Beitrag zur Klimaneutralität: In der Stadt Lörrach sind über 1900 Photovoltaikanlagen in Betrieb

Auch auf dem Dach des Hebelgymnasiums wurde eine Photovoltaikanlage installiert.
Kristoff MellerDie Stadt Lörrach leistet ihren Beitrag zur Umsetzung des landesweit angestrebten Ziels der Klimaneutralität bis 2040. Ein zentraler Baustein ist der systematische Ausbau von Photovoltaik (PV) auf städtischen Gebäuden.
Landkreis wertet aus
Eine aktuelle Auswertung des Landkreises Lörrach zur PV-Initiative zeigt: Zum Jahresende 2024 waren im Stadtgebiet Lörrach insgesamt 1933 Photovoltaikanlagen mit einer Bruttoleistung von 19 960 kWp in Betrieb. „Den größten Anteil stellt der Bereich der Hausdächer“, so eine Medieninformation der Kommune.
Aktuell betreibt die Stadt neun eigene PV-Anlagen auf kommunalen Liegenschaften mit einer Gesamtleistung von rund 239 kWp. Die neuesten Anlagen wurden auf dem Museumsdepot in Brombach, der Turnhalle der Fridolinschule sowie dem Hebelgymnasium installiert – Letztere gingen im Januar 2025 ans Netz. Es wurden seit 2020 weitere 319 kWp durch externe Betreiber auf städtischen Dächern erzeugt – unter anderem auf der neuen Sporthalle Brombach und dem Neubau der Fridolinschule-Turnhalle.
Die Dachverpachtung
Die Stadt setzt derzeit konsequent auf das Modell der Dachverpachtung: Städtische Dachflächen werden an externe Investoren überlassen, die Planung, Bau und Betrieb der PV-Anlagen übernehmen. Der erzeugte Strom wird vorrangig im Gebäude selbst genutzt: „Ein Modell, das sich als wirtschaftlich effizient und haushaltsschonend erwiesen hat“, heißt es. Sollte sich kein externer Betreiber finden, kann die Stadt im Einzelfall auch selbst investieren.
Die Stadt verfolgt das Ziel, bei jeder Dachsanierung oder jedem Neubau die Machbarkeit einer PV-Installation frühzeitig zu prüfen. In Planung oder Prüfung befinden sich derzeit der Neubau der KiTa Haagen (Planung) sowie die Dächer an der Grundschule Tumringen und der Schlossberghalle (Prüfung)
Auch die Eigenbetriebe der Stadt engagieren sich: Der Friedhofsbetrieb bereitet eine PV-Anlage mit Speicher für das Krematorium vor – zur Deckung des Strombedarfs und perspektivisch zum Laden eines E-Fahrzeugs. Die Stadtwerke prüfen die PV-Eignung des Wasserwerks am Grütt. Und: Der Eigenbetrieb Abwasser plant an vier Rückhaltebecken kleine PV-Anlagen zur Versorgung der technischen Infrastruktur, heißt es.
Herausforderungen
Nicht jedes Gebäude ist für die Installation einer PV-Anlage geeignet. Einschränkungen wie Denkmalschutz, Verschattung, unzureichende Statik oder bauliche Gegebenheiten können die Eignung für PV ausschließen und damit auch die gesetzliche PV-Pflicht entfallen lassen, erklärt die Stadtverwaltung.
Fazit und Ausblick
„Lörrach hat beim Ausbau der Solarenergie auf städtischen Dächern in den vergangenen Jahren spürbare Fortschritte gemacht. Die bisherigen Investitionen – teils direkt, teils durch externe Betreiber – tragen messbar zur CO₂-Reduktion bei“, so die Aussage der Kommune. In Zukunft wird sich durch die Entwicklungen der Rahmenbedingungen entscheiden, ob die Stadt wieder stärker selbst investieren muss – auch in Batteriespeicher.
Die Bürgermeisterin
„Die Verwaltung wird weiterhin alle Neubau- und Sanierungsmaßnahmen systematisch auf PV-Potenziale prüfen. So verzahnen wir gut und effektiv unsere finanziellen Ressourcen mit den Zielen der Nachhaltigkeit“, erklärt Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić abschließend.