Feuerverbot in Fasnachtskellern: So reagiert Basel auf die Brandkatastrophe im Kanton Wallis

Der Kanton Basel-Stadt nimmt die Cliquenkeller in den Fokus. Eine Brandkatastrophe soll ausgeschlossen werden.
Michael WerndorffDie Feuerpolizei führt vor der Basler Fasnacht eine Begehung aller Cliquenkeller durch. Während der Fasnacht sind neuerdings Stichkontrollen zur maximalen Belegungszahl vorgesehen. Dies ist Teil eines Maßnahmenpakets des Kantons nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana.
Die obligatorische Vorbesichtigung aller rund 70 Keller mit einer Betriebsbewilligung wird am 2. Februar starten, wie Veronika Röthlisberger, Direktorin der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, am Donnerstag vor den Medien sagte. In den öffentlich zugänglichen Vereinslokalen wird zudem ein striktes Rauch- und Feuerverbot gelten. Ausnahmen gibt es nur bei bewilligten Gaskochstellen. Die Behörden stellen den Fasnachtscliquen Informationsplakate mit der maximalen Belegungszahlen zur Verfügung, die sie bei den Kellereingängen anbringen müssen. Wie sie die Anzahl Gäste im Auge behalten, ist den Cliquen selbst überlassen, etwa mit einem Türsteher oder einem Reservationssystem. Die meisten Keller haben eine Bewilligung für maximal 50 oder 100 Personen.
„Wenn es Probleme gibt sind, sind es überfüllte Keller und verstellte Fluchtwege“, sagte Röthlisberger. Die Feuerpolizei wird die Stichkontrollen nicht nur in den Cliquenkellern, sondern auch in anderen Lokalen durchführen. Schließung von mangelhaften Kellern ist möglich Stellt sie bei der Begehung vor der Fasnacht gravierende Mängel fest, die nicht behoben werden können, verfügen die Behörden eine Nutzungsbeschränkung, die bis zu einer faktischen Schließung führen kann. Dasselbe gilt, wenn die Feuerpolizei bei den Stichkontrollen während des Betrieb Verstösse gegen die Brandschutzauflagen feststellt oder die Betreiber nicht kooperieren.
Fluchtwege freihalten
Zudem führt die Gebäudeversicherung am 29. Januar eine Informationsveranstaltung für die Betreiber durch. Unter anderem sollen die Fasnachtscliquen daran erinnert werden, die Fluchtwege freizuhalten und diese nicht etwa als Abstellplätze für Trommeln und Larven zu nutzen, wie Röthlisberger weiter sagte.
Für eine sichere Fasnacht
„Ziel ist eine sichere Fasnacht“, sagte Regierungsrätin Tanja Soland. Nach der Katastrophe von Crans-Montana in der Neujahrsnacht seien in der Bevölkerung Verunsicherung und viele Fragen im Hinblick auf den Großanlass präsent. Die Regierung hat 70 000 Franken für die Informations- und Sensibilisierungskampagne zum Brandschutz genehmigt. Die Kontrollgänge gehen aufs Konto der Gebäudeversicherung. Sechs Experten werden diese durchführen, wie die Direktorin der Gebäudeversicherung weiter sagte.
Bei den Begehungen liegt der Fokus unter anderem auf den Fluchtwegen und Feuerlöschern sowie auf der Schulung des Personals. Ein Thema wird auch die Dekoration sein.