Fasnacht in Lörrach
: Narrenbaum steht nach knapp einer Stunde

Schon vor der Zeit hatten sich am Samstag viele Zuschauer versammelt, um den Einzug der Lörracher Narren und des Narrenbaums mitzuerleben.
Von
Anita Indri-Werner
Lörrach
Jetzt in der App anhören

Alle Helfer packten mit an, um den 18 Meter hohen Narrenbaum in Position zu bringen.

Anita Indri-Werner

„Ich freu mich so, e wunderschönes Bild, und ich bi Mitte drin“, sagte die Protektorin der Lörracher Narrengilde, Luitgard Ehmsen, angesichts der vielen bunten Narren beim Narrenbaumstellen auf dem Alten Markt. Auf dem Narrenschiff standen neben den Gildemeistern und Oberbürgermeister Jörg Lutz auch Gäste aus der Schweiz, Landtagsabgeordnete und Ehrengildemeister Jörg Rosskopf.

Musik wird leiser aus Rücksicht auf die Pferde

Dann war es soweit. Guggemusiken und Cliquen zogen auf den Platz. Der Wagen mit der 18 Meter hohen Weißtanne, gezogen von Pferden der Firma Maier aus Kandern folgte. Da diese Pferde zum ersten Mal den Narrenbaum brächten, werde die Musik leiser gemacht, um die Tiere nicht zu erschrecken, erklärte der Obergildemeister. Bisher war Christian Herbster für die Beschaffung des Baumes, der von der Stadt Lörrach zur Verfügung gestellt wurde, zuständig. Dies sei sein letzter Baum, verkündete der Sprecher auf dem Narrenschiff, dem „Annerösli“.

Die 35-köpfige Mannschaft, darunter zwei Frauen, um die Narrenbaumbammert Mathias Spinner und Michael Hugenschmidt stand bereit. Der Baum wurde in Position gebracht.  Der Stamm wurde mit Tauen fixiert. Die ersten Stickel wurden angesetzt und immer wieder ertönte der Ruf von Spinner: „1, 2 auf“.  Insgesamt fünf Stickel kamen zum Einsatz.

Währenddessen sorgte Hugenschmidt mit einem schweren Hammer immer wieder dafür, dass der Fuß des Narrenbaums die Richtung ins vorbereitete Loch fand. Zwei Meter tief wird der 18 Meter hohe Stamm im Boden versinken, um so den sicheren Stand zu garantieren. Etwa die Hälfte war geschafft, dann ging es schnell. Der erste Stickel wurde weggenommen, dann der zweite und mit einem Ruck stand der Narrenbaum nach knapp einer Stunde, was für Raunen und Applaus sorgte.

Hugenschmidt schlug Holzkeile rund um den Stamm in den Boden, bevor er sich zum Besteigen fertig machte. Gesichert von Thomas Prick stieg der Baumbammert behänd zur Spitze hoch.

Hugenschmidt als bewährter Baumkletterer

Oben angekommen wurde der vorbereitete Kranz mit den bunten Bändern befestigt. „Zieh“, „abe“, so lauteten die Befehle von der Spitze. Die Taue mussten so gelockert oder angezogen werden, dass der Kranz in die Waagerechte kam. Mehr als ein Dutzend Male hat sich Hugenschmidt als Baumkletterer bewährt. Etwas wackelig sei es da oben gewesen, stellt er fest, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Es ist alles super gelaufen“, sagte Mathias Spinner. Die Organisation habe funktioniert und die Mannschaft habe zuverlässig gearbeitet.