Schaden für seinen Verein sieht der Leichtathlet weniger finanziell als ideell. Er zeigt sich ebenso verärgert wie betroffen – und überlegt, welche weitergehenden Konsequenzen der Vorfall womöglich haben muss. „Vandalismus haben wir hier immer wieder“, berichtet er – seien es die Überreste von Trink- und Grillgelagen, sei es der Papierkorb, der im Sprecherhäuschen landet.
Angesichts dieser Erfahrungen müsse man überlegen, ob man den Zugang zu dem Areal einschränke und es beispielsweise einzäune. Allerdings ginge solche Abschottung auf Kosten der vielen Menschen, die das Stadion ganz regelkonform nutzen und hier etwa als Hobbysportler ein paar Runden drehen. „Das ist eine schwierige Abwägung, die wir da treffen müssen“, schließt Geissler.