Bildung in Lörrach
: Umgang mit verschiedenen Niveaus an der Schule

An der Theodor-Heuss-Realschule verschafften sich Mitglieder der Grünen-Fraktion ein Bild der Situation.
Von
red
Lörrach
Jetzt in der App anhören

Die Theodor-Heuss-Realschule

Kristoff Meller

Schulleiterin Sonja Mohren und Stellvertreter Manuel Linser berichteten Sabine Ehrentreich, Margarete Kurfess und Fritz Böhler von der Grünen-Fraktion im Lörracher Stadtrata us dem Alltag der aktuell vier- bis fünfzügigen Schule.

Durch die jüngst erfolgte Hallenrenovierung konnte das Unterrichtsangebot im Sportunterricht deutlich verbessert werden, heißt es. Die Sanierung des Eingangsbereiches ist aktuell noch in Gang, zusätzliche Sonnenschutzvorrichtungen für die Passerelle sollen noch in diesem Jahr angebracht werden. Alle drei Mängel hätten die Grünen nach ihrem vorangegangenen Besuch im Jahr 2023 öffentlich angemahnt, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion. Mit ihrer räumlichen Ausstattung sei die Schule deshalb einem zufriedenstellenden Zustand deutlich näher gekommen. Schulleiterin Mohren sagte: „Wir haben es geschafft, in den vergangenen zehn Jahren durch beharrliche Arbeit unsere Schulkultur und unsere Räumlichkeiten zu optimieren.“

Nach wie vor fehlt ein Versammlungsraum, der für Veranstaltungen oder Prüfungen genutzt werden kann, und die Fachräume weisen Sanierungsbedarf auf. Mohren und Linser verwiesen auf die anspruchsvolle pädagogische Situation, die sich aus der sehr heterogenen Leistungsfähigkeit ihrer Schüler ergibt. Kopfschmerzen bereitet vor allem die Tatsache, dass Schüler, die mit einer Hauptschulempfehlung an die Schule kommen, in Eingangsklasse fünf obligatorisch auf dem für sie oft deutlich zu anspruchsvollen M(ittleren)-Niveau unterrichtet werden müssen, bevor in Klasse sechs dann auch separate Angebote auf G(rund)-Niveau gemacht werden können.

Leistungsunterschiede gerade in Mathematik sind bisweilen so erheblich, dass Binnendifferenzierung nur mit Schwierigkeiten gelingt, weil Frustrationserfahrungen schnell zu sozialer Auffälligkeit führen. Nicht selten bedeutet dies bereits den Einstieg in schulische Misserfolgskarrieren.

Aufgrund ihrer Größe könne die Schule diesen Herausforderungen immerhin durch eine gewisse organisatorische Flexibilität begegnen, bisweilen eigene G-Niveau-Klassen bilden und so etwa zwei Fünftel ihrer Schüler erfolgreich zu einem für sie leistbaren Hauptschulabschluss führen, heißt es. Insgesamt bleibt der Umgang mit diesen unterschiedlichen Leistungsniveaus jedoch problematisch, weil insbesondere kleinere Realschulen für Schüler mit Hauptschulempfehlung im Grunde curricular und personell nicht adäquat eingerichtet sind. Mit Blick auf den Lörracher Schulentwicklungsprozess herrscht bei der Schulleitung deshalb eine gewisse Skepsis: Sollte das Sek-1-Angebot in Lörrach künftig eine vorrangige Konzentration auf die Realschule erfahren, gingen viele Hauptschulkandidaten schweren Zeiten entgegen. Entlastung böte, wenn Realschulen bereits ab Klasse fünf grundsätzlich eigene G-Niveau-Zweige anbieten könnten oder man über die Einrichtung einer weiteren Gemeinschaftsschule nachdächte, die von Beginn an grundsätzlich alle Niveaus anbieten würde. Dafür müssten sich allerdings Schulamt, Regierungspräsidium und Kulturministerium politisch bewegen, was die Vertreter der Grünen Fraktion für absolut geboten halten.