Festhalle Haltingen
: Probleme mit dem Brandschutz sind lösbar

Auch im Bauausschuss gab es großes Lob für die Pläne der Stadt, die Haltinger Festhalle nun doch zu ertüchtigen.
Von
Herbert Frey
Weil Am Rhein
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„Einmalige Kubatur“ – die Haltinger Festhalle aus dem Jahr 1957

Beatrice Ehrlich

Es sei mittlerweile klar, dass die Stadt finanziell nicht dazu in der Lage sein wird, in den kommenden zehn Jahren in Haltingen eine neue Halle zu bauen, sagte Bürgermeister Lorenz Wehrle.

Dies habe die Verwaltung verlasst, nach einer Lösung für eine „kleine Sanierung“ zu suchen. Viele Akteure wie das Amt für Gebäudemanagement, verschiedene Ingenieurbüros und das Architekturbüro Wilhelm und Hovenbitzer seien daran beteiligt gewesen.

Tatsächlich habe man auch ein tragfähiges Konzept entwickelt, das im Brandfall eine Abführung von Hitze und Rauch über seitliche Fenster ermögliche. Dieses habe sich andernorts bereits bewährt.

Eingebaut werden soll eine so genannte „Entrauchungsdruckanlage“, die Wehrle im Ortschaftsrat bereits ausführlich vorgestellt hatte (wir berichteten).

Im Ausschuss erläuterte deren Funktionsweise erneut. In wenigen Minuten bekomme man die Halle im Brandfall damit rauchfrei, so dass alle Besucher sicher ins Freie gebracht werden können. Es gehe dabei ausschließlich um die Rettung der Menschen und nicht darum, das Abbrennen der Halle zu verhindern, betonte Wehrle.

Die Türen und der Vorbau sollen unter anderem erneuert werden.

Foto: Beatrice Ehrlich

Wenn das Maßnahmenpaket „Sicherheit“ umgesetzt werde, „müssen wir das Dach nicht anfassen“, ergänzte er. Dann könnte die derzeitige Beschränkung auf maximal 199 Personen, die sich gleichzeitig in der Halle aufhalten dürfen, aufgehoben werden. Kosten würde dies 450 000 Euro, mit zusätzlicher Rampe im Eingangsbereich 500 000.

Das Paket „Wohlbefinden“, das unter anderem die Beheizbarkeit im Winter verbessern soll, beläuft sich auf 150 000 Euro und enthält mit neuen Szenenvorhängen (26 000 Euro) ebenfalls ein optionales Element. Abgerundet werden soll die Sanierung durch substanzerhaltende Maßnahmen für nochmals 420 000 Euro.

Lob im Namen der Vereine

Axel Schiffmann sprach der Verwaltung ein „Riesenlob“ im Namen der Vereine und der Bürger aus – „auch der Weiler“, wie er betonte. Denn mit ihrer „einmaligen Kubatur“ sei die Festhalle auch für die Kernstadt als Veranstaltungsstätte unverzichtbar.

Wenn man sukzessive weiter saniere, lasse sich die Festhalle sicher über die geplante „Mindestlaufzeit“ von zehn Jahren hinaus weiter nutzen, meinte er.

Nutzung für weitere 20 Jahre möglich?

Lars Augustin hakte da konkreter nach und wollte wissen, ob nach der technischen Ertüchtigung noch etwas gegen einen Betrieb der Festhalle für weitere 20 Jahre spreche.

Wenn der entstandene Sanierungsstau beseitigt sei und Mängel fortlaufend behoben werden, könne er sich durchaus vorstellen, „dass die Halle auch länger als zehn Jahre hält“, entgegnete der Bürgermeister.

Neubau wäre um ein Vielfaches teurer

Die Kosten von 1,1 Millionen Euro mögen dem Bürger auf den ersten Blick beachtlich erscheinen, meinte Thomas Bayer, der deshalb wissen wollte, mit wie viel ein Neubau zu Buche schlagen würde.

Wehrle wollte sich zunächst nicht festlegen, nannte dann eine Summe von acht bis zwölf Millionen Euro. Im Übrigen könne man die drei Maßnahmenpakete auch auf zwei oder drei Haushaltsjahre verteilen, meinte er. Hochgerechnet auf mindestens zehn Jahre Nutzung koste die Sanierung pro Jahr nur rund 100 000 Euro – „das ist im Prinzip geschenkt“, fand Jürgen E. Walliser.