Beratung und Unterstützung
: So wird das Vieh vor Wölfen geschützt

Das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald zieht eine erste Zwischenbilanz.
Von
red
Kreis Lörrach
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Beratung, Unterstützung bei Förderanträgen und zahlreiche Austauschformate hätten den Herdenschutz sichtbar auf die Fläche gebracht, heißt es in einer Zwischenbilanz

Jackmac34/Pixabay

Das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald arbeitet seit Oktober 2023 an der praxisnahen Weiterentwicklung und Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen bei Rindern. Mit dem Halbzeitbericht legt das Projektteam eine erste umfassende Bilanz der bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen vor. Diese zeigen: Herdenschutz ist in den Projektbetrieben angekommen, wie der Naturpark Südschwarzwald schreibt.

Intensive Beratung

Intensive Beratung, Unterstützung bei Förderanträgen und zahlreiche Austauschformate hätten den Herdenschutz sichtbar auf die Fläche gebracht. Mehr als 550 Personen seien durch Veranstaltungen und Vernetzung direkt mit dem Projekt in Kontakt, heißt es weiter.

Die Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA), die den Herdenschutz im Land koordiniert, zog eine positive Zwischenbilanz: Das Projekt habe sich als echter Katalysator bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Betrieben, aber auch bei der Erfassung von Knackpunkten beim Thema Herdenschutz erwiesen.

Besonders hervorzuheben sei der vertrauensvolle und offene Dialog zwischen allen Beteiligten, heißt es in der Mitteilung. Dies stelle einen zentralen Erfolgsfaktor für die Umsetzung und Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen dar. Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), verdeutlichte: „Das Herdenschutzprojekt spielt für uns eine zentrale Rolle. Besonders wichtig war, dass wir eine Herdenschutzberatung mit ’Stallgeruch’ und praktischer Erfahrung in der Rinderhaltung erhalten haben. So konnten wir den Betrieben nicht nur konkrete Hilfestellungen bieten, sondern auch zu einer Versachlichung eines nach wie vor stark emotional geprägten Themas, dem Wolf, beitragen. Die Diskussion um das Thema verläuft heute deutlich ruhiger, sowohl auf Seiten der Landwirte als auch seitens des Naturschutzes.

Markus Kaiser, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind, hob hervor: „Das A und O für erfolgreichen Herdenschutz ist eine fundierte Beratung sowie die konsequente Umsetzung und Begleitung während der gesamten Maßnahme – und genau das macht das Projekt überhaupt erst möglich.“

„Für die breite Masse der Landwirtinnen und Landwirte ist das zentrale Thema des Herdenschutzprojektes, was beim Herdenschutz möglich ist und gleichzeitig wo dieser an seine Grenzen stößt“, beschreibt Valentin Sonner aus dem Kreisvorstandsteam Hochschwarzwald des BLHV, die Situation für die Landwirte aus der Gebietskulisse.

Von Projekt zu Programm

Die zweite Projekthalbzeit startet mit dem Ziel, Herdenschutz weiter zu etablieren. Die strukturelle Weiterentwicklung vom Projekt zum Programm soll weiterverfolgt werden. Das über Jahre aufgebaute Wissen soll langfristig gesichert werden, heißt es abschließend.