Fasnacht in Lörrach
: Narrenzunft äußert sich zur Absage der Straßenfasnacht

Für viel Diskussionsstoff sorgt die überraschende Absage der großen Fasnachtsveranstaltungen von Seiten der Narrengilde. Nun äußert sich auch Zunftmeister Andreas Glattacker.
Von
Gabriele Hauger
Lörrach
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Andreas Glattacker appelliert an die Vernunft aller (Archivbild).

Marco Fraune

Die Narrenzunft (zuständig für die Saalfasnacht) trägt, wie einige andere Gruppierungen ebenfalls, einen wesentlichen Teil zur Lörracher Traditionsfasnacht bei. Sie ist ein komplett eigenständiger Verein, verfolgt aber natürlich mit größtem Interesse die Querelen zwischen Gilde (Straßenfasnacht) und Stadt, die nun offenbar in einer Absage der Straßenfasnacht gipfeln. „Diese Absage der beiden Großveranstaltungen der Straßenfasnacht durch die Narrengilde finde ich fatal“, sagt Oberzunftmeister Andreas Glattacker auf Nachfrage. Für ihn ist zudem klar: Umzug und Gugge-Explosion gehören in die Innenstadt. Nur dort herrsche das entsprechende Fasnachts-Flair, welches sie auch verdienten.

Besonnen und reflektiert analysiert Glattacker die nun offenbar gescheiterten Verhandlungen zwischen Gilde und Stadt, in denen vor allem die Finanzierung strittig war. Eine Beurteilung der Gemengelage findet er schwierig. Schließlich kenne er die einzelnen Posten und Kosten nicht im Detail.

Aber: Als „ausgewiesener Pragmatiker“ findet er den harten Schritt der Gilde fragwürdig. Die Stadt sei dieser finanziell doch immerhin sehr entgegengekommen. Auch die aufwendige Reinigung der Straßen sei ja via Werkhof stets übernommen worden. „Die Gilde ist trotz alledem und trotz deutlich steigender Zuschüsse nicht zufrieden“, sagt Glattacker.

„Wir alle müssen sparen“

Man müsse berücksichtigen, dass sich alle Vereine Unterstützung von Seiten der Stadt wünschten, dass überall Bürokratie und Anforderungen stiegen. Und, dass die Stadt schließlich nicht über unbegrenzte finanzielle Ressourcen verfüge. „Wir alle müssen sparen und haushalten“, so Glattacker.

Wird es 2026 einen Straßenumzug in Lörrach geben? (Archivbild)

Foto: Kristoff Meller

Bezüglich der Straßenfasnacht gibt er zudem zu bedenken: „Vielleicht müsste man das ein oder andere ,nice-to-have’ auch mal lassen, beziehungsweise auf das ein oder andere Liebgewonnene verzichten, um das große Ganze nicht zu gefährden.“

Insbesondere nach Corona habe auch die Narrenzunft bei ihrer Saalfasnacht Einschränkungen hinnehmen müssen. „Vereinsarbeit ist generell schwerer geworden. Doch das ist Ehrenamt. Und ein Ehrenamt übernehme ich der Ehre wegen, zum Wohle der Gemeinschaft und aus Liebe zur Sache.“

„Weniger ist mehr“

Manchmal sei weniger mehr, findet der Oberzunftmeister. Er sieht, dass die Straßenfasnacht großen finanziellen Aufwand bedeute. Alles etwas kleiner, etwas weniger Aufwand: Auch mit ein paar Abstrichen könne eine „schöne Fasnacht“ stattfinden.

Appell an die Vernunft aller

Die Stadt sei der Gilde doch einen gewaltigen Schritt entgegen gegangen. Mehr sei da in der momentanen Lage wohl eher nicht möglich, sagt er – und appelliert an die Vernunft aller.

Trotz allem hofft er auf eine schöne Fasnacht 2026 mit Schnitzelbängg, Zunftabenden, Guggenmusik, Cliquenauftritten, Hauger Buurefasnacht, Fasnachtsfeuer – und allem, was dazu gehört.