Bevölkerung sensibilisieren
: Basel erhält einen Erdbebensimulator

Rund 5,6 Millionen Franken sind für die Anschaffung eines Simulator in einer Dauerausstellung bestimmt.
Von
sda
Basel
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Basel gehört zu den Gebieten der Schweiz mit erhöhter Erdbebengefährdung.

Werndorff

Im neuen Naturhistorische Museum Basel wird ein Erdbeben-Simulator stehen. Der Große Rat hat dafür dieser Tage 5,8 Millionen Franken bewilligt. Die Ausgabe war in sämtlichen Fraktionen unbestritten. Rund 5,6 Millionen Franken sind für die Anschaffung des Simulator in einer Dauerausstellung bestimmt, weitere 240 000 für den Betrieb und Unterhalt. Basler Schulen können den Simulator kostenlos besuchen. Damit könne in der Bevölkerung das Bewusstsein für das Thema Erdbeben gestärkt werden, sagte Regierungsrätin Stephanie Eymann. Der Museumsneubau biete dafür eine „einmalige Gelegenheit“.

Der regierungsrätliche Ratschlag geht auf einen Anzug von Jo Vergeat zurück. Dieser forderte nicht explizit einen Simulator, jedoch mehr Aufklärungsarbeit über das Verhalten bei einem Erdbeben. Vergeat begrüßte das Vorhaben im Museum und wünschte, dass die Sensibilisierung der Bevölkerung über diesen Simulator hinausgehe.

Ergänzt mit Projektionen

Das geplante Gerät simuliert Erschütterungen von bekannten Erdbeben. Ergänzt mit Projektionen und Hintergrundgeräuschen soll es die Beben für Besucher immersiv erlebbar machen, wie es im Ratschlag heißt. Basel gehört zu den Gebieten der Schweiz mit erhöhter Erdbebengefährdung. Ohne geeignete Prävention würde ein Ereignis wie das Basler Erdbeben im Jahr 1356 verheerende Folgen haben, wie die Regierung weiter schreibt.

Neuste Zahlen aus dem kantonalen Erdbebenrisikomodell zeigen, dass bei einer Wiederholung einer solchen Katastrophe mit einer Magnitude von 6.6 allein im Kanton Basel-Stadt mit 1700 Todesopfern, 13 000 Verletzten und 90 000 Schutzsuchenden zu rechnen wäre. Mehr als 70 Prozent der Gebäude würden voraussichtlich mittlere bis schwere Schäden erleiden.

Erde bebt wieder

Der Schweizerische Erdbebendienst hat in der Nacht auf Sonntag rund sechs Kilometer östlich von Walenstadt ein Erdbeben von 3,8 registriert. Das Beben dürfte in der ganzen Schweiz spürbar gewesen sein. Das Erdbeben habe sich um 4.24 Uhr ereignet.