Ferienaktion in Lörrach: Für Langeweile ist hier gar keine Zeit

Trotz Regenwetters wagten sich ein paar Kinder und Betreuer raus in das großzügige Gartengelände. Dort lud unter anderem eine Tischtennisplatte dazu ein, sich sportlich zu betätigen.
Regine Ounas-KräuselAn einem Donnerstagvormittag, 10 Uhr: Rund 70 Mädchen und Jungen versammelten sich um Melanie Manns. Sie erzählte ihnen, was sie heute machen können, und gab die Regeln aus: „Seid lieb zueinander.“ Nicht schlagen, keine bösen Worte. Spiele zum Schluss wieder aufräumen. Außerdem bat sie die Kinder, nur mit Jacke, Kapuze oder Mütze rauszugehen: An diesem Vormittag regnete es in Strömen.
Das Kümmern um die Tiere gehört mit dazu
Kurz darauf liefen Marlene und Levin mit Daniel Frey, dem Leiter des Kaltenbach-Horts, über die große Wiese und zeigten der Reporterin die drei Hasen, die seit Kurzem zur Stiftung gehören. Jeden Morgen und Nachmittag würden die Ferienkinder die Tiere füttern und jeden Freitag den Stall ausmisten, erzählte Frey. In Schulzeiten würden sich die Kinder vom Kindergarten Sandhüpfer und vom Hort sowie die Hort-Eltern um die Tiere kümmern, sagte er, während die Hasen eine Extramöhre bekamen. Bei der Kaltenbachstiftung leben außerdem zwei Esel, mit denen die Kinder im Ferienprogramm auch spazieren gehen. Ab Herbst kommen Zwergziegen hinzu.
Bei Regen gibt es auch im Haus viel Beschäftigung
Die meisten Kinder fanden an dem verregneten Donnerstag eine Beschäftigung im Haus. Der sechsjährige Jakob baute aus Naturmaterialien ein Wichtelhaus. Er nahm das blumengeschmückte Dach ab, zeigte die Wände aus Korken, einen winzigen Holztisch, den großen Turm in der Mitte. Das Bastelmaterial hatte Erlebnispädagogin Melanie Manns mitgebracht. Ein Mädchen formte mit Tonsträngen einen Regenbogen. Sie hatte am Morgen am Yoga und einer Traumreise teilgenommen, bei der auch ein Regenbogen vorkam. Andere Kinder lernten, aus Brennnesselfasern hübsche Armbänder zu flechten. Auch das gehörte zum abwechslungsreichen Angebot der pädagogischen Mitarbeiter von der Stiftung und von außerhalb. Handwerkliche und Kreativangebote gehörten zum Konzept der Kaltenbachstiftung, sagte Daniel Frey. Die Kinder könnten dabei verschiedene Materialien kennen lernen und sich damit auseinandersetzen.

Die Versorgung der Hasen gehört zum Ferienprogramm.
Foto: Regine Ounas-KräuselJedes Kind suchte sich die Beschäftigung, die ihm gefiel. Auch zum Spielen oder einfach zum Chillen war Zeit. Ein paar Jungen beugten sich konzentriert über ein Schachbrett und ließen sich in das königliche Spiel einführen, andere chillten in einer Sofaecke und zeigten sich ihre Pokemonkarten. Kaum ließ der Regen nach, waren die ersten Kinder draußen im großen Garten, spielten Fußball oder Tischtennis.
Stiftung bietet in den Ferien ein buntes Programm
Die Kaltenbachstiftung bietet in allen Schulferien, außer an Weihnachten, Ferienprogramme für Kinder von sechs bis zwölf Jahren an, die schon die Schule besuchen. In den Sommerferien kämen in diesem Jahr bis zu 110 Kinder pro Woche. Um in diesem Trubel nicht unterzugehen, brächten die Kinder „Schulhoferfahrung“, erklärte Frey.
Im Sommer kann das offene Programm wochenweise gebucht werden und umfasst eine Betreuung von 7.30 bis 16.30 Uhr mit frisch gekochtem Mittagessen. Können Familien die Teilnahme ihrer Kinder nicht finanzieren, hilft der Sozialfonds des Vereins Chinderlache.
Neben dem offenen Ferienprogramm bietet die Kaltenbachstiftung in diesem Sommer in drei Ferienwochen Volkshochschulkurse für Kinder an. In der letzten Ferienwoche finden dann nochmals VHS-Kurse statt, die vom „Science-Lab“ über „Abenteuer Natur“ bis hin zu Kreativangeboten reichen. Beim Papierschöpfen und beim Kurs „Biegen, bauen, staunen“ sind noch Plätze frei.
Infos und Anmeldung: www.kaltenbach-stiftung.de