Fasnacht in Weil am Rhein: Feiernde Frauen und Männer in High Heels

Hippies enterten die Tanzfläche im Gewölbekeller des Alten Rathauses.
Anita Indri-WernerVor einem halben Jahrzehnt hatte diese Tradition begonnen. Damals hatten es die Frauen nicht einfach, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Zuerst mussten sie die Genehmigung der Männer in der Narrenzunft einholen, eine Clique gründen zu dürfen.
Im Schwanensaal wurde fortan das Frauerächt gefeiert.
Allerdings: zu Beginn hatten nur Frauen Zutritt. Wehe, ein Mann wagte es, den Saal zu betreten. Später wurde die Veranstaltung in den Gewölbekeller verlegt.
Aufwändige Kostüme ziehen aller Augen auf sich
Heute feiern Männer und Frauen gemeinsam.
Dabei finden sich unter den Besuchern sehr viele Männer, die sich als Frau verkleiden. Bezeichnend für diese Kostümierung ist oft ein überdimensionaler Busen, dazu kommen Netzstrümpfe und eine blonde Perücke.

Ob Frau, ob Mann: Aufsehen erregten die fantasievollen Kostüme.
Foto: Anita Indri-WernerManch ein mutiger Mann kam sogar in High Heels. Bei den meisten verriet der Bartwuchs das Geschlecht.
Hippies und Hühner
Überhaupt wurden an diesem Abend sehr schöne und aufwändige Kostüme getragen. Eine große Gruppe war als lebenslustige Hippies gekommen.
Zwei überaus niedliche Hühner bewegten sich im Saal, und eine Dame trug ein wunderschönes Frühlingskleid mit vielen Blumen.

Herrliche Kostüme waren im Gewölbekeller des Alten Rathauses zu sehen.
Foto: Anita Indri-WernerOberrätsche Birgit Hinze-Rauchfuss begrüßte die Besucher. Auch ihr waren die vielen bemerkenswerten Kostüme aufgefallen. „Nicht vergessen, wir haben heute Damenwahl“, so wie es am Frauenrächt üblich sei, erinnerte die Oberrätsche.
Tanzfläche wurde den ganzen Abend nie leer
Das ließen sich die Narren nicht zweimal sagen. Kaum, dass DJ Old Jacki die ersten Scheiben auflegte, füllte sich die Tanzfläche. Sie wurde den ganzen Abend nie leer.
Gelungener Sketch: Freud und Leid von Chat-Gruppen
Mit einem Sketch über das „digitale Schmarotzertum“ unterhielten Birgit Hinze-Rauchfuss und Stephanie Wick die Besucher. Thema war die Verpflichtung zum Beitritt zu einer Eltern-Chat-Gruppe und damit der Zwang zur Teilnahme.
Der Schnitzelbangg-Vortrag der Riisnägel und der Auftritt der Guggemusik Ranzepfiffer rundeten das närrische Programm voller Spaß und Tanz ab.

Bei der Ehrung: Andreas Kiesewetter von der IG Straßenfasnacht, Oliver Brüderle, Narrenvogt der Vogtei Dreiländereck, Oberrätsche Birgit Hinze-Rauchfuss und die zweite Vorsitzende der Rätschgosche Stephanie Wick
Foto: Anita Indri-WernerHohe Auszeichnung: Dann gab es noch eine Überraschung für die Oberrätsche. Narrenvogt Oliver Brüderle von der Vogtei Dreiländereck überreichte Birgit Hinze-Rauchfuss in Anwesenheit des Vorsitzenden der IG Weiler Straßenfasnacht, Andreas Kiesewetter, den Vogteiorden in Gold.
Seit 1973 ist sie aktives Mitglied in den Wiler Rätschgosche. Vor 24 Jahren hat sie das Amt der Vorsitzenden übernommen.