Busverkehr im Landkreis Lörrach
: Fahrgäste sollen automatisch gezählt werden

Der Landkreis Lörrach investiert in ein automatisches System zur Erfassung der Fahrgastzahlen. Damit soll der Busverkehr besser ausgestaltet werden.
Von
Michael Werndorff
Kreis Lörrach
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Sensoren zur Fahrgastzählung sollen in den Bussen von Südbadenbus installiert werden.

Marco Fraune

Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause grünes Licht gegeben für die Einführung eines Systems zur automatischen Zählung von Bus-Fahrgästen (AFZS). Damit soll nicht nur eine Vorgabe des Landes erfüllt werden, vielmehr soll auf Basis der erhobenen Zahlen das Busangebot bedarfsgerecht gesteuert werden. Geplant ist, im Kreis Lörrach Busse von Südbadenbus mit dem AFZS auszustatten.

Das ermögliche belastbare Aussagen zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und schaffe damit eine verlässliche Datengrundlage für die Planung von Fahrplänen, den Einsatz von Fahrzeugkapazitäten sowie die faire Verteilung von Einnahmen zwischen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern, wie Philipp Günther, Nahverkehrsplaner im Landratsamt, in der Beschlussvorlage darlegt.

Mehrwert für den Landkreis Lörrach

Für den Landkreis Lörrach biete ein AFZS einen wesentlichen Mehrwert: Es ermöglicht einen detaillierten Überblick über die regionale Fahrgastnachfrage und unterstütze damit eine bedarfsgerechte Steuerung des Verkehrsangebots. Auf dieser Grundlage könnten gezielte Anpassungen vorgenommen werden, etwa durch zusätzliche Verstärkerfahrten bei hoher Auslastung oder die Reduzierung von Fahrten bei dauerhaft geringer Nachfrage. So ließen sich Ressourcen effizienter einsetzen und das Angebot optimal auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen, heißt es aus dem Landratsamt.

System sammelt Daten und übermittelt diese

Zur Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorgaben des Landes wurde ein regionales Hintergrundsystem für Südbaden eingerichtet (RHGS), welches die Daten sammelt und an das Land übermittelt. Hierfür hat der Kreistag die Verwaltung beauftragt, einen Vertrag mit dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg abzuschließen und den Beitritt des Landkreises zum RHGS für die automatische Fahrgastzählung zu vollziehen. Federführend ist der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, der den Regio-Verkehrsverbund Freiburg mit der technischen Umsetzung beauftragt hat. Finanziell beteiligt sich der Landkreis pro Jahr mit 40 000 Euro an den laufenden Kosten für das Hintergrundsystem.

Kreistag bewilligt 178 400 Euro für die Geräte

Für die gemeinsame Beschaffung der erforderlichen Geräte mit Südbadenbus hat der Kreistag außerplanmäßig 178 400 Euro bewilligt. Derweil rechnet das Gremium mit einer Landesförderung von 133 800 Euro. Einer ersten Einschätzung der Verwaltung zufolge soll es ausreichen, 60 Prozent der Busse mit dem System auszustatten, um die gesetzliche Vorgabe des Landes erfüllen zu können. Das System soll schrittweise spätestens bis zu Jahr 2027 eingeführt werden. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die rechtzeitige Beschaffung und der Einbau von Zähleinrichtungen in eine ausreichende Anzahl von Bussen.

Förderung des Landes an Vorgabe geknüpft

Für das neu zu vergebende Linienbündel Markgräflerland, das Mitte Dezember 2026 seinen Dienst aufnehmen soll, wird vorgeschlagen, die Ausstattung mit Zählsystemen im Rahmen der Ausschreibung verbindlich vorzugeben. Die Kosten müssen die Verkehrsunternehmen dann in ihre Angebote einpreisen. Und: Kreisangehörige Städte und Gemeinden mit eigenem Stadt- beziehungsweise Ortsverkehr sind im Rahmen des AFZS-Programms analog zum Landkreis ebenfalls verpflichtet, die Fahrzeuge auszustatten und die Zähldaten an das RHGS weiterzugeben, so die Kreis-Verwaltung. Zum Hintergrund: Das Land verpflichtet die Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs, so auch den Landkreis , künftig Daten zur Fahrgastnutzung zu erheben. Davon hängen zukünftig auch Förderungen ab, die dem Landkreis zugutekommen.