Feuerwehr in Efringen-Kirchen: Eklat: Haberstroh wirft Holzmüller Streitsuche vor

Philipp Haberstroh legt in der Isteiner Halle seinen Jahresbericht vor.
Rolf MückEs war eine übliche Generalversammlung der Gesamtfeuerwehr Efringen-Kirchen am Freitag in einer voll besetzten Festhalle in Istein. Für eine faustdicke Überraschung sorgte allerdings Philipp Haberstroh. Der Gesamtkommandant machte Bürgermeisterin Carolin Holzmüller schwere Vorwürfe.
Dank an Gemeinderat und Holzmüller
Zunächst galt Haberstrohs Dank noch dem Gemeinderat „für die Bereitstellung der Mittel und das Vertrauen, dass mit als Kommandant, aber auch uns als Feuerwehr entgegengebracht wird“. „Das gilt auch ausdrücklich für die Frau Holzmüller“, sagte der Kommandant. Dann fand er Anerkennung für die Bürgermeisterin: „Es bereitet mir zwar fast schon körperliche Schmerzen das zuzugeben, aber ohne ihren Anstoß wären das Standortkonzept, der Bedarfsplan und der Architektenwettbewerb nicht so schnell initiiert worden, und ich bin überzeugt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“
Haberstroh trifft Holzmüller hart
Der nächste Satz sorgte in Istein dann allerdings für überraschte Gesichter. „Allerdings muss man auch sagen, dass es für sie Frau Holzmüller deutlich einfacher wäre, wenn sie statt Streit einfach Mitstreiter suchen würden“, erklärte Haberstroh. Bei der Rathauschefin sorgte dies für eine deutliche und schwere Betroffenheit.

Bürgermeisterin Carolin Holzmüller kämpft nach den Worten des Kommandanten bei Ihrer Rede mit den Worten (Archivfoto).
Foto: Daniel HengstDamit war in Bezug zur Bürgermeisterin noch nicht das letzte Wort von Haberstroh gesprochen. Als Kommandant sei er sowieso „das ganze Jahr damit beschäftigt“, „ sich auf das Wesentliche, Positive zu konzentrieren“. Zudem müsse er „über Macken hinwegsehen“, sagte Haberstroh, und dies „werde ich ... in dem Fall auch tun“. „Zumindest bis Montag“, schob Haberstroh nach. Eine Erklärung von seiner Seite, was er gedenke ab Montag zu tun oder was er an diesem Tag erwarte, folgte nicht. – Bei ihrem Grußwort zeigte sich Bürgermeisterin Carolin Holzmüller sichtlich betroffen und kämpfte mit ihren Emotionen.
Arbeitsreiches Jahr für Feuerwehr
Ansonsten war es keine Außergewöhnliche Generalversammlung. Haberstroh blickte in seinem Bericht auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Mit Abteilungskommandanten und Stellvertretern habe er sich mit der Zukunft der Feuerwehr in Efringen-Kirchen beschäftigt. Es wurde ein Plan ausgearbeitet, wie die Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen gestaltet und weiter in Richtung neuer Struktur weiterentwickelt werden kann. Während der organisatorische Grundstein für die Umstrukturierung gesetzt worden sei, so der Kommandant, wurde ein wichtiger Meilenstein mit dem Vorankommen beim Neubau des Gerätehauses Süd erreicht.
Der Neubau
Bei einem Architektenwettbewerb zum Neubau des Gerätehauses wurde von einem Preisgericht der Sieger ermittelt, der den besten Entwurf für die Planung eingereicht hatte. Im neuen Gerätehaus sollen neben sämtlichen Equipment der Feuerwehr unter anderem auch Jugendfeuerwehr, Bergwacht, First Responder, Lager und Werkstätten untergebracht werden. Außerdem ist ein Verkehrsübungsplatz, sowie Räumlichkeiten für Arbeitsplätze sowie Aus- und Weiterbildungen geplant.
Neben den zahlreichen Einsätzen seien auch andere wichtige Termine abgearbeitet worden, erkläre Haberstroh, wie einem Katastrophenschutztag an der Realschule, einem Fahrsicherheitstraining, den Leistungsabzeichen, der Truppmann Ausbildung und der Multiplikatoren Ausbildung. Da dieses Jahr das Kreiszeltlager der Jugendwehren in Efringen-Kirchen stattfindet, so Haberstroh, habe man zur Vorbereitung eine Holzmachaktion veranstaltet.
(In einem weiteren Artikel werden wir noch über die Einsatzzahlen, geplante Anschaffungen und Ehrungen berichten.)