Brücken in Efringen-Kirchen: „Ergebnis ist gar nicht so schlecht“

Brücken, wie diese in Welmlingen (Symbolfoto), werden regelmäßig überprüft.
Beatrice EhrlichDie Reblandgemeinde verfügt über 38 Straßen-, Fußgänger- und Feldwegbrücken, für die sie die Verantwortung trägt und die der Prüfpflicht unterliegen. Alle sechs Jahre sollte eine Hauptprüfung mit genaueren Untersuchungen (Abklopfungen) erfolgen, dazwischen sind alle drei Jahre einfache Prüfungen durch eine Inaugenscheinnahme vorgesehen.
In den zurückliegenden Jahren sei dieser Prüfrhythmus etwas aus dem Fokus geraten, schilderte Bauamtsleiter Urich Weiß am Montag im Technischen Ausschuss. Grund hierfür sei auch, weil es immer schwieriger werde, geeignete Ingenieurbüros für diese anspruchsvolle Aufgabe zu finden.
Im vergangenen Jahr habe die Verwaltung deshalb damit begonnen, alle Ortschaften systematisch abzuarbeiten. Dafür sei das Ingenieurbüro HKR aus Weil am Rhein engagiert worden. Gestartet worden sei mit den zwölf Brücken im Kernort sowie den acht in Istein. Das Ergebnis sei „gar nicht so schlecht“ ausgefallen, erklärte Weiß.
Brücken, bis auf die an der Bachgasse, in gutem Zustand
Die Brückenbauwerke befänden sich in einem guten bis befriedigenden Zustand. Außer der Brücke an der Bachgasse, die über den Engebach führt, sei in keinem Fall eine akute Maßnahme notwendig gewesen.
Die Bachgassen-Brücke, eine sogenannte Einfeld-Bogenbrücke, hat die Zustandsnote 3,2 erhalten und musste wegen Rissen im Gewölbescheitel gesperrt werden. Die Risse seien zu beobachten. Ab Note 2,5 ist eine Sanierung zum Werterhalt notwendig, ab 3,5 wird eine Sanierung schwierig und ein Ersatz ist angezeigt.
Einige Bauwerke benötigen „eine gewisse Pflege, einige eine intensivere“, so Weiß. Es gebe aber auch ein paar, die einen so hohen Verschleiß aufweisen, dass langfristig über einen Ersatz nachgedacht werden müsse.
Mittel müssen bereitgestellt werden
Um das Zustandsniveau zu erhalten, seien deshalb in den kommenden Jahren Sanierungsmittel bereitzustellen, erklärte Weiß. Eine erste Brückensanierung in der Vorstadt in Istein ist noch dieses Jahr vorgesehen und wurde vom Ausschuss auch genehmigt (siehe separaten Bericht).
Von den Brücken im Kernort erhielt die an der Engetalstraße, die über den Engebach führt, die Bestnote 1,1. Dicht gefolgt von den 2013 gebauten Profilstahlbrücken am Holzweg (im Bereich des Fischweihers und der Schwellen-Zufahrt gelegen) mit 1,2. Die schlechteste Note hinter der Bachgassenbrücke erhielt eine Feldwegüberquerung über den Engebach, die mit 2,7 eingestuft wurde und nur noch von Radlern und Fußgängern genutzt werden darf.
In Istein erhielt die Brücke, die einen Rad- und Wirtschaftsweg über den Hodbach führt, die Bestnote von 1,1. Mit 2,6 schnitt die Fußgängerbrücke an der Neuen Straße 34 ab, die 2026 ersetzt werden soll.
Brücken in vier Ortsteilen werden als nächstes geprüft
Im laufenden Jahr werden die drei Brücken in Egringen, die eine in Blansingen, die zwei in Mappach sowie die sieben in Welmlingen einer Hauptprüfung unterzogen. In Welmlingen sind bereits vier Brücken, die bei der letzten Hauptuntersuchung Zustandsnoten von 2,8 und schlechter erhalten hatten, für Sanierungen in den Jahren 2027 bis 2029 vorgemerkt. Gleiches gilt für die Brücke am Maugenharder Weg in Mappach.
Die Priorisierung der Brückensanierungen erfolge nach festgelegten Kriterien, legte Weiß dar. Dabei spiele die Zustandsnote natürlich eine Rolle, aber auch die verkehrliche Bedeutung, die Nutzungsfrequenz und vor allem, ob im Umfeld weitere Arbeiten erledigt werden müssen. Generell gelte, dass Straßenbrücken höher zu priorisieren seien als Fußgänger- und Feldwegbrücken. „Wir sanieren sicher keine Brücke im freien Feld“, meinte der Bauamtsleiter.
Als Musterbeispiel einer Brückensanierung, bei der Synergien genutzt werden konnten, führte Weiß die Sanierung der Talstraßenbrücke in Wintersweiler an, die im Zuge des Neubaus des Regenüberlaufbeckens mit erneuert werden konnte. Den Zustandsbericht sowie die detailliert mitgelieferte Tabelle nahm der Technische Ausschuss der Gemeinde zur Kenntnis.