Baustelle bei Riehen: Schienenersatzverkehr bleibt diskret beschildert

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Schwarzwälder Bote„Wie komme ich denn jetzt am geschicktesten nach Basel?“ fragt eine Reisende, die gerade aus einer auf Gleis 3 eingefahrenen S 6 aus Zell im Wiesental gestiegen ist, am Lörracher Hauptbahnhof Passanten am Donnerstagabend gegen 18 Uhr. Sie kommt aus Todtmoos mit dem Bus und hat wegen der Streckensperrung auf der Hochrheinbahn bereits einen Umweg über Schopfheim statt über Wehr hinter sich.
Die Nachricht, dass sie mit der S 5 nach Weil am Rhein fahren kann und dort in einen anderen Zug zum Badischen Bahnhof umsteigen kann, nimmt sie geradezu begeistert zur Kenntnis. „Das mit einem überfüllten Bus bei dieser Hitze durch den Abendverkehr nach Basel fahren zu müssen, stelle ich mir nicht so angenehm vor“, sagt sie und nimmt auf einer der Bänke Platz. Die nächste S 5 kommt gegen 18.15 Uhr und ist pünktlich unterwegs. Weniger Glück haben Reisende mit Fahrtziel zum SBB, die bis auf vier Zusatzverbindungen am Abend tatsächlich nur die Option mit dem Bus haben. Dass dieser am benachbarten Zentralen Omnibusbahnhof abfährt, hat sich inzwischen herumgesprochen – die Schilder mit Pfeilen sind aber vergleichsweise klein und für Ortsfremde gehen sie im optischen Gesamtbild unter.
Wie läuft das eigentlich im europäischen Ausland? In Norwegen zum Beispiel ist die ganzen Sommerferien die wichtige Hauptverbindung zwischen Asker und Drammen am Oslofjord unterbrochen, und alles muss auch eine halbstündige Busfahrt für die 40 Kilometer lange Strecke in Kauf nehmen. Was auffällt ist, dass die norwegische Bahn Vy größere Anstrengungen im Vorfeld unternimmt, die Reisenden schon frühzeitig zu informieren – da es Fahrscheine fast nur noch digital gibt und sowohl E-Mail-Adresse als auch Mobilnummer beim Kauf hinterlegt werden muss, erhält jeder eine E-Mail sowie eine SMS mit einer genauen Beschreibung der Änderung.
Am Bahnsteig in Sande sind Pfeile auf dem Boden markiert, die mit einem einfachen Leitsystem den Weg zum Busbahnhof auf einem Parkplatz weisen. Eine händisch gesprochene Lautsprecherdurchsage auf Norwegisch und Englisch ergänzt die Wegweiser. Am Busbahnhof warten mehrere „Vorsortierer“, die die Leute auf die unterschiedlichen Fahrtziele verteilen sowie zu den bereitstehenden Bussen lotsen sowie beim Verladen des Gepäcks helfen. Vy hat für den Zug nach Eidsvoll über Oslo gleich sechs Busse geordert, die alle mit dem Emblem „Bus for Tog“ gekennzeichnet sind. Dieses Logo wird auch beim Pfeilsystem immer wieder eingesetzt, sodass die Fahrgäste nicht lange rätseln müssen, um die Ersatzbusse zu finden.
In Lörrach sind die Hinweise auf den Schienenersatzverkehr eher diskret zu nennen. An der Haltestelle „Museum/Burghof“ hängt immerhin ein kleiner Pfeil an einem Mast, der den Weg zur Bushaltestelle Schillerstraße weisen soll. Im Aushang ist ein Übersichtsplan zu finden, der aber eine gewisse Ortskenntnis erfordert, um sich zurechtzufinden. Da in den Schaukästen aber auch weiteres unaktuelles Informationsmaterial hängt, muss der Reisende sich erst orientieren.
Der Schienenersatzverkehr auf der Wiesentalbahn läuft reibungsloser als bei früheren Gelegenheiten. Es fällt auf, dass bei der Reisendenlenkung und -information noch Luft nach oben ist – menschliches Personal zum Helfen fehlt gänzlich.