Bildungseinrichtung saniert: Wo Kinder in Steinen-Weitenau lernen und spielen

Architekt Harry Vogt und Bauleiterin Sabrina Lange (Mitte) überreichten Caterina Holzmann (links) und Schulrektorin Lisa Schweizer (rechts) einen süßen Schlüssel.
Christoph SchennenDie Kindergartenleiterin und die Schulrektorin freuen sich, dass sie in einer modernen Einrichtung Kinder betreuen beziehungsweise unterrichten können.
Das sanierte und erweiterte Kindergarten- und Schulgebäude in Weitenau ist am Samstagnachmittag eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Zahlreiche Eltern, Architekt Harry Vogt und Bauleiterin Sabrina Lange, Projektleiterin Christina Heitzler und weitere Vertreter der Verwaltung versammelten sich.
Blick auf Historie
Harry Vogt ließ die Entwicklung des Projekts, das mit den ersten Entwurfsplänen im Mai 2022 begann, Revue passieren. Er musste mehrmals seine Planung erweitern oder ändern; aus einem ein- wurde ein zweigeschossiger Anbau mit einem Mehrzweckraum im Obergeschoss. Nicht eingeplant war auch der komplette Austausch der Wasser- und Abwasserleitungen, die marode waren.
Die umfangreichen Baumaßnahmen umfassten laut Architekt die Sanierung des Dachs, die Dämmung des Anbaus und den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Akustikdecke für Schule
Die Schule hat außerdem eine neuen Akustikdecke, neue Bodenbeläge und eine neue Elektroinstallation bekommen. In den Gruppenräumen des Kindergartens „Farbdüpfli“ wurde der Bodenbelag erneuert; es gibt nun ein Personal-WC, Kinder-WCs, ein kindgerechtes Waschbecken, eine Dusche und einen Wickelbereich. Der Kindergartenbereich ist durch ein Glasgehäuse vom Schulbereich abgetrennt, was die Geräusche aus dem Kindergarten dämpft. „Der Brandschutz“, so Harry Vogt, „erfüllt mit der nun vorhandenen Trennung zwischen Erd- und Obergeschoss, zusätzlichen Brandschutztüren und dem zweiten Rettungsweg alle aktuellen Vorschriften.“

Der Schulchor sang „Leuchtturmpiraten“, „Bob mein Hund“ und „Samba Lelê
Foto: Christoph SchennenBürgermeister Gunther Braun nannte die Baumaßnahme „eine Investition in die Zukunft“. „Das Gebäude ist nun für die nächsten Jahrzehnte ertüchtigt. Kindergarten und Schule sind für Weitenau zentrale Orte der Begegnung: Dort lernen sich Kinder kennen und gehen oft lebenslange Freundschaften ein.“
Schulleiterin Lisa Schweizer schilderte die Umstände des Unterrichts in Wieslet, dem Ausweichquartier für die Grundschüler während der Sanierungsphase. „Es freut mich nun, dass wir das sanierte Haus einweihen dürfen und keine Angst mehr haben, dass der kleine Standort Weitenau geschlossen werden muss.“
Viel Raum für Bewegung
Kindergartenleiterin Caterina Holzmann berichtete vom Umzug in die Halle, wo immer mindestens drei Erzieherinnen die Kinder beaufsichtigten mussten. Das sei im Zuge von Personalmangel und Ausfällen wegen Krankheit eine Herausforderung. „Mit starkem Zusammenhalt hat ihr das aber gemeistert“, lobte Holzmann ihre Mitarbeiterinnen.
Die Kosten
Ortsvorsteher Marcus Wienholz bezifferte die Kosten der Baumaßnahme mit 1,1 Mio. Euro. Das Land bezuschusste das Projekt, das in viereinhalb Monaten realisiert wurde, mit 160 000 Euro. Zum Vergleich: das 1958 errichtete Schulhaus mit Halle hat 367 000 DM gekostet, viel Geld für ein Dorf mit damals 330 Einwohnern. Er erinnerte auch an die Gründung der Nachbarschaftsgrundschule Weitenau-Wieslet. Seit 1971 wird sie gemeinsam von den damaligen Gemeinden Weitenau, Schlächtenhaus, Hofen, Endenburg und Wieslet getragen. Der Kindergarten „Farbdüpfli“ folgte 1983.“
Umrahmt wurde die Feier von den Kindergartenkindern und dem Schulchor, der „Leuchtturmpiraten“, „Bob mein Hund“ und „Samba Lelê“ sang.